Sport

Schweizer Bobteam im Verletzungspech

Aktualisiert am 20.02.2010

Nach dem Trainingssturz wird der Schweizer Pilot Beat Hefti wegen einer Hirnerschütterung das Zweierbob-Rennen am Wochenende nicht bestreiten können. Und das ist nicht der einzige Ausfall.

Verhängnisvoller Sturz: Helfer kümmern sich in Whistler um den verletzten Beat Hefti (Mitte).

Verhängnisvoller Sturz: Helfer kümmern sich in Whistler um den verletzten Beat Hefti (Mitte).
Bild: Keystone

Ebenfalls nicht an den Start geht Ersatzmann Daniel Schmid. Nachdem er bereits am Vortag einen Sturz verzeichnet hatte, stürzte Schmid im fünften von sechs Trainingsläufen schwer. Während Schmid nach ersten Erkenntnissen unverletzt blieb, musste Anschieber Jürg Egger medizinisch versorgt und ins Spital überführt werden. Über die Art der Verletzungen ist noch nichts bekannt.

Hefti hatte sich in der Nacht auf Donnerstag zum Auftakt der Testfahrten bei einem heftigen Sturz Prellungen am ganzen Körper und eine Gehirnerschütterung erlitten. Die Beschwerden, die diese Verletzungen nach sich zogen, liessen offenbar die Teilnahme an den Abschlusstrainings nicht zu. Dies ergab eine Beurteilung des Ärzte-Teams von Swiss Olympic.

«Ein Blackout bei diesen Geschwindigkeiten wäre fatal»

Zwei sturzfreie Testdurchgänge wären die Voraussetzung gewesen für die Startberechtigung im Zweier-Rennen, Hefti hingegen hat