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«Hoffentlich bin ich irgendwann in Rogers Position»

Aktualisiert am 01.02.2016 65 Kommentare

Novak Djokovic dominiert die Tour und kämpft trotzdem um Fanliebe. Die möglichen Gründe.

Eckt an: Novak Djokovic mit seinen Gesten.

Eckt an: Novak Djokovic mit seinen Gesten.
Bild: Keystone

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ATP Weltrangliste

RNameP
1.SRBNovak Djokovic14040
2.SCOAndy Murray9345
3.SUIStan Wawrinka6365
4.ESPRafael Nadal4940
5.JPNKei Nishikori4875
6.CANMilos Raonic4510
7.SUIRoger Federer3730
8.FRAGael Monfils3545
9.CZETomas Berdych3470
10.AUTDominic Thiem3295
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Stand: 26.09.2016 03:59

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Rückblende: Der sichtlich niedergeschlagene Roger Federer nimmt an den US Open Mitte September 2015 nach dem 4:6, 7:5, 4:6, 4:6 gegen Novak Djokovic unter tosendem Applaus des Publikums die Trophäe des Zweitplatzierten entgegen. Kurz danach, als der grosse Gewinner des Turniers gekürt wird, ist nicht mehr zu hören als anerkennender Beifall.

Die sehr einseitige Sympathiebekundung in New York ist sinnbildlich für die Karriere Djokovics, der aktuell der überragende Dominator auf der Tour ist. Auch jüngst nach dem geradezu beängstigend souveränen Triumph an den Australian Open blieben die grossen Jubelstürme in der Arena weitgehend aus. Dabei agiert er weder unfair, wie zu dessen Aktivzeit Michael Schumacher (Spitzname «Schummel-Schumi»), oder spaltet durch Eitelkeit à la Cristiano Ronaldo die Massen. Zudem sorgte der Serbe früh in seiner Karriere für Lacher, indem er Tennisstars geradezu brillant parodierte.

Djokovic imitiert Federer, Scharapowa, Nadal und Roddick. Video: Youtube.

Doch er leistete sich auch schon Ausbrüche gegenüber den Zuschauern. So jubelte er gerne mal exzessiv gegenüber den Rängen, wenn er sich nicht ausreichend unterstützt fühlte. Und in Madrid 2013, als Gegner Grigor Dimitrow von den Fans frenetisch angepeitscht wurde, rief er deutlich hörbar einen obszönen Vorschlag, was die Leute mit seinem besten Stück anstellen sollten. Seine Verbissenheit, mit ein Grund für sein nahezu perfektes Spiel, eckt in der traditionell makellosen Tenniswelt an.

Keine Schwächen

Eine weitere Erklärung, weshalb die ganz grosse Fanliebe ausbleibt, obwohl Djokovic sich derzeit in eigenen Sphären bewegt, könnte sein perfekter Spielstil sein. Seine grosse Stärke ist, dass er keine eigentlichen Schwächen hat – er spielt jedoch weniger kreatives und elegantes Tennis als beispielsweise Federer. Dass Djokovics Trainer Boris Becker heisst und dieser Publikumsliebling Federer mehrmals öffentlich angriff, dürfte nicht viele Sympathiepunkte eingebracht haben.

An den US Open 2015 gab sich der Serbe diplomatisch: «Diese Stimmung war zu erwarten. Ich bin hier, um mir die Unterstützung des Publikums zu verdienen, und hoffentlich bin ich in Zukunft irgendwann in Rogers Position.» Davon ist der elffache Grand-Slam-Champion aber noch ein gutes Stück entfernt. Schliesslich gewann Federer elfmal den offiziellen Sportsmanship Award und seit 2003 jedes Jahr das Fan Voting zum beliebtesten Spieler auf der Tour. Und wenn man den Liebling der Massen mittlerweile in selbstverständlicher Regelmässigkeit bezwingt, wird es noch schwieriger, in der Popularitätsskala grosse Sprünge zu machen. (fas)

Erstellt: 01.02.2016, 13:23 Uhr

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65 Kommentare

alf casutt

01.02.2016, 13:55 Uhr
Melden 123 Empfehlung 16

Ich verstehe sehr gut, warum Djokovic unbeliebter ist, als andere Spieler. Er ist ein grossartiger Tennisspieler, aber anstatt sein Spiel sprechen zu lassen, muss er andauern (herablassend) gestikulieren, zu seiner Box schreien oder sonstige Mätzchen aufspielen. Auch auf seinen gekünstelten Applaus bei tollen Punkten der Gegner sollte er m.E. verzichten. Sonst gilt wie im übrigen Leben: der 1. Eindruck zählt und der war leider (mehrheitlich) schlecht! Antworten


M. Darcy

01.02.2016, 14:43 Uhr
Melden 124 Empfehlung 27

Nennen wir das Problem doch endlich bein Namen. Novak Djokovic hat einfach die falsche Nationalität, Pech für ihn. Als Serbe wird er in Ländern wie den USA nie die verdiente Anerkennung bekommen, und in der Schweiz schon gar nicht. Die Vorstellung, dass ein Serbe besser sein könnte als unser Federer ist für viele nicht auszuhalten. Wäre er z.B. Schwede wärs viel einfacher mit der Anerkennung und den Sympathie Punkten. Mir tut es Leid für ihn weil er als grosser Sportsmann nicht viel besser sein könnte als er schon ist. Ich finde es Eindrucksvoll wie er gute Miene zum bösen Spiel macht, das ist viel anstregender als der Bad Boy zu sein als den ihn viele sehen. Antworten



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