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Federer ist out, aber längst nicht am Ende
Von Alexander Kühn, Wimbledon. Aktualisiert am 30.06.2011 56 Kommentare
«Tsonga zauberte jenen «perfekten Match» auf den Rasen, den sein Davis-Cup-Captain Guy Forget von ihm gefordert hatte»: Alexander Kühn.
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Roger Federer ist also in den Wimbledon-Viertelfinals gescheitert. Schon wieder, könnte man sagen. Denn auch im vergangenen Jahr bedeutete die Runde der letzten acht für den Schweizer Endstation. Federer und sein Tennis deswegen grundsätzlich infrage zu stellen, hiesse aber nicht nur seine Fähigkeiten und die Leistungen in diesem Frühsommer nicht zu würdigen, sondern auch seinem Bezwinger Jo-Wilfried Tsonga die Anerkennung zu versagen.
Tsongas Sieg ist nicht nur zustande gekommen, weil sich Federer schwächere Phasen leistete, sondern auch weil der Franzose nach dem 0:2-Satzrückstand jenen «perfekten Match» auf den Rasen zauberte, den sein Davis-Cup-Captain Guy Forget von ihm gefordert hatte. Es war eine ähnlich exzellente Vorstellung wie jene Federers im denkwürdigen Halbfinal von Roland Garros gegen den bis zu diesem Zeitpunkt im neuen Jahr noch ungeschlagenen Novak Djokovic. Damals machte der Baselbieter wie in der ersten Wimbledon-Woche alles richtig, kaum anzunehmen, dass nun auf einmal wieder alles verkehrt ist.
«Was soll ich Federer Ratschläge geben?»
Was aber muss Federer tun oder lassen, um nach dem Australian Open 2010 endlich wieder ein Grand-Slam-Turnier zu gewinnen? Wer eine Antwort darauf weiss, dürfte bald ein reicher Mann sein. Er möge sich bei Paul Annacone und Severin Lüthi melden, den beiden Trainern des erfolgreichsten Tennisspielers der Geschichte. Der frühere Weltranglistenerste Jim Courier, der am French Open die Auszeichnung für die Finalteilnahme an Federer überreichte, würde sich jedenfalls kein Urteil anmassen wollen. «Ich habe vier Majors gewonnen und Federer sechzehn, was soll ich ihm also Ratschläge geben», sagte Courier, als ihn baz.ch/Newsnet in Paris auf die zuverlässig wiederkehrende Kritik an Federer ansprach.
Courier, der am Australian Open als Moderator auf dem Court viel journalistisches Talent bewies, wundert es aber nicht, dass Federer des öftern harte Worte über sich ergehen lassen muss. «In gewissen Medien gibt es halt nur Schwarz und Weiss. Was sich irgendwo dazwischen befindet, ist nicht interessant», erklärte er. «Kein Spieler ist so schlecht, wie ihn die Presse macht, wenn er verloren hat, und keiner ist so gut, wie er nach einem grossen Sieg dargestellt wird. Mit einer Ausnahme: Federer war zu seinen erfolgreichsten Zeiten tatsächlich so stark, wie es geschrieben wurde.»
Tsongas Sieg zeigt, dass das Tennis auch jenseits der grossen vier lebt
Aus Schweizer Sicht ist Federers Niederlage sicherlich eine bittere Pille. Sie zeigt aber auch, dass das Tennis jenseits der grossen vier mit Rafael Nadal, Novak Djokovic, «King Roger» selbst und Andy Murray lebt. Wimbledon brachte also nicht nur den ersten ganz grossen Auftritt des 18-jährigen Australiers Bernard Tomic, sondern auch die Wiederentdeckung des potenziellen Major-Champions Tsonga, der nach der Finalteilnahme am Australian Open 2008 sein Können lange nicht mehr ganz ausspielen konnte.
Wie gefürchtet Federer allen Unkenrufen zum Trotz unter den Profis noch immer ist, unterstreicht die unbändige Freude, die Tsonga nach seinem Fünfsatz-Coup im All England Club empfand. «Das ist einfach nur verrückt. Ich haben den grössten Tennisspieler aller Zeiten geschlagen, und das auf seinem Lieblingsbelag», sagte der «Muhammad Ali». (baz.ch/Newsnet)
Erstellt: 29.06.2011, 20:46 Uhr
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56 Kommentare
ja ja federer soll wieder mal zurücktreten? nur wenn man der weltnummer 3 zum rücktritt rät, müssten dann nicht auch alle hinter ihm klassierten zurücktreten? wäre das nicht etwas langweilig, nur noch 2 spieler spielen sehen?;-) hört auf mit dem quatsch! Antworten

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