Sport
Die Basler Liebe wird strapaziert
Von René Stauffer, Simon Graf, Basel. Aktualisiert am 27.10.2012 33 Kommentare
Dossiers
Artikel zum Thema
- 55 Minuten reichen Federer
- Die dunkle Seite von Federers freundlichem Gegner
- «Ich bringe Opfer, um hier zu spielen»
- Kein Exploit der Zukunftshoffnung
- «Das ist einer meiner wichtigsten Erfolge»
Teilen und kommentieren
Stichworte
Korrektur-Hinweis
Melden Sie uns sachliche oder formale Fehler.
Roger Federer und die Swiss Indoors, das ist eine Liebesgeschichte. Und eine Fortsetzungsgeschichte. Der 31-Jährige zog gestern mit einem 6:2, 6:2 über Benoît Paire (ATP 46) in den Halbfinal ein und kann heute mit einem Sieg über Paul-Henri Mathieu (101) sein 7. Basler Endspiel in Serie erreichen. Es wird sein 53. Auftritt in der St. Jakobshalle sein. Die Swiss Indoors sind längst die Federer-Festspiele geworden, man schätzt nicht nur seine Tenniskunst, sondern auch die Nähe, die entsteht, wenn der frühere Ballboy im Interview mit Heinz Günthardt plaudert wie der Junge von nebenan.
Doch das ist er, obschon er trotz seiner grossen Erfolge auf dem Boden geblieben ist und immer noch jedem mit Respekt begegnet, natürlich längst nicht mehr. Federer ist ein Superstar, der Millionen verdient. Das missgönnt ihm in der Schweiz, wo schnell Neid aufkommt und hohe Saläre ein Reizthema sind, kaum jemand. Doch während der Indoors wurde nun ein heikles Thema in die Öffentlichkeit getragen. Federers Vertrag mit seinem Heimturnier läuft mit dieser Austragung aus, das ist bekannt, die «Aargauer Zeitung» berichtete nun über Misstöne bei den Verhandlungen. Tony Godsick, der Manager des Schweizers, verlange mehr als das Doppelte der rund 500'000 Franken Startgage, die Federer bisher bekomme.
Kein Rolls-Royce für jedermann
Fakt ist: Noch hat man sich nicht geeinigt. Roger Brennwald sagte gestern: «Wir unternehmen alles, damit die Liebesgeschichte weitergeht. Aber wir haben nicht unerschöpfliche Möglichkeiten. Vielleicht können wir nicht mehr mithalten. Nicht jeder kann sich einen Rolls-Royce leisten.» Brennwald wählt seine Worte mit Bedacht: «Federer und die Indoors, das ist, das war eine Win-win-Situation. Hoffentlich bleibt das noch möglichst lange so. Vielleicht ein Jahr. Vielleicht fünf Jahre. Das hängt davon ab, was die Gespräche ergeben.»
Die Swiss Indoors ohne Federer – das ist eigentlich undenkbar, solange dieser noch aktiv ist. Das dürfte man zumindest meinen. Aber die Dissonanzen scheinen beträchtlich. Federer blieb gestern spät unverbindlich: «Klar ist meine Hoffnung gross, dass ich wieder hier spielen werde. Das ist das Ziel aller Beteiligten. Aber jetzt konzentriere ich mich zuerst auf das Ende der Saison, dann schauen wir weiter.»
Federer: Der Ball liegt bei Brennwald
Auf Nachfrage, ob es am Geld liege, antwortete er: «Meiner Meinung nach ist das Geld nicht das Problem. Es sollte, darf es nicht sein. Wenn es mir ums Geld gehen würde, hätte ich viele andere Entscheide getroffen, überall in Asien gespielt. Ich habe Basel immer Priorität gegeben.» Er bestätigte, dass es Verhandlungen gegeben habe. «Aber auf einmal wollte er (Brennwald) nicht mehr. Ich weiss auch nicht warum. Ich habe dem Turnier schon viel geholfen. Von dem her liegt es mehr an ihm als an mir.»
Tony Godsick, der schon wieder in den USA weilt, wollte den bisherigen Verlauf der Verhandlungen nicht kommentieren. Weil seit diesem Jahr nach Basel gleich zwei grosse Turniere in zwei Wochen folgen (Paris-Bercy und das ATP-Finale), würden die Swiss Indoors – die Federer bisher nie ausgelassen hat, wenn er gesund war – inzwischen weniger gut in seinen Turnierplan passen, erklärte er nur.
Godsick will vorerst abwarten
«Wir werden erst einmal abwarten und analysieren, wie sich diese Änderungen auswirken», so Godsick. Nach dem anstrengenden Olympiajahr geht es für Federer darum, 2013 intelligent zu planen – in der Absicht, seine Karriere noch möglichst lange ausdehnen zu können. Er scheint zu erwägen, seinem Heimturnier künftig nicht mehr oberste Priorität einzuräumen. So wie in den letzten Jahren schon dem Davis-Cup.
Bleibt den Schweizer Tennisfans nur zu hoffen, dass die Liebesgeschichte eine klassischen Zuschnitts ist – eine mit Happy End. (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 27.10.2012, 11:24 Uhr
Kommentar schreiben
Verbleibende Anzahl Zeichen:
33 Kommentare
Federer hat die Swiss Indoors zu dem gemacht, was sie heute sind. Ohne Federer versinkt das Turnier in der Bedeutungslosigkeit. Das sind sich die Manager wohl genau bewusst.
Umgekehrt geniesst es Federer offensichtlich, "zu Hause" zu spielen, und auf eine Gage ist er schon lange nicht mehr angewiesen.
Auf dieser Basis muss eine Einigung möglich sein.
Antworten
Sport
Flugpreise vergleichen
Vergleichen Sie die Flugpreise von verschiedenen Reiseanbietern und finden Sie das beste Angebot.
Am und auf dem kühlen Nass
Erleben Sie erfrischende Ausflüge mit SBB RailAway am und auf dem kühlen Nass.

Bitte warten

Sportbilder der Woche





















