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Langes Warten, kurzer Auftritt
Von Fabian Kern. Aktualisiert am 02.11.2011
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Warten kann nervenaufreibend sein. Das hat in den letzten Tagen Marco Chiudinelli am eigenen Leib erfahren. Seit dem verletzungsbedingten Forfait des Österreichers Jürgen Melzer am Montag war der Baselbieter auf Pikett. Jede weitere Absage würde den 205. der Weltranglisten ins Turnier bringen. Doch die Absage wollte und wollte nicht kommen. Nach einem Tag des «Herumhängens» hoffte Chiudinelli auf den Rückzug von Janko Tipsarevic. «Er hat viel gespielt in letzter Zeit, aber als er dann doch antrat, dachte ich, es sei vorbei», so der 30-Jährige. Als dann Tipsarevic nach kurzer Zeit verletzungsbedingt aufgab, war Chiudinelli noch enttäuschter. Doch er nimmt dem Serben die Entscheidung, anzutreten, nicht übel: «Er spielt um die Masters-Teilnahme, das ist für ihn eine einmalige Chance. In seiner Situation hätte ich vielleicht ebenso entschieden.»
Grosse Gegenwehr im zweiten Satz
Die späte Erlösung kam für Chiudinelli in Person von Andy Murray. Ausgerechnet der Schotte, für den Chiudinelli grosszügigerweise auf eine Wild Card verzichtet hatte, brachte den Jugendfreund von Roger Federer wieder ins Spiel – allerdings genau 80 Minuten vor Spielbeginn. «Das kam überraschend und war mental nicht einfach für mich», sagt Chiudinelli, der am Morgen viel länger trainiert hatte, als er das an einem Spieltag tun würde. So kam sein Gegner, der Holländer Robin Haase (ATP 40), ziemlich einfach zum Gewinn des ersten Satzes. Nach dem 2:6 aber fand Chiudinelli endlich zu seinem gewohnten Rendement. «Das war endlich das, was ich mir vorstelle», fasst Chiudinelli den zweiten Satz zusammen. Nach einem «Debakel» (Chiudinelli) in der Qualifikation und einem Aufwärmsatz reichte die Steigerung aber dennoch nicht, um einen dritten Durchgang zu erzwingen – 7:9 im Tiebreak. «Mir hat ein Killerschlag gefehlt», gesteht Chiudinelli, der nach seinem schnellen Ausscheiden doch noch ein versöhnliches Fazit zieht.
An Rückschlägen ist Chiudinelli immer wieder gewachsen und darauf gestärkt zurückgekommen. So hat er auch jetzt wieder ehrgeizige Pläne. Nachdem der die Saison mit einem Challenger-Turnier in Genf beschliesst, will der talentierte aber verletzungsanfällige Tennisprofi 2012 wieder angreifen. «Bis Wimbledon habe ich nur wenige Punkte zu verteidigen», so Chiudinelli, «dann möchte ich wieder in der Region um Rang 100 klassiert sein.» Aufgeben kommt für einen wie ihn nicht infrage. (baz.ch/Newsnet)
Erstellt: 02.11.2011, 19:37 Uhr

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