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Der nachgeholte Wimbledon-Traumfinal

Roger Federer kann sich heute Abend mit einem Sieg gegen den Schotten Andy Murray in London die Nummer 1 sichern.

«Das Gute mitnehmen»: Nach dem Spiel gegen Fernando Verdasco am Sonntagabend zeigt sich Roger Federer nicht ganz zufrieden, aber doch zuversichtlich.

«Das Gute mitnehmen»: Nach dem Spiel gegen Fernando Verdasco am Sonntagabend zeigt sich Roger Federer nicht ganz zufrieden, aber doch zuversichtlich.
Bild: Keystone

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South African Airways ATP Weltrangliste

RangNamePunkte
1.SRBNovak Djokovic13630
2.ESPRafael Nadal10435
3.SUIRoger Federer8010
4.SCOAndy Murray6900
5.ESPDavid Ferrer4565
6.FRAJo-Wilfried Tsonga4425
7.CZETomas Berdych3860
8.USAMardy Fish2965
9.SRBJanko Tipsarevic2700
10.ARGJuan Martin del Potro2630
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Stand: 06.02.2012 06:47

Im Sommer hatte ganz Grossbritannien auf einen Wimbledon-Final zwischen Andy Murray und Roger Federer hingefiebert. Alles lief programmgemäss, bis Andy Roddick den Schotten im letzten Moment im Halbfinal abfing. Knapp fünf Monate später kommt es heute Abend in London nun doch noch zu dieser Affiche. Dabei steht zwar kein Grand-Slam-Titel auf dem Spiel, dafür viel Prestige und die Aussicht auf einen Platz in den Halbfinals der ATP-World-Tour-Finals.

Für Federer geht es noch um mehr: Weil Rafael Nadal gestern seine Startpartie gegen Robin Söderling, seinen bisher einzigen Bezwinger von Roland Garros, 4:6, 4:6 verlor, reicht dem Baselbieter ein weiterer Sieg, um zum fünften Mal eine Saison als Nummer 1 abzuschliessen. Er kann den ersten Rang nur noch verlieren, wenn Nadal in London noch vier Gegner schlägt und den Titel gewinnt, während er für den Rest der Woche sieglos bleibt. «Momentan ist mein Niveau nicht das einer Nummer 1», sagte Nadal aber selber. Er habe gegen Söderling nicht schlecht gespielt, «aber in den entscheidenden Momenten fehlte mir die innere Ruhe».

Federers Nachsicht

Dabei hatte es am Sonntagabend lange nicht gut ausgesehen für Federer, der gegen Fernando Verdasco erst nach eineinhalb Stunden zu den ersten Breakbällen kam - diese Chance aber gleich zum vorentscheidenden Satzausgleich verwertete (4:6, 7:5, 6:1). «Das war nicht der Start, den ich mir erwünscht hatte», sagte er. Er pflege seine Leistungen während eines Turniers aber nicht allzu kritisch zu beurteilen: «Man muss positiv bleiben, das Gute mitnehmen und an dem arbeiten, was weniger gut lief.» Er habe die richtige Einstellung gehabt, und auch der dritte Satz sei gut gewesen. «Das gibt mir Vertrauen.»

Die Beziehung zwischen Federer und dem sehr selbstbewussten Murray, der noch immer kein Grand-Slam-Turnier gewonnen hat, ist nicht sonderlich eng. Auch wenn er es nicht zugibt, dürfte sich Federer daran stören, dass er in den Direktduellen klar zurückliegt (3:6). Allerdings kamen fünf dieser Niederlagen in Situationen zustande, als er körperlich angeschlagen oder schlecht in Form war, als Folge des Drüsenfiebers oder seiner Rückenprobleme. Immerhin gewann Federer gegen den Schotten die bisher wichtigste Partie, den Final des US Open 2008. Und nach vier Dreisatzniederlagen innerhalb eines halben Jahres in Madrid, Shanghai, Doha und Indian Wells konnte er auch das bisher letzte Duell für sich entscheiden, im Halbfinal von Cincinnati.

Die wohl denkwürdigste Niederlage gegen den Weltranglistenvierten erlitt Roger Federer vor einem Jahr im letzten Gruppenspiel des Masters-Cup in Shanghai. In einem dreistündigen Tennis-Feuerwerk wehrte er damals in Shanghai sieben Matchbälle ab, ehe er doch 6:4, 6:7, 5:7 verlor und die Halbfinals verpasste. «Damals ging ich mit kleinen Hoffnungen ins Turnier, weil ich verletzt und auch krank gewesen war», blickte er zurück. «Dieses Jahr sind meine Erwartungen einiges höher.» Gegen Murray hange es vor allem davon ab, wie er selber spiele, da er der aggressivere Spieler sei.

Murrays Selbstvertrauen

Der 22-jährige Murray hat dieses Jahr mehr Turniere (6:4) und auch mehr Partien als Federer gewonnen (65:60), bei je zehn Niederlagen. Er traue sich zu, Federer in dieser Woche sogar zweimal zu schlagen, falls es sein müsse, hatte der Schotte schon vor dem Turnier erklärt. Die Chance, vor seinem eigenem Publikum die Weltnummer 1 zu besiegen, will er unbedingt packen. Die meisten Wettanbieter offerieren für einen Sieg Murrays allerdings eine leicht höhere Quote als für den sechs-fachen Wimbledon-Sieger. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 24.11.2009, 15:40 Uhr

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Stand: 11.02.2012 19:19

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