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Federer-Gegner Lleyton Hewitt lässt sich nicht entmutigen
Von Simon Graf, New York. Aktualisiert am 05.09.2009
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Federers häufigste «Opfer»
Niederlagen gegen Federer
1. Andy Roddick 19
2. Lleyton Hewitt 15
3. Nikolai Dawidenko 12
3. Fernando Gonzalez 12
3. Tommy Haas 12
3. Ivan Ljubicic 12
3. Nicolas Kiefer 12
8. Robin Söderling 11
9. Michail Juschni 10
9. Jarkko Nieminen 10
9. David Nalbandian 10
Roger Federer wurde zu Beginn des US Open gefragt, ob auch er einmal daran gezweifelt habe, dass er einen bestimmten Gegner schlagen könne. Ja, das sei vorgekommen, gestand er ein. Er nannte aber nicht Rafael Nadal oder Andy Murray, gegen die er negative Bilanzen hat, sondern blickte weiter zurück: Am Anfang seiner Karriere hätten bei ihm David Nalbandian, Tim Henman und Lleyton Hewitt Zweifel gesät. Nalbandian ist inzwischen wegen zahlreicher Verletzungen von der grossen Bühne verschwunden, Henman zurückgetreten, und Hewitt ist zu einem von Federers häufigsten «Opfern» geworden. Nur Andy Roddick (19-mal) hat noch öfter gegen den Grand-Slam-Rekordhalter verloren als Hewitt (15-mal).
Der Match, der das Duell kippen liess, war ausgerechnet eine der bittersten Niederlagen des Schweizers: jene im Davis-Cup-Halbfinal 2003 in Melbourne, als Federer bereits mit 2:0-Sätzen und einem Break im dritten geführt hatte. «Ich war extrem enttäuscht», erinnerte er sich. «Aber ich spürte auch, dass ich auf dem richtigen Weg bin. Ich merkte: Wenn ich mein Spiel durchziehe, kann ich ihn sogar dominieren. Mein Aufschlag und meine Fitness waren einfach noch nicht so gut, dass ich das über längere Zeit schaffte. Und daran habe ich gearbeitet.» Seitdem hat er Hewitt 13-mal in Folge geschlagen. Den Rekord hält diesbezüglich der unerbittliche Ivan Lendl, der den Amerikaner Tim Mayotte 18-mal nacheinander besiegte und dessen Landsmann Jimmy Connors 17-mal.
Frustbewältigung dank den Kids
Connors spielte trotzdem bis 40, und auch Hewitt lässt sich nicht entmutigen. «Um mich solchen Herausforderungen zu stellen, spiele ich», sagt er. Für Darren Walton, der dessen Karriere für die australische Nachrichtenagentur verfolgt hat, ist klar: «Hewitt will unbedingt noch einen grossen Sieg gegen Federer. Und einen grossen Titel.» Und er widerspricht der gängigen Meinung, dass der Australier nie mehr das Niveau erreicht habe wie zu seiner Zeit als Nummer 1 in den Jahren 2001 und 2002. «Ich glaube, 2004 und 2005 haben wir sogar den besten Hewitt gesehen. Das Problem war einfach, dass Federer das Tennis auf ein höheres Level gehievt hatte.» Walton bezeichnet Rafael Nadal als die moderne Version von Hewitt: «Er spielt ähnlich, ist aber noch schneller und kräftiger.»
Eines immerhin hat Hewitt Federer voraus: Er ist schon länger Vater. Seine Tochter Mia ist drei, sein Sohn Cruz bald einjährig. Seine Karriere habe dies nicht gross beeinträchtigt, glaubt er. «Es dreht sich etwas mehr darum, was das Beste für das Baby ist, als was die ideale Vorbereitung ist. Aber damit konnte ich gut umgehen.» Und wenn man nach einer Niederlage ins Hotelzimmer zurückkehre, sei die Enttäuschung schnell vergessen. «Denn die Kids kümmert das Tennis nicht.» (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 05.09.2009, 11:56 Uhr

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