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Der Dopingfall Armstrong bewegt Djokovic
Von Alexander Kühn. Aktualisiert am 27.08.2012
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«Als ich von der Geschichte hörte, war ich als Athlet enttäuscht, weil ich weiss, wie viel es braucht, um an die Spitze zu kommen, wie viele Opfer, wie viel Leidenschaft und harte Arbeit. Ich möchte hier aber nicht wirklich ein Statement abgeben, wer schuld ist. Das überlasse ich den zuständigen Autoritäten», sagte Novak Djokovic an einer Medienkonferenz in New York zum Fall Lance Armstrong. Armstrong, der in seiner Karriere siebenmal die Tour de France gewann, hatte in der vergangenen Woche erklärt, er wolle nicht länger juristisch gegen die US-Anti-Doping-Agentur Usada vorgehen, die ihn wegen Dopings lebenslang sperren lässt.
«Unter dem Strich wollen wir alle einen sauberen Sport. Ich bin glücklich, dass wir im Tennis nicht viele Dopingfälle haben. Wir versuchen, die Tradition hochzuhalten und die Integrität des Sports zu schützen. So senden wir eine starke Message über unseren Sport, auch an die Kinder, die zu den Helden aufsehen und Vorbilder brauchen», erklärte Djokovic im Vorfeld des US Open weiter. Roger Federer, der von der Presse ebenfalls auf Armstrong angesprochen wurde, war weniger gesprächig. «Um ehrlich zu sein, weiss ich darüber nicht genug», so der Schweizer diplomatisch. «Ich habe die Sache nicht von Anfang bis Schluss verfolgt, also weiss ich nicht, was ich sagen soll.»
«Mental hatte ich Hochs und Tiefs»
Natürlich war das Hauptthema aber trotz Armstrong das Tennis und Djokovics Aussichten auf die Titelverteidigung in Flushing Meadows, die er braucht, um in der Weltrangliste an Federer dranzubleiben. Trotz Gerüchten über private Probleme – unter anderem wurde eine Ehekrise seiner Eltern in Serbien kolportiert – sei er in bester Verfassung, erklärte Djokovic: «Ich fühle mich körperlich stärker und besser vorbereitet als letztes Jahr. Mental hatte ich ein paar Hochs und Tiefs während der Saison, aber ich denke, dass das irgendwie zu erwarten war.»
Den enttäuschenden olympischen Spielen, die für ihn statt einer Medaille nur den undankbaren vierten Rang brachten, liess Djokovic zwei starke Masters-1000-Turniere folgen. In Toronto holte er den Titel, in Cincinnati verlor er erst im Final gegen Federer. Nach dem 0:6 im ersten Durchgang war er im zweiten kurz davor, die Wende zu schaffen. Im Tiebreak zog er aber schliesslich den Kürzeren. Für die Wettanbieter bleibt der Serbe dennoch der heisseste Anwärter auf die US-Open-Krone – vor Federer und Murray. «Nun freue ich mich auf das Turnier, denn Hardcourt ist meine liebste Unterlage», sagte der Weltranglistenzweite, der eine günstige Auslosung erwischte und erst im Final auf einen Vertreter der Top 4 treffen kann. Sein erster Gegner ist der Italiener Paolo Lorenzi, die Nummer 69 des ATP-Rankings. (baz.ch/Newsnet)
Erstellt: 26.08.2012, 22:09 Uhr
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