Sport

Mit der perfekten Leistung zur Olympiapremiere

Von Monica Schneider, Vancouver. Aktualisiert am 26.02.2010

Mit einer traumhaften Leistung hat Kim Yu-Na Südkorea die erste Goldmedaille im Eiskunstlauf beschert. Sarah Meier blieb auf dem enttäuschenden 15. Rang.

Mit der perfekten Kür zu Gold: Kim Yu-Na.

Mit der perfekten Kür zu Gold: Kim Yu-Na.
Bild: Keystone

Südkoreas Superstar Yu-Na Kim liess in der Kür nie einen Zweifel aufkommen, wer am Ende des Abends im Pacific Coliseum von Vancouver Eiskunstlauf-Olympiasiegerin sein würde: Mit einem Totalskore von 228,56 Punkten überbot sie die eigene Bestleistung um 18 Punkte und distanzierte die Zweite, die Japanerin Mao Asada, um sage und schreibe 23 Punkte. Bronze gewann die Einheimische Joannie Rochette, Sarah Meier lief eine enttäuschende Kür, blieb 15. und verpasste ihr Ziel eines Diploms (8. Rang) ganz klar.

Yu-Na Kim, die seit 2006 in Toronto lebt und trainiert, beeindruckte mit ihrem Tempo, ihrer Sprungsicherheit, aber auch mit ihren harmonischen Bewegungen und dem künstlerischen Ausdruck. Die 19-Jährige ist mit 8 Millionen Franken jährlich bereits jetzt die bestverdienende Athletin ihres Landes, die Prämien ihrer Sponsoren Nike, Samsung, Hyundai, einer Bank und weiteren Partnern dürften dieses Grundsalär noch kräftig aufwerten. Die Weltmeisterin des letzten Jahres zeigte drei Kombinationen und insgesamt sechs Dreifachsprünge.

Die menschliche Seite der Spiele

Den in anderer Beziehung aber wohl eindrücklichsten Wettkampf absolvierte Joannie Rochette. Ihre Mutter war am vergangenen Sonntag in der Früh an akutem Herzversagen gestorben, kurz nachdem sie von Montreal angekommen war, um ihre Tochter in ihrem Wettkampf zu unterstützen. Rochette liess nie daran zweifeln, dass sie nicht antreten würde.

Bereits im Kurzprogramm legte sie eine sichere Basis für die Bronzemedaille, Gefühle und Tränen liess sie erst zu, als sie vom Eis lief. Nach der grösstenteils geglückten Kür schickte sie Kusshände gegen den Himmel. Schon vor den Spielen war eigentlich klar gewesen, dass die Südkoreanerin Kim und die Japanerin Asada die ersten beiden Ränge unter sich ausmachen würden, für Rochette resultierte also der bestmögliche Platz.

«Eines der schlechtesten Programme»

Einen äusserst enttäuschenden Abend erlebte die Bülacherin Sarah Meier, nach dem Kurzprogramm 15. und mit der Hoffnung, sich noch ein wenig vorarbeiten zu können. Bereits ihren zweiten Sprunge konnte sie allerdings nicht dreifach zeigen, «weil ich mich zu nahe an der Bande befand», sagte sie. Und nicht nur das: Meier bewegte sich zu spät zur Musik, «daran merkt man, dass ich die Kür in den letzten Tagen nicht durchlaufen konnte».

Ganz unerwartet kam dieser Rückschlag nicht, nachdem Meier sich über das letzte Wochenende eine Magen-Darm-Grippe eingefangen hatte. «Ich hatte von Anfang an das Gefühl, dass es kein guter Abend wird, dennoch habe ich gezeigt, was ich konnte.» Nach einem 13. Rang in Salt Lake City und dem 8. Platz in Turin 2006 ist sie nun auf den 15. Rang abgerutscht, «es war sicher eines der schlechtesten Programme der letzten Jahre». Meier wird ab kommendem Donnerstag bei Art on Ice in Zürich und Lausanne auftreten, dann an der WM in Turin starten und nochmals einen Monat Shows bestreiten. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 26.02.2010, 06:38 Uhr