Sport

Eishockey-Demonstration von Kanada gegen Russland

Aktualisiert am 25.02.2010

Die Gastgeber deklassierten Russland mit 7:3 und zogen souverän in den Halbfinal ein.

Doppeltorschütze: Anaheim-Stürmer Corey Perry traf gegen die Russen zweimal.

Doppeltorschütze: Anaheim-Stürmer Corey Perry traf gegen die Russen zweimal.
Bild: Keystone

Olympische Winterspiele Vancouver 2010

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Russland - Kanada 3:7 (1:4, 2:3, 0:0)

Canada Hockey Place. - 17'740 Zuschauer. - SR Larue/Vinnerborg (USA/Sd), Nelson/Novak (USA/Slk). - Tore: 3. Getzlaf (Boyle, Pronger) 0:1. 13. (12:09) Boyle (Heatley, Marleau/Ausschluss Woltschenkow) 0:2. 13. (12:55) Rick Nash (Toews, Mike Richards) 0:3. 15. Kalinin (Woltschenkow, Sergei Fedorow) 1:3. 19. Morrow (Boyle, Keith) 1:4. 24. (23:10) Perry (Getzlaf, Keith) 1:5. 25. (24:07) Shea Weber (Toews, Iginla) 1:6. 25. (24:46) Afinogenow (Kowaltschuk, Grebeschkow) 2:6. 30. Perry (Eric Staal, Getzlaf) 2:7. 32. Gontschar (Malkin) 3:7. - Strafen: Je 5 mal 2 Minuten.
Russland: Nabokow (25. Brisgalow); Tjutin, Gontschar; Kornejew, Grebeschkow; Nikulin, Andrej Markow; Woltschenkow, Kalinin; Semin, Malkin, Owetschkin; Afinogenow, Dazjuk, Kowaltschuk; Sinowiew, Morosow, Saripow; Radulow, Sergei Fedorow, Viktor Koslow.
Kanada: Luongo; Shea Weber, Scott Niedermayer; Keith, Doughty; Seabrook, Pronger; Boyle; Eric Staal, Sidney Crosby, Iginla; Marleau, Joe Thornton, Heatley; Mike Richards, Toews, Rick Nash; Morrow, Getzlaf, Perry; Patrice Bergeron.
Bemerkung: 13. (12:55) Timeout Russland.

Aufgrund der bisherigen Leistungen hatte man den zuletzt zweifachen Weltmeister Russland leicht favorisieren müssen. Das Team von Mike Babcock zeigte aber einmal mehr die Halbwertszeit von Prognosen auf: Die Kanadier brachen wie das «jüngste sportliche Gericht» über die tempomässig völlig überforderten Russen herein, suchten aus allen Lagen den direkten Abschluss und führten nach 13 Minuten durch Treffer von Ryan Getzlaf, Dan Boyle und Rick Nash schon 3:0.

Das anschliessende Timeout von Slawa Bykow brachte wenig bis gar nichts und nach 24 Minuten und einem Zwischenstand von 6:1 für die Kanadier stand der Ausgang der Partie praktisch fest. Da half es auch nicht, dass Bykow den schwachen Torhüter Jewgeni Nabokow durch Ilja Brisgalow ersetzte. Die restliche Spielzeit wurde zur Kür, respektive zum Albtraum. Letztmals hatte 1960 ein russisches Team bei Olympia gegen Kanada (5:8) verloren. Und erstmals seit 1956 werden die Russen nicht in den Top 4 platziert sein.

Owetschkin von den Fans verhöhnt

Bei Russland enttäuschte praktisch die ganze Equipe, die Superstars Alexander Owetschkin, Jewgeni Malkin und Ilja Kowaltschuk waren praktisch inexistent. Sie alle werden in vier Jahren in Sotschi den nächsten Anlauf nehmen. Schon früh im Schlussdrittel musste sich Owetschkin die höhnischen «Oooovieee»-Sprechchöre gefallen lassen.

Mit konsequentem Forechecking und Verhinderung der Angriffsauslösung hatte Babcock dafür sorgen lassen, dass die russischen Stars gar nie durchstarten konnten. Der kanadische Triumph wurde zu einer Eishockey-Demonstration, wobei nicht Superstar Sidney Crosby (ohne Skorerpunkte), sondern das Kollektiv auftrumpfte.

Mit dem deutlichen Sieg konnten die Gastgeber auch die Rückschläge gegen die Schweiz (3:2 erst im Penaltyschiessen) und die USA aus den Köpfen ihrer fanatischen Anhänger verbannen. (str/si)

Erstellt: 25.02.2010, 09:00 Uhr