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Die Leere nach Djokovic, Nadal und Federer
Von Alexander Kühn. Aktualisiert am 11.11.2011 13 Kommentare
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South African Airways ATP Weltrangliste
| R | Name | P | |
|---|---|---|---|
| 1. | ![]() | Novak Djokovic | 11800 |
| 2. | ![]() | Rafael Nadal | 10060 |
| 3. | ![]() | Roger Federer | 9790 |
| 4. | ![]() | Andy Murray | 7500 |
| 5. | ![]() | Jo-wilfried Tsonga | 4965 |
| 6. | ![]() | David Ferrer | 4640 |
| 7. | ![]() | Tomas Berdych | 4500 |
| 8. | ![]() | Janko Tipsarevic | 3010 |
| 9. | ![]() | Juan Martin Del Potro | 2910 |
| 10. | ![]() | Mardy Fish | 2625 |
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Es braucht eine gehörige Portion Vorstellungskraft, um unter den Top 100 der Weltrangliste Spieler zu finden, die in der Lage sein könnten, jene Lücken auch nur annähernd zu füllen, die dereinst nach den Rücktritten von Roger Federer, Novak Djokovic und Rafael Nadal entstehen werden. Darüber kann auch die sensationelle Finalqualifikation des 22-jährigen Japaners Kei Nishikori (ATP 25) an den Swiss Indoors in der vergangenen Woche nicht hinwegtäuschen.
Mit dem 19-jährigen Australier Bernard Tomic (ATP 39) gehört lediglich ein Teenager den Top 100 an. Der zweitjüngste in dieser Rubrik ist der ein Jahr ältere Bulgare Grigor Dimitrov (ATP 76), den kühne Optimisten wegen seines Spielstils und seiner Bewegung beim Service mit Federer verglichen haben. Der 23-jährige Ukrainer Alexander Dolgopolow, der am höchsten klassierte Spieler, der jünger ist als Djokovic, 24, und Nadal, 25, nimmt im Ranking nur Position 16 ein. In Dolgopolows Alter hatte Nadal schon sechs Grand-Slam-Titel gewonnen, Federer deren fünf. Am ehesten scheinen noch Tomic und der 21-jährige Kanadier Milos Raonic (ATP 30) in der Lage zu sein, dereinst Grosses zu vollbringen.
Tomic – jüngster Wimbledon-Viertelfinalist seit 1986
Der 1,95 Meter lange Tomic, von seinen Landsleuten «Atomic Bernard» genannt, pflegt einen eigenartigen Spielstil und versteht es, seine Gegner mit Schlafwagen-Tennis einzulullen, ehe er ihnen mit einem abrupten Tempowechsel das Genick bricht. Er gewann bereits als 15-Jähriger das Juniorenturnier des Australian Open und war in diesem Jahr der jüngste Wimbledon-Viertelfinalist seit Boris Becker 1986. Die Garantie für eine goldene Karriere und ein sportliches Charisma à la Federer oder Nadal sind aber auch solche beeindruckenden Eckpunkte nicht. An den Swiss Indoors in Basel etwa verpasste Tomic durch eine Niederlage gegen den Zürcher Michael Lammer die Qualifikation fürs Haupttableau.
Raonic eifert Sampras nach
Raonic, mit 1,96 Metern wie Tomic körperlich schon jetzt ein Grosser, besticht vor allem durch seinen gewaltigen Aufschlag, der viele an sein Idol Pete Sampras erinnert. 615 Asse hat er allein in dieser Saison schon geschlagen, damit nimmt er in dieser Hitliste weit vor den Topshots der Tour Rang 5 ein. Vor dem Turnier in Wimbledon durfte der aus Montenegro stammende Aufsteiger – er verbesserte sich innert Jahresfrist um über 250 Plätze – mit Federer und Djokovic trainieren. Eine Auszeichnung, die nicht jeder Jungprofi bekommt. Rafael Nadal sagt, er erwarte Raonic schon sehr bald unter den Top 10, während John McEnroe in ihm jenen Spieler sieht, der sich aus der Masse der Nachwuchsleute hervorhebt. Am derzeit laufenden Masters-1000-Turnier von Paris-Bercy haben Raonic die Lorbeeren aber nichts geholfen: Er scheiterte in der ersten Runde am bescheidenen Franzosen Julien Benneteau, der Nummer 54 des ATP-Rankings.
Spätestens in fünf Jahren muss sich ein neuer Stern am Tennishimmel etabliert haben. Federer ist dann 35 und wird wohl eher nur noch seinen Zwillingen als dem gelben Filzball hinterherjagen. Ob die immer wieder einmal von Verletzungen heimgesuchten Djokovic und Nadal, 2016 beide auch schon über 30, dann noch dabei sein werden, darf man ebenfalls bezweifeln. Es wäre schon ein Hoffnungsschimmer, wenn im kommenden Jahr ein Vertreter der jungen Garde an den World Tour Finals, dem Gipfel der besten acht Spieler der Saison, mit von der Partie wäre. 2011 ist der jüngste beim Elite-Turnier in London, das am 20. November beginnt, der 24-jährige Weltranglistenerste Djokovic. (baz.ch/Newsnet)
Erstellt: 11.11.2011, 15:07 Uhr
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