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«Den Titel widme ich dem serbischen Volk»
Von Alexander Kühn. Aktualisiert am 30.01.2011
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Die ersten Worte nach seinem beeindruckenden 6:4, 6:2, 6:3-Erfolg in der Rod Laver Arena richtete Novak Djokovic an den unterlegenen Finalisten Andy Murray: «Wir kennen uns schon sehr lange, und es ist immer hart, gegen dich zu gewinnen. Ich bin mir sicher, dass du mit deinem Talent auch einmal einen Grand-Slam-Titel holen wirst.»
Djokovic war anzumeken, dass er in der Stunde seines Triumphes auch Mitleid mit seinem Freund und Kontrahenten Murray hatte, der nach dem dritten Major-Final seiner Karriere noch immer ohne Satzgewinn dasteht und es verpasste, als erster Brite seit Fred Perry 1936 ein Grand-Slam-Turnier zu gewinnen. So gnadenlos Djokovic auf dem Platz agierte, er gewann nach dem 4:4 im ersten Satz sieben Games in Serie, so sensibel zeigte er sich nach dem Matchball, als er Murray tröstend in den Arm nahm.
In Gedanken bei den Opfern der Flut in Australien
Djokovic, der das T-Shirt und die Schuhe vor der Preisverleihung zu seinen Supportern auf die Tribüne geworfen hatte, erinnerte in seiner Rede auch an die Betroffenen der Flutkatastrophe in Australien. «Ihr seid nicht allein», versicherte der 23-Jährige, der zusammen mit Roger Federer im Vorfeld des Australian Open an einem Benefiz-Match teilgenommen hatte.
«Das Bild meines Landes ist sehr schlecht»
Schliesslich wendete sich Djokovic an die Fans in der Heimat: «Ich widme diesen Titel neben meiner Familie dem serbischen Volk. Die Menschen in Serbien haben harte Zeiten erlebt, versuchen aber immer, das Beste aus der jeweiligen Situation zu machen.» Djokovic hatte schon vor dem gewonnenen Davis-Cup-Final gegen Frankreich Ende des vergangenen Jahres betont, wie wichtig ihm seine Herkunft ist: «Das Bild meines Landes ist sehr schlecht. Deshalb versuche ich, meine Heimat so gut wie möglich zu vertreten und ihr ein positives Image zu geben. Ich will zeigen, dass wir stolze, aber auch freundliche Leute sind.»
Ein Nationalist ist der Tennisstar aber beileibe nicht. Die schweren Ausschreitungen während des Fussball-Länderspiels zwischen Italien und Serbien im Herbst 2010 in Genua trafen ihn tief - und er verurteilte sie aufs Schärfste. «Wir werden mit Krieg, mit Hass, mit Verwüstung identifiziert. Dabei ist das einzige, womit ich kämpfen will, mein Tennisschläger», klagte er damals. (baz.ch/Newsnet)
Erstellt: 30.01.2011, 13:21 Uhr

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