Die berührende Geschichte des einbeinigen Balljungen

Ryan McIntosh verlor vor zwei Jahren als Soldat einer Sondereinheit in Afghanistan das rechte Bein. Nun will er mit seinem Auftritt am US Open Menschen in ähnlicher Lage Mut machen.

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Auf der Beinprothese des 23-jährigen Ryan McIntosh klebt ein Sticker mit der Aufschrift «Freedom is not free, but it's worth fighting for». Zu Deutsch: Freiheit ist nicht umsonst, aber es lohnt sich, für sie zu kämpfen. McIntosh hat einen teuren Preis für sein Engagement in der US-Armee bezahlt. Als er mit seiner Einheit im Dezember 2010 durch ein Tal in der Nähe von Kandahar marschierte, trat er auf eine Landmine. Die Wucht der Detonation schleuderte ihn rund drei Meter in die Luft, den Ärzten blieb nichts anderes übrig, als sein rechtes Bein oberhalb des Knies zu amputieren.

Mit seinem Einsatz als Balljunge am US Open will der Soldat Menschen mit einem vergleichbaren Schicksal Mut machen. «Mein Ziel ist es, jene Jungs zu ehren, die wie ich verwundet wurden. Ich möchte ihnen sagen: ‹Ihr könnt noch immer alles tun, was ihr wollt›», erklärte McIntosh gegenüber der Nachrichtenagentur AP. Der Texaner, der drei Monate nach dem fatalen Zwischenfall in Afghanistan Vater wurde, arbeitet hauptberuflich in einem Rehabilitationsprogramm der Armee, wo er Verwundeten dabei hilft, wieder Sport treiben zu können. Sein eigener sportlicher Traum ist es, 2016 in Rio de Janeiro an den Paralympics teilzunehmen. Der Verlust des Beines öffne ihm auch Türen, die für ihn sonst verschlossen geblieben wären, sinniert er.

Als behindert empfindet sich McIntosh nicht. «Ich bin hier einfach ein Balljunge und nichts Besonderes», sagt er. «Als ich mich vorstellte, wurde ich gefragt, ob ich einen Tennisball werfen kann, und ich antwortete: ‹Ich habe Granaten geworfen, also werde ich auch mit dem Tennisball umgehen können.›» Auf einem grossen Court kam McIntosh erst einmal zum Einsatz, während einer Partie seines US-Landsmanns James Blake in der Louis Armstrong Arena, ansonsten verrichtete er seinen Dienst auf den Nebenplätzen. Die Aufmerksamkeit der internationalen Medien ist dem Blade Runner unter den Balljungen trotzdem gewiss. (ak)

Erstellt: 01.09.2012, 16:13 Uhr

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