Sport

Federer zieht in die Halbfinals ein

Von Florian Raz. Aktualisiert am 08.01.2016

Der grippegeschwächte Roger Federer schlägt Grigor Dimitrov und trifft im Halbfinal von Brisbane auf Dominic Thiem. baz.ch/Newsnet berichtete live.

1. Satz 2. Satz 3. Satz
Roger Federer 6 6 6
Grigor Dimitrov 4 7 4
Und jetzt ab ins Bett, Grippe kurieren. Roger Federer freut sich über seinen Halbfinaleinzug.

Und jetzt ab ins Bett, Grippe kurieren. Roger Federer freut sich über seinen Halbfinaleinzug.
Bild: Keystone

(baz.ch/Newsnet)

  • Zusammenfassung

    Das war ein gutes Stück Arbeit, das Roger Federer in Brisbane abliefern musste. Am Tag vor dem Spiel gegen den Bulgaren Grigor Dimitrov (ATP 28) hatte der Baselbieter zugegeben, dass er an einer «Art Grippe» leide. Trotzdem steht er nun im Halbfinal des Turniers.

    Bis Mitte des zweiten Satzes servierte Federer beinahe perfekt. Bloss zwei Punkte gab er bis zu diesem Zeitpunkt bei eigenem Aufschlag ab. Doch dann agierte Dimitrov aggressiver. Und er spielte einige grossartige Schläge, die zeigten, warum er einmal die Nummer 5 gewesen ist. Der Bulgare holte sich den Satzausgleich im Tiebreak. Und Federer befand danach: «Diesen zweiten Satz hat er sich verdient.»

    Der dritte Durchgang konnte mit den ersten beiden Sätzen nicht ganz mithalten. Dimitrov schien nervös zu werden, er brachte noch knapp 50 Prozent seiner ersten Aufschläge ins Feld. Und Federer wollte die Punkte möglichst kurz halten, was sicher mit seiner Erkrankung zu tun hatte.

    Am Ende setzte sich die höhere Aggressivität Federers durch, der Dimitrov immer wieder am Netz attackierte.

    Im Halbfinal trifft Federer nun auf einen Gegner, dem er noch nie gegenübergestanden ist. Der Österreicher Dominic Thiem hat in seinem Viertelfinal den als Nummer 3 gesetzten Kroaten Marin Cilic geschlagen und ist derzeit die Nummer 20 der Weltrangliste.

  • Der Ballwechsel des Spiels

    Der für mich bislang schönste Punkt des Spiels. Er stammt aus Satz zwei und ging an Dimitrov. Aber hey, er sieht trotzdem gut aus.


  • Matchball 6:4

    Drei Matchbälle Federer.

    Und er verwertet den ersten!

  • Dimitrovs Nervosität ist in der Aufschlagstatistik nachzulesen. Nach tollem zweitem Satz landen im entscheidenden Durchgang nur noch 53 Prozent der ersten Aufschläge im Feld. Federer ist bei 73 Prozent.

  • Vergebene Chancen 5:4

    Federer vergibt nicht nur drei Matchbälle, er verdaddelt danach auch noch einen aufgelegten Volley. Dimitrov darf also immer noch davon träumen, sein Idol im vierten Aufeinandertreffen erstmals zu schlagen.

  • Matchball 5:3

    Nicht ein Matchball, nicht zwei Matchbälle, nein: DREI MATCHBÄLLE FEDERER.

    Dimitrov wehrt zwei ab. Okay, der zweite war nicht abgewehrt, das war ein mieser Return von Federer.

    Ach, da ist Federer zu wenig aggressiv beim Return. Auch der dritte Matchball ist weg.

  • 5:3

    Ein Spektakel ist es jetzt nicht mehr. Federer kontrolliert das Geschehen, Dimitrov macht einfach zu viele Fehler, um den Baselbieter unter Druck zu setzen. Federer fehlt noch ein Game zum Einzug in die Halbfinals.

  • 4:3

    Federer scheint Dimitrov in der Defensive zu haben, geht 30:0 in Führung. Aber dann verliert er die Konzentration. Ein Game für den Bulgaren.

  • 4:2

    Ein gutes Rezept von Federer, wann immer möglich den Weg nach vorne zu bestreiten. Dimitrov wirkt jeweils recht ratlos, wenn der Schweizer am Netz auftaucht.

  • Breakball 3:2

    Das kommt fast aus dem Nichts: zwei Breakbälle Federer!

