Kommentar: Am Ziel aller Träume

Was der achte Wimbledon-Triumph für Roger Federer bedeutet.

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Der Final 2017 geht nicht als Partie mit grossem Unterhaltungswert in die Sporthistorie ein. Und doch brachte er eine Sternstunde für den Tennissport und insbesondere für Roger Federer. Mit 35 Jahren und 342 Tagen erreichte er das Ziel all seiner Träume, sicherte sich seine achte Trophäe im All England Club und ist damit alleiniger Rekordhalter am prestigeträchtigsten Turnier der Welt. Eine schönere Krönung seiner Karriere kann es nicht geben. Federer brauchte dazu auch drei Anläufe, die letzten beiden Finals in Wimbledon hatte er 2014 und 2015 gegen Novak Djokovic verloren.

Nun stand nicht lange in Frage, ob er es schaffen würde. Cilic war angeschlagen, überwältigt von der Situation, überfordert vom Tempo, das der Schweizer vorlegte. Nach nur 1:41 Stunden hatte er 6:3, 6:1, 6:4 gewonnen, sein 1111. Sieg auf der Profitour, im 11. Wimbledonfinal. «Die Trophäe wieder zu halten ist magisch, ich kann es gar nicht glauben», sagte er vor den Augen seiner vier Kinder. «Ich habe nie aufgehört, davon zu träumen und daran zu glauben, dass ich es nochmals schaffen könnte.»

Federers Triumphe und Tragödien in Wimbledon

Nachdem Federer im Januar eine fast fünfjährige Phase ohne Grand-Slam-Titel in Melbourne beenden konnte, nachdem er sechs Monate pausiert hatte, dachte man, es sei keine Steigerungsform mehr möglich. Doch sein Comeback wurde immer noch besser, mit den Siegen in Indian Wells und Miami, mit dem Erfolg in Halle und nun mit dem Sieg in Wimbledon, der gleichsam auf Ankündigung kam. Federer hatte erstmals überhaupt freiwillig ein Grand-Slam-Turnier ausgelassen, neben dem French Open gleich die gesamte Sandsaison verpasst. Auch diese Pause erwies sich nun als goldrichtiger Entscheid.

Federer war in Wimbledon der mit Abstand stärkste Spieler. Dass Rafael Nadal gegen Gilles Muller früh scheiterte und Novak Djokovic und Andy Murray angeschlagen waren und in den Viertelfinals ausschieden, ist nicht sein Fehler. Er konnte auch nichts dafür, dass Marin Cilic im Final kein gleichwertiger Gegner war und sich am linken Fuss behandeln lassen musste.

Video – Die besten Ballwechsel

Roger Federer gewinnt gegen Cilic in drei Sätzen. (Video: Tamedia/AP)

Mit seinem 19. Grand-Slam-Pokal zieht Federer noch einen grossen Schritt weiter weg in der wichtigsten Statistik seines Sports, der Anzahl der Grand-Slam-Titel. Nadal (15) und Djokovic (12) dürften ihn aller Wahrscheinlichkeit nicht mehr einholen. Er ist nun der älteste Wimbledon-Champion der Profiära, und dank seinem zweiten Majorpokal der Saison ist nun auch die Nummer 1 in der Weltrangliste wieder sehr nahe. Dort rückt er vom 5. auf den 3. Rang vor, doch aussagekräftiger ist im Kampf um die Spitze die Jahreswertung. Und in dieser ist er nun schon wieder bis auf 550 Punkte an Nadal herangerückt, den Dominator der Sandsaison (6545:7095). Und schon jetzt zeichnet sich ab, dass er auch beim letzten Grand-Slam-Turnier, am US Open im September, zum engsten Favoritenkreis gehören dürfte.

2017 – ein Federer-Jahr

Erstellt: 16.07.2017, 17:21 Uhr

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