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«Wenn es schneit, wird es schwieriger»

Weder Wind noch Robin Söderling konnten Roger Federer am US Open am Einzug in den Halbfinal hindern. Der Aufschlag war bei schwierigen Bedingungen der Schlüssel zum Erfolg.

1/8 Konnte sich am Schluss freuen: Roger Federer.
Bild: Keystone

   

Durch das Arthur-Ashe-Stadium fegten auch am zehnten Tag starke, böige Winde und erschwerten eine kontrollierte Spielweise extrem. Die ESPN-Kommentatoren sprachen gar von den schlimmsten Verhältnissen seit dem legendären Viertelfinal 2004 zwischen Roger Federer und Andre Agassi. «Ich sehe dies als Herausforderung und eine Gelegenheit, anders zu spielen», erklärte Federer nach seinem Dreisatzsieg gegen Robin Söderling.

Der Schwede hatte mit dem Wind deutlich mehr zu kämpfen als Federer. «Er bewegt sich gut und kann richtig gut spielen im Wind», anerkannte Söderling nach dem Match. «Er schlug gut auf und traf die Linien, was nicht einfach war. Das machte er besser als ich und das war der grosse Unterschied», so die Nummer 5 der Welt. Sein hoher Ballwurf vor dem Aufschlag wurde im böigen Wind zum Handicap. Als Federer sich mit dem 13. Ass den zweiten Satz holte, stand bei Söderling in dieser Statistik noch immer eine Null. Am Ende lautete das Ass-Verhältnis 18:2.

Federer als Windflüsterer

«Ich habe mein ganzes Leben Aufschläge trainiert. Wenn ich im Wind keinen Aufschlag bringe, dann ist etwas falsch mit mir. Weckt mich um 2 Uhr morgens oder um 4 Uhr und ich bringe einen Service», sagte Federer. Unter den Augen zahlreicher Prominenter wie Wayne Gretzky, Gwen Stefani, Thierry Henry oder Donald Trump nutzte Federer die Schwächen des Gegners konsequent aus. So auch im zweiten Satz beim Stand von 2:2 und 40:0 für Söderling. Der Schwede verschlug einen scheinbar einfachen Smash und gab auch seinen Service in der Folge ab.

«Es war nicht einfach. Es war kalt und der Wind blies durch die Ohren und in die Augen», erklärte Federer danach gemütlich zurückgelehnt an der Medienkonferenz. «Ich bin diese Bedingungen gewohnt und kann sie zu meinen Gunsten drehen», sagte er weiter. «Ich habe schon alles erlebt: Hitze, Wind. Nur Schnee nicht, dann wird es schwieriger, aber das wird wohl nicht passieren», witzelte der Schweizer.

Im Halbfinal trifft Federer zum dritten Mal in Folge am US Open auf Novak Djokovic – zum vierten Mal insgesamt und den Final 2007 eingerechnet. «Mal schauen, was am Samstag passiert. Ohne Wind kann es ein ganz anderes Match werden», blickt er voraus. Sollte der Wind weiterhin anhalten, dürfte das die frühere Nummer 1 kaum stören. «Ich muss nur kleinere Anpassungen machen. Man darf die Linien nicht so sehr suchen», erklärte Federer.

Die küssenden Zwillinge vor dem Fernseher

Federer selber rechnet im Übrigen nicht mit einem Schweizer Final. In der oberen Tableau-Hälfte ist für ihn Rafael Nadal erster Finalanwärter. «Er ist die Nummer 1, er ist immer Favorit», so Federer. «Er spielt gegen Jungs, die noch nie in einem Grand-Slam-Final gestanden sind. Aber bis am Samstag spielt es keine Rolle, wie man dorthin gekommen ist. Dann kann der Halbfinal ein hartes Spiel werden und die Ausgangslage komplett verändern. Das ist das spezielle Format hier», sagt er.

Und wenn Federer nicht auf dem Court steht, dann geniesst er das Leben mit seinen Zwillingen. «Sie beginnen damit, mir Küsse zu geben», erzählte er im Interview auf dem Platz. «Es macht viel Spass. Sie lernen Tag für Tag neue Sachen hinzu. Sie laufen auch schon und rennen herum», berichtete er weiter. Und eine Journalistin fragte ihn, ob sie ihn schon «Daddy» nennen würden. «Heute werden lustige Worte gebraucht, aber wir versuchen schon ihnen das beizubringen. Sie sagen es aber vor allem vor dem Fernseher, wenn sie mich sehen. Ich hoffe aber nicht, dass sie jetzt geschaut haben. Um 22 Uhr sollten sie eigentlich im Bett sein», so der gutgelaunte Vater. (baz.ch/Newsnet)

Erstellt: 09.09.2010, 11:52 Uhr

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