    Dimitrov kommt ihm da mit zwei Fehlern freundlich entgegen. Und dann attackiert der Schweizer den zweiten Aufschlag des Bulgaren, geht nach vorne und ... Dimitrovs Ball geht ins Netz.

    BREAK FEDERER.

  • 2:2

    Federer geht jetzt bei jedem Schlag auf Risiko. Es scheint eindeutig: Er ist genug gerannt für heute.

    Aber wer solche Schläge drauf hat, muss auch nicht rennen:


  • 1:2

    Gut, diesen Ball hat er auch schon weniger als drei Meter ins Out gespielt. Federer hat nach einem Netzroller Dimitrovs das ganze Feld offen, spielt dann aber eher weniger gottgleich und mehr so wie die sympathischen Menschen im R8-Turnier in Hintergottisheim. Dimitrov dagegen scheint sich inzwischen bei eigenem Aufschlag sehr wohl in seiner Haut zu fühlen.

  • 1:1

    Federer scheint sich gefangen zu haben. Wie zu Beginn des Matches bringt er seinen Service zu null durch. Er rückt häufig ans Netz vor. Um die Ballwechsel kurz zu halten?

  • 0:1

    Was Federer in seinem geschwächten Zustand sicher nicht entgegen kommt: Es gibt viele lange Ballwechsel. Bei über 50 Ballwechseln ist die Kugel mehr als viermal über das Netz geflogen.

    Für die Zuschauer dagegen ist es ein Genuss. Dimitrov gewinnt sein erstes Aufschlagspiel.

  • Return of the Federer

    Unser aller Roger ist zurück. Er streift sich noch ein neues Shirt über und beweist ein weiteres Mal, dass ihn sein Gillette-Vertrag nicht zur Brusthaar-Rasur verpflichtet.

    Dann geht es weiter.

  • Federer geht dann mal 6:7

    Federer scheint ein Problem zu haben. Vielleicht aber muss er auch nur für kleine Tennismaestros. Auf jeden Fall hat er den Court zwischen Satz zwei und drei verlassen.

  • 6:7

    Federer kann nicht zurück ins warme Bett zu Kamillentee und Essigsocken. Er muss eine Zusatzrunde einlegen. Dimitrov gewinnt das Tiebreak 7:4.

  • Satzball 6:6

    Federer holt sich eines von zwei Minibreaks zurück.

    5:2.

    Ein schöner Netzangriff.
    5:3.

    Und dann 6:3. Dimitrov hat die Chance zum Satzausgleich. Bei eigenem Aufschlag.

    Federer kann abwehren.

  • 6:6

    Und es wird noch schlechter. Dimitrov führt 5:1.

  • 6:6

    Schlechter Start für Federer. Dimitrov gelingt ein Minibreak und geht danach mit 3:0 in Führung.

  • 6:6

    Da wünscht sich jemand ganz selbstlos einen schnellen Federer-Sieg.




    Er muss noch warten. Der Satz geht ins Tiebreak.

  • 5:5

    Federer kann locker in das nächste Aufschlagspiel gehen. Er hat seine Aufgabe erledigt. Jetzt liegt der Druck auf Dimitrov, der seinen Service durchbringen muss, will er nicht als Verlierer vom Platz.

  • Breakball 5:5

    Federer hat die Chance zum Ausgleich. Ein packendes Spiel.

    Dimitrov muss über den zweiten Aufschlag ... und Federer kann mit einem Netzangriff ausgleichen.

  • 4:5

    Federer bleibt im Satz drin.

  • 3:5

    Wie du mir, so ich dir, scheint sich Dimitrov zu sagen. Jetzt ist er es, der seinen Aufschlag zu null durchbringt. Und der Lob zum 30:0 war wirklich ganz grosse Klasse.

  • 3:4

    Dimitrov holt das Break!

    Es hat sich ein wenig abgezeichnet, nachdem Dimitrov von Aufschlagspiel zu Aufschlagspiel stärker geworden ist.

    Ein rasantes Spiel, das wirklich Spass macht. Federer wirkt nach seiner «Edelgrippe» sehr schnell auf den Beinen. Und Dimitrovs Rückhand hätte ich auch gerne gehabt. Damit wäre damals bei den Basler Unimeisterschaften alles ganz anders herausgekommen.

  • Breakball 3:3

    Federer gerät erstmals wirklich unter Druck.15:40.

