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Das Frauen-Bashing der Trittbrettfahrer
Von Alexander Kühn. Aktualisiert am 19.07.2012 63 Kommentare
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Am Grand-Slam-Turnier von Wimbledon mokierte sich der Franzose Gilles Simon, die Nummer 12 der Welt, darüber, dass die Preisgelder bei Männern und Frauen gleich hoch sind. Nun zog der Serbe Janko Tipsarevic (ATP 8) nach. «Ich will gar nicht davon reden, dass ein guter Junior Serena Williams 6:1, 6:2 schlagen könnte. Aber ich finde es schlicht lächerlich, verdienen die Frauen an den Grand-Slam-Events gleich viel. Und wenn schon, sollen sie auch über drei Gewinnsätze spielen», erklärte er in einem Interview mit der «Berner Zeitung», das in der Szene auf grosses Echo gestossen ist.
Matt Cronin, einer der angesehensten Tennis-Journalisten der Welt, nimmt via Twitter die Gegenposition ein: «Es geht nicht darum, ob man auf zwei oder drei Gewinnsätze spielt, es geht um den Unterhaltungswert, darum, wer zuschauen kommt.» Serena Williams, Maria Scharapowa, Kim Clijsters, Venus Williams und Ana Ivanovic seien populärer als die meisten Spieler ausserhalb der Big 4 mit Roger Federer, Novak Djokovic, Rafael Nadal und Andy Murray. «Und am US Open», so hält Cronin zu Recht fest, «kann Serena sogar Murray und Novak ausstechen.» Der Experte schreibt, er sei für die Preisgeldparität, die Profispielerinnen-Vereinigung WTA müsse es aber schaffen, mehr weibliche Fans zu mobilisieren. Er sehe bei den Spielen noch immer mehr Männer.
Cronin spricht einen interessanten Punkt an – das hausgemachte Sexismus-Problem der WTA. Seit die russische Vorzeigeblondine Anna Kurnikowa in den Neunzigern die grosse Bühne betrat, setzten die Vermarkter des Frauentennis zunehmend auf die ästhetisch-erotische Komponente des Frauentennis. Mit langen Beinen und blonden Zöpfen, so die lukrative Erkenntnis, liess sich mehr Aufmerksamkeit erzeugen als mit Slice und Topspin. Der Fokus auf das Sportliche ging verloren.
Natürlich gibt es schon rein körperlich markante Unterschiede in der Leistungsfähigkeit zwischen Frauen und Männern. Doch einmal ehrlich: Sind Sie bei einem Tennis- oder Fussballspiel immer in der Lage, das absolute Niveau zu erkennen? Und sind es nicht viel eher Rivalitäten und die Aussicht auf sportliches Drama, die Sie ins Stadion oder vor den Bildschirm locken? Martina Hingis konnte nicht so perfekt servieren wie Roger Federer und auch keinen so tückischen Topspin spielen wie Rafael Nadal. Wenn sie gegen Steffi Graf oder eine der Williams-Schwestern auf dem Court stand, elektrisierte dies die Tennisfans dennoch. Und auf jeden Fall mehr als es ein Duell zwischen den Frauentennis-Kritikern Janko Tipsarevic und Gilles Simon täte.
Im Sport gibt es immer wieder Zyklen, und obwohl Tipsarevics Feststellung zutrifft, dass sich das Tennis bei den Frauen anders als bei den Männern momentan nicht in einer goldenen Epoche befinde, gebietet es die Weitsicht, die Preisgeldparität unangetastet zu lassen. Wer weiss schon, was im Männertennis nach den Helden um Federer und Nadal kommt oder was für ein Boom das Frauentennis zum Beispiel im wichtigen deutschen Markt erleben könnte, wenn die überaus talentierte und bestens zu vermarktende Sabine Lisicki über längere Zeit verletzungsfrei bleibt und einen Major-Titel gewinnt? Überdies profitieren Spieler wie Tipsarevic und Simon in enormem Mass von der Strahlkraft der Big 4. Sie sind die Trittbrettfahrer von Federer und Co. – weit mehr als die Williams-Schwestern oder Scharapowa, die unabhängig vom packenden Geschehen an der Spitze des ATP-Rankings Interesse generieren. (baz.ch/Newsnet)
Erstellt: 19.07.2012, 12:25 Uhr
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63 Kommentare
Und wieder einmal diskutieren wir darüber, dass die Frauen unter dem Argument "Gleichberechtigung" gerne gleiche Rechte einfordern, sich aber dagegen wehren die gleichen Pflichten zu übernehmen. Ist doch tagtäglich in vielen Belangen so. Bei den Herren können für die 7 Spiele bis zum Finale gerne mal 14-20std vergehen. Bei den Frauen gerade mal maximal 10. und erst noch langweilige 10 Antworten

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