«Ich habe mich grauenhaft gefühlt»

Auch Novak Djokovic wurde von den Betrügern angegangen. Was er zu den Vorwürfen sagt.

Kämpfen und kühlen Kopf bewahren: Novak Djokovic will jede Form der Korruption im Tennis im Keim ersticken.

Kämpfen und kühlen Kopf bewahren: Novak Djokovic will jede Form der Korruption im Tennis im Keim ersticken.

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Die Berichte über Wettbetrug von Tennisspielern sind das Tagesthema bei den Australian Open in Melbourne – auch in der Nachbearbeitung der einzelnen Partien. Deshalb redete Novak Djokovic nach seinem Sieg über den Südkoreaner Chung nicht nur über seinen schnellen Dreisatzerfolg, sondern auch über die von BBC und «Buzzfeed» in Umlauf gebrachten Vorwürfe.

Die Weltnummer 1 sagte, dass er 2007 bei einem Turnier in St. Petersburg selbst einmal angegangen worden sei von Wettbetrügern – allerdings über Mittelsleute. Der eigentliche Wettbetrüger habe trotz Versuchen nicht zu ihm vordringen können. Djokovic sagt: «Natürlich sind wir gar nicht darauf eingegangen.» Er habe sich nach dem Korruptionsversuch «grauenhaft» gefühlt, «ich will mit diesen Dingen in keiner Weise verbunden sein». Wettbetrug sei «eine Kriminalität im Sport».

Djokovic glaubt nicht, dass die aktuellen Anschuldigungen einen Schatten über das gesamte Tennis werfen. Dafür sind ihm die im Bericht erwähnten Ereignisse zu wenig aktuell: «Es geht um viele nicht mehr aktive Spieler und Spiele, die vor fast zehn Jahren stattgefunden haben.» Es gefällt ihm auch nicht, dass jetzt in weiten Kreisen spekuliert wird: «Die Leute rätseln über die Namen der involvierten Spieler. Dabei gibt es bis jetzt keinen Beweis oder Hinweise über noch aktive und involvierte Spieler. Solange das so ist, ist alles nur Spekulation.»

Natürlich müsse es Ziel sein, den Sport so sauber wie möglich zu halten, sagt Djokovic, es könne im Tennis keinen Platz für Wettbetrug und Korruption geben. Der 28-jährige Serbe glaubt allerdings auch, dass es in den vergangenen Jahren gelungen ist, die Überwachungsmechanismen und Massnahmen wesentlich zu verbessern. «Wir versuchen, das Tennis so sauber wie möglich zu halten. Wir haben uns entwickelt, unsere Programme verbessert, und die Verantwortlichen kümmern sich um die entsprechenden Fälle.»

Serena Williams, wie Djokovic Weltnummer 1 und wie Djokovic im vergangenen Jahr Siegerin am Australian Open, sagt, noch nie etwas mitbekommen zu haben von geschobenen Spielen. «Ich kann aber nur für mich sprechen: Wenn ich spiele, spiele ich mit aller Kraft. Und bei meinen Gegnerinnen habe ich das Gefühl, dass sie es genau gleich tun.»

Empört auf die Berichte reagierte Craig Tiley, Chef des australischen Tennis-Verbandes und Direktor des Australian Open. «Wir haben international Ansehen gewonnen für die Integrität des Turniers und unser Anti-Korruptions-System», sagte er. In Zusammenarbeit mit den das Welttennis prägenden Organisationen hätten sie führende Instrumente im Kampf gegen Doping oder Korruption geschaffen – und sie würden das auch weiterhin tun: «Wir müssen jede Form der Korruption im Tennis niedertrampeln.» Seine Mittel sind: Prävention, Ausbildung und Untersuchung. (baz.ch/Newsnet)

(Erstellt: 18.01.2016, 13:27 Uhr)

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