  • 3:3

    Okay! Dimitrov hat also auch ein Zauberhändchen! Das war der Punkt des Spiels bisher: Federer jagt Dimitrov, aber der spielt einen Winner, den er auch eben erst erfunden hat: Ein Volley vollen Lauf nach links, auf Knöchelhöhe, direkt in die aus seiner Sicht rechte Ecke von Federers Feld. Wahnsinn.

  • Breakball 3:3

    Das könnte schon die Entscheidung sein. Breakball Federer.

    Dimitrov muss über den zweiten Aufschlag ... kann aber trotzdem das Break abwenden.

    Ein toller Ballwechsel! Dimitrov macht Druck, rückt vor, Federer wehrt sich. Schliesslich geht Dimitrovs Vorhand ins Out. Nächster Breakball.

    Dieses mal ist die Netzkante nicht mit Federer. Der Ball springt so hoch ab, dass Dimitrov abstauben kann.

  • 3:2

    Erste Frustrationsanzeichen bei Dimitrov, der testet, was härter ist: Der Boden - oder das Racket? Bislang bleibt die empirische Untersuchung ohne Resultat. Ich tippe trotzdem darauf, das im Zweifelsfall der Boden gewinnt.

  • Da gerade Pause ist. Kennen Sie den?

    Sind zwei Cupcakes im Ofen. Sagt das eine: «Hui, ist das warm hier.» Sagt das andere: «Wuaah! Ein sprechendes Cupcake!»

  • 3:2

    Dimitrov riskiert jetzt mehr bei Federers Aufschlägen. Gut, was hat er schon zu verlieren? Ohne Risiko hat er keine Punkte gemacht. Weniger geht also kaum.

    Und der Erfolg gibt dem Bulgaren recht. er setzt Federer jetzt unter Druck, hält bis zum 30:30 mit.

    Federer gewinnt das Spiel trotzdem.

  • 2:2

    Der Dimitrov spielt ja eigentlich gar nicht schlecht. Federer ist bislang einfach bei eigenem Aufschlag zu sicher. Aber wenn der Bulgare serviert, ist zu sehen, warum er mal die Weltnummer 5 war. Federer geht sogar davon aus, dass er in dieser Saison wieder in Richtung Top 10 vorrücken könnte.

  • 2:1

    Jetzt aber! Dimitrov wird aggressiver, rückt häufig ans Netz vor. Und jetzt dieser Traumreturn auf einen ersten Aufschlag Federers. Da klatscht sogar der Maestro. 40:40.

    Die nächsten zwei Punkte gehen aber wieder an den Schweizer, der auf Kurs bleibt.

  • 1:1

    Wieder ein kleines Stück Arbeit für Dimitrov. Aber er kann zum 1:1 ausgleichen.

  • 1:0

    Langsam bekomme ich etwas Mitleid mit Dimitrov. Der könnte bei Aufschlag Federer auch ein gutes Buch lesen. Oder Twitter checken. Oder mal bei Snapchat vorbeischauen. Weniger Punkte würde er dann auch nicht machen. Federer gewinnt das erste Aufschlagspiel des zweiten Satzes - natürlich - zu Null.

  • Satzgewinn 6:4

    Wer wären die Tennisgötter, wenn sie nicht einem der ihren helfen würden?

    Ein wirrer Ballwechsel, am Ende stehen beide Spieler am Netz, Federers Ball holpert via Netzkante ins Feld des Bulgaren. Dimitrov hätte die ganze Hälfte Federers zur Auswahl, wischt den Ball aber ins Netz.

    Federer gewinnt den ersten Satz 6:4.

  • Breakball 5:4

    Es folgt sogleich die dritte Breakchance für Federer, der nach Dimotrovs Service ans Netz stürmt und dafür mit dem Punkt belohnt wird.

  • Breakball 5:4

    Zwei Breakbälle Federer!

    Den ersten wehrt Dimitrov ab.

    Und auch den zweiten kann der Bulgare entschärfen. Mit einem Servicewinner.

  • Edel-Grippe? 5:4

    Der Kollege Rieder neben mir vermutet, dass ein Roger Federer natürlich nicht einfach eine «Art Grippe» haben kann: Es muss eine Edel-Grippe sein. Eine Fachmeinung, der ich nicht widersprechen mag.

  • Sabr! 4:4

    Eine der Fragen der Saison war ja: Wird Federer den Sabr, den «sneaky attack by Roger» weiter im Repertoire haben? Gegen Dimitrov jedenfalls zeigt er ihn. Mit Erfolg: direkter Return-Winner.

    Das Spiel aber geht an Dimitrov. Zu 30.

  • Es ist passiert 4:3

    Jetzt ist es geschehen! Federer gibt seinen ersten Punkt bei eigenem Aufschlag ab. Macht aber nix. Er gewinnt das Game auch so. Halt einfach zu 15 statt zu 0.

  • Erste Breakchance vertan 3:3

    Roger Federer kommt zu seinem ersten Breakball, aber Dimitrov kann sich retten und gleicht schliesslich zum 3:3 aus.

  • Zauberschlag 3:2

    Ob mit einer «Art Grippe» oder ohne: Das Zauberhändchen verlässt Federer nicht. Dimitrov attackiert am Netz, Federer düpiert ihn mit einem Schlag der Marke «gibt es den überhaupt?».

    Ein Vorhand Flachlob. Oder so etwas ähnliches.

    Die Frage, die sich wie bei Xherdan Shaqiris Traumtor gegen Everton stellt: Hat er das gewollt? Wir sagen: sicher!

  • 3:2

    Und noch ein Spiel zu Null. Federer hat bislang keinen einzigen Punkt bei eigenem Aufschlag abgegeben.

    Es dürfte ein Ziel des Baselbieters sein, die Punkte möglichst kurz zu halten. Schliesslich hat er vor der Partie zugegeben, zu Turnierbeginn an einer «Art Grippe» gelitten zu haben.

  • 2:2

    Schlägt Federer auf, dauern die Games bloss ein paar Sekunden. Dimitrov muss da schon einiges mehr arbeiten, um bei seinem Aufschlag zu Punkten zu kommen. Trotzdem gelingt ihm der 2:2 Ausgleich.

  • Starke Aufschläge 2:1

    Roger Federer schlägt auf wie ein kleiner Gott. Die ersten beiden Service-Spiele sind für den Schweizer so kein Problem.

  • Vorschau

    Nach dem 6:2, 6:1 gegen Tobias Kamke (ATP 277) bestätigte Federer die Gerüchte, er sei körperlich angeschlagen. «Ich fühlte mich nicht gut, es war eine Art Grippe. Die ganze Familie hatte es, ich als Letzter», sagte er nach seinem ersten Auftritt der Saison und unter Ivan Ljubicic, seinem neusten Teammitglied. Am Montag und Dienstag habe er nicht trainiert, worauf er die Organisatoren gebeten habe, sein Startspiel auf Donnerstag zu verlegen. «Am Mittwoch ging es mir etwas besser. Aber ich bin überrascht, dass es mir heute so gut lief.»

    Gegen Kamke reichten ihm 55 Minuten zum Erfolg. In den Viertelfinals trifft er heute Morgen ab 9 Uhr MEZ auf Grigor Dimitrov, der als ehemaliger Top-5-Spieler nur noch auf Rang 28 klassiert ist. «Ich erwarte, dass er sich wieder nahe an die Top 10 herankämpfen wird», sagt Federer. Schon vor zwölf Monaten traf er in Brisbane auf den Bulgaren, wobei er im Halbfinal auch ihre dritte und bisher letzte Begegnung klar gewann (6:2, 6:2). Danach liess er sich im Final gegen Milos Raonic den 1000. Sieg seiner Karriere nicht nehmen.

    Er wisse aufgrund der vergangenen Tage nicht, was er von sich nun erwarten könne, so Federer. Seine Form im Training im Dezember sei aber grossartig gewesen, «ich schlug den Ball gut und bin dort, wo ich sein will». Dass viele Spieler - und besonders Spielerinnen - diese Woche von grösseren oder kleineren Problemen geplagt werden, überrascht ihn nicht sonderlich. «In der Saisonpause trainiert man komplett anders als während des Jahres, wahrscheinlich auch härter», fand er eine Begründung. «Danach folgt ein langer Flug, und schon musst du wieder zu hundert Prozent bereit sein. Da kann der Körper schon Reaktionen zeigen.»

    Federer bestätigte in Brisbane, dass sein bisheriger Saisonplan noch ergänzt werden könnte. Momentan ist zwischen Indian Wells und dem French Open eine lange Pause vorgesehen. «Aufgrund meiner Resultate könnte es sein, dass ich noch ein oder zwei Sandturniere hinzufüge. Es ist noch einiges möglich.»

Erstellt: 08.01.2016, 10:13 Uhr

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