«Serena würde gegen jeden Top-300-Spieler verlieren»

Nach dem Skisport hat auch das Tennis wieder einmal eine Geschlechterdiskussion. Die grosse Frage: Wie weit würde es Serena Williams bei den Männern bringen?

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Gegen Serena Williams scheint auch am WTA-Masters in Istanbul kein Kraut gewachsen zu sein. Mit ihrem Zweisatzsieg über die Weltranglistenerste Viktoria Asarenka unterstrich die US-Amerikanerin ihre Sonderstellung auf der Frauentour. Das bringt natürlich die Frage mit sich, wo für Williams die Grenzen liegen. Ein Tennis-Blogger aus Spanien bemühte sich um eine Antwort und kam zum Schluss, dass das Männertennis für die 31-Jährige trotz ihrer starken Physis mindestens eine Nummer zu gross wäre.

Rafael Nadals Onkel und Trainer Toni Nadal stellt sich auf einen besonders klaren Standpunkt: «Serena würde gegen jeden Top-300-Spieler verlieren.» Er nennt dafür auch triftige Gründe: «Ihre Schläge tun den Frauen weh, aber ich glaube nicht, dass sie gegen einen Mann genügen würden. Ihre Kondition ist zudem nicht gut, und es fehlt ihr an Beweglichkeit.»

Auch von Frauenseite gibt es keinen Support für Williams

David Ferrer, die Nummer 5 des ATP-Rankings, stimmt Toni Nadal zu. Er sieht ebenfalls in der Beinarbeit das grösste Defizit der dominanten Spielerin im WTA-Circuit. «Für Serena wäre es sehr schwierig, gegen einen Top-100-Spieler zu gewinnen. Ganz einfach wegen der Schnelligkeit der Beine und wegen der Physis. Obwohl sie sehr fit ist, glaube ich, dass ein grosser Unterschied zu den Männern besteht.»

Anabel Medina Garrigues, die in der Frauen-Weltrangliste Platz 51 belegt, unterstreicht, dass die Einschätzungen von Toni Nadal und David Ferrer nichts mit Chauvinismus zu tun haben. Auch sie würde bei einem Duell mit einem Mann nicht auf Williams setzen. «Serena mag den anderen Frauen körperlich überlegen sein, wenn sie auf einen Mann träfe, wäre das anders», führt die Spanierin aus. «Für einen Mann ist Serenas Rhythmus wie meiner für sie.» Medina Garrigues verlor ihr einziges Duell mit Williams in diesem Sommer in Rom 1:6, 3:6.

Erinnerungen an die Battle of Sexes

Legendär ist im Tennis der Sieg von Billie Jean King gegen Bobby Riggs in der Battle of Sexes von 1973. Die Spitzenspielerin schlug den ehemaligen Major-Champion in Houston glatt mit 6:4, 6:3, 6:3. Riggs war zu diesem Zeitpunkt aber auch schon 55 Jahre alt und hatte damit 26 Lenze mehr auf dem Buckel als seine Gegnerin. Die 24 Jahre jüngere Margaret Court hatte er im gleichen Jahr 6:2, 6:1 geschlagen. (ak)

Erstellt: 26.10.2012, 14:14 Uhr

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