Sport

Federers süsse Lohnerhöhung

Von René Stauffer und Fredy Wettstein, Kilchberg. Aktualisiert am 30.10.2009

Mit dem neuen Werbevertrag für Lindt-Schokolade steigt Tennisstar Roger Federer in der Liste der Sport-Topverdiener weiter auf.

1/9 Tennisprofi Roger Federer verdient mit seinem neuen Engagement bei Lindt & Sprüngli, seinen übrigen Sponosoren und Preisgeldern nun insgesamt noch deutlich mehr als 33 Millionen Dollar im Jahr. Bisher stand er gemäss der «Forbes»-Rangliste der Top-Verdiener des Sports an 15. Stelle.
Bild: Keystone

   

Als Roger Federer im Sommer mit einer extravaganten Tennistasche mit goldglitzernden Enden auf Wimbledons Centre Court schritt, spöttelte die Londoner «Times», sie sehe aus wie die Verpackung einer riesigen Schokolade. Nun hat der 15-fache Grand-Slam-Sieger für den passenden Inhalt gesorgt: Am Hauptsitz von Schokoladenhersteller Lindt & Sprüngli in Kilchberg am Zürichsee wurde er gestern an einer Medienkonferenz als neuer «Markenbotschafter» vorgestellt, was allerdings wegen Indiskretionen längst kein Geheimnis mehr war.

CEO und Verwaltungsratspräsident Ernst Tanner lobte Federer in seiner Rede vor den Medien ausufernd. Und der neben ihm sitzende sechsfache Wimbledon-Sieger durfte sich auch anhören, wie gut er und sein neuer Partner zusammenpassten.

«Als Vater mit zwei Mädchen ist dies für die Zukunft perfekt», sagte er, als er endlich das Wort bekam. «Sie werden sehr viel Schokolade essen können.» Worauf er, fast rechtfertigend, anfügte, sein Beispiel zeige ja, dass man «trotz Schoggi im Sport sehr weit kommen kann». Schon am Abend stand für ihn auch wieder Tennis im Vordergrund; zur Vorbereitung auf die Davidoff Swiss Indoors (ab Montag) reiste er nach Basel.

«7000 neue Fans»

Details zum Vertrag wurden von beiden Seiten geheim gehalten, nicht einmal die konkrete Laufzeit wurde bekannt. Der Kontrakt ist, wie bei Federer üblich, langfristig ausgelegt. Ernst Tanner sprach ausweichend von einem «offenen Ende». Es handle sich bei dieser Partnerschaft nicht um ein klassisches Sportsponsoring, präzisierte der Firmenchef. Federer werde als «eigenständiges Marketinginstrument» eingesetzt, das mithelfen soll, die Marke Lindt bekannter zu machen - insbesondere dort, wo sie noch nicht sonderlich etabliert ist, wie etwa in China.

Man werde sich Zeit lassen, um die Werbekampagnen auszuarbeiten, sagte Tanner. Bekannt ist, dass Federer Anfang Januar in Melbourne an einer Medienkonferenz wieder für den neuen Partner auftreten wird. Die traditionsreiche Unternehmensgruppe erzielt einen Jahresumsatz von etwa 2,5 Milliarden und beschäftigt weltweit 7000 Mitarbeiter - «alles neue Federer-Fans», wie Tanner scherzte. Man beabsichtige auch eine Zusammenarbeit mit Federers Stiftung, tönte er an.

Lindt ist der vierte grosse Schweizer Werbepartner Federers, nach Rolex, Jura und Nationale Suisse. Ein weiterer «Schweizer» Vertrag (Emmi) lief nach sieben Jahren im Sommer aus; die Airline Swiss gehört hingegen noch immer zu den Partnern. Auch international wirbt Federer durchgehend für Produkte mit grossem Namen: Gillette, Netjets und (in China) Mercedes-Benz - sowie natürlich für seine beiden Ausrüster, Nike und Wilson. Ihnen vertraut er schon seit Juniorenzeiten, und beide haben ihn langfristig an sich gebunden. Mit Nike schloss Federer Anfang 2008 einen Kontrakt ab, der ihm über rund zehn Jahre bis 130 Millionen Franken bringen soll, sofern gewisse Bedingungen erfüllt sind.

Die Nummer 2 hinter Woods?

Nachdem er schon vor einiger Zeit zum bestbezahlten Spieler der Tennisgeschichte avancierte, klettert Federer nun auch in der Liste der Topverdiener im Sport weiter aufwärts. Gemäss dem amerikanischen Wirtschaftsmagazin «Forbes» soll er zwischen Juni 2008 und Juni 2009 insgesamt 33 Millionen Dollar brutto eingenommen haben, aus Preisgeldern, Startprämien und Werbeverträgen. In der «Forbes»-Liste der Topverdiener des Sports reicht diese Zahl aber nur für einen Rang in den Top 15.

Die Zahl dürfte und müsste bei den nächsten Schätzungen wohl deutlich nach oben korrigiert werden. Von den Einkünften eines Tiger Woods, der jährlich etwa 110 Millionen einnehmen und dieses Jahr gemäss «Forbes» zum ersten Milliardär des Sports geworden sein soll, ist Federer zwar noch weit entfernt. Einige Branchenkenner spekulieren aber bereits, dass Woods inzwischen der einzige Sportler sein dürfte, der mehr einnimmt als Federer.

Qualität vor Quantität

Der Marktwert des 28-jährigen Baselbieters ist nach diesem Sommer mit dem Double Paris/Wimbledon höher und seine Unterschrift begehrter denn je. Sein Tarif für Exhibitions oder Starts an kleineren Turnieren ist bei etwa einer Million Franken (oder mehr) angelangt - die grossen Werbeverträge bringen ihm ein Vielfaches davon ein. Und noch ist Raum für weitere Partner (etwa aus der Finanzbranche). Schon vor Ende Jahr könnte es zu einem weiteren Abschluss kommen.

Federer kommt nun zugute, dass er zu Beginn seiner Karriere sehr wenige Verträge abschloss und Qualität vor Quantität setzte. Anders als beispielsweise einst Björn Borg, der zeitweise für über 40 Produkte gleichzeitig warb. Und mit dem neusten Vertrag muss sich der Baselbieter nun auch keine Gedanken mehr machen, was er seinen Liebsten zu Weihnachten schenken soll. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 30.10.2009, 09:48 Uhr

Programm & Resultate

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EndeSchweiz - Deutschland5:3
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EndeSion - Aarau3:0
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26.05EndeRadwanska - Halep7:5 6:0
Stand: 26.05.2012 17:02
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Stand: 25.05.2012 14:45
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Roland Garros
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28.0511:00Bolelli - Nadal
28.0511:00Djokovic - Starace
Stand: 25.05.2012 15:24
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