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Federers letzte offene Rechnung

Von Stephan Roth. Aktualisiert am 01.02.2010

Kaum hatte der Schweizer seinen Gegner Andy Murray in drei Sätzen bezwungen, wurde die Frage gestellt: Kann Roger Federer den Grand Slam gewinnen?

1/22 «Andy Murray war mein stärkster Gegner»: Roger Federer posiert für die Kameras.
Bild: Keystone

   
Schaffte zwei Grand Slams: Rod Laver.

Schaffte zwei Grand Slams: Rod Laver. (Bild: Keystone)

Schaffte einen Grand Slam: Don Budge.

Schaffte einen Grand Slam: Don Budge. (Bild: Keystone)

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Stand: 21.05.2012 21:33

Nach 2 Stunden und 41 Minuten hatte Roger Federer den Job erledigt und seinen Herausforderer Andy Murray mit 6:3, 6:4 und 7:6 geschlagen. Es war der 16. Grand-Slam-Titel des Baselbieters. Und der erste Sieg in Melbourne nach drei Jahren Unterbruch. Ausserdem eröffnet der Erfolg beim Australian Open eine neue Perspektive.

Kann Roger Federer in diesem Jahr den Grand Slam - also nach Melbourne auch die Major-Turniere in Paris, Wimbledon und New York - gewinnen? Diese Frage stellte die Moderatorin des englischen TV-Senders BBC. «Ich denke, er kann es schaffen», antwortete der ehemalige deutsche Tennis-Star Boris Becker, der als Gast im Studio sass. «Nachdem er letztes Jahr erstmals das French Open gewonnen hatte, dachte ich gleich: Das ist sein nächstes Ziel.»

Budge und Laver schafften den Grand Slam

Anders sieht es der Brite Tim Henman. Der ehemalige Tennisspieler schwärmt zwar von Roger Federers «unglaublicher Qualität und Konstanz» und bezeichnet den Schweizer als «besten Spieler der Geschichte», doch an den historischen Triumph glaubt er nicht. Bisher haben erst der Amerikaner Don Budge (1938) sowie der Australier Rod Laver (1962 und 1969) einen Grand Slam erreicht. Bei den Frauen waren es die Amerikanerin Maureen Connolly (1953) und die Deutsche Steffi Graf, die 1988 zudem auch noch Olympiasiegerin wurde und so den «Golden Slam» kreierte.

Dass Federer nun bereits 23-mal de Suite im Halbfinal eines Grand-Slam-Turniers stand, ist für Henman der «eindrücklichste Rekord» der Nummer 1. Doch er sieht das French Open als zu grosses Hindernis für den 28-Jährigen. «Ich glaube nicht, dass er den Grand Slam schafft», so der Engländer. «Auf Sand ist er einfach nicht so dominant wie auf anderen Unterlagen. Und es gibt auf Sand viele starke Spieler.»

Was allerdings Federers Chancen in Paris erhöht, ist der Umstand, dass der unbestritten beste Sandplatzspieler, der viermalige French-Open-Champion Rafael Nadal, nun vorerst vier Wochen wegen Knieproblemen pausieren muss. Ob der Spanier bis im Mai wieder zu hundert Prozent fit wird, ist zumindest nicht sicher.

«Es wäre grossartig, wenn mir der Grand Slam gelingt»

Federer selbst, der in 18 der letzten 19 Grand-Slam-Turniere im Final stand, will sich aber nicht unter Druck setzen lassen. «Der Grand Slam ist nicht etwas, was ich mir zum Ziel gesetzt habe. Ich werde auch nicht die ganze Saison nur um die Grand-Slam-Turniere herumplanen. Ich nehme alle Turniere ernst, an denen ich teilnehme», sagte er nach seinem vierten Triumph in Melbourne, um dann aber dennoch seine Ambitionen anzumelden. «Was ich sagen will: Es wäre grossartig, wenn mir der Grand Slam gelingt. Aber es ist nicht mein oberstes Ziel. Ich nehme es so, wie es kommt.»

Dass er nicht lautstark zur grossen Jagd auf den Grand Slam blasen will, heisst aber nicht, dass Federer nicht optimistisch in die Zukunft schauen würde.« Zuversichtlich für den weiteren Saisonverlauf stimmt mich aber vor allem die Art und Weise des Triumphs - wie gut ich gegen Dawydenko, Tsonga, Murray und zuvor auch gegen Hewitt spielte», sagt der Rekordjäger und -sammler. «Am Schluss spielte ich perfektes Tennis. Für diese Momente arbeite ich in den Trainings. Ich wusste, dass ich zu so einer Leistung fähig bin. Die Leistung dann im Final auch abzuliefern, ist eine enorme Genugtuung.»

(baz.ch/Newsnet)

Erstellt: 01.02.2010, 10:15 Uhr

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Stand: 25.05.2012 15:24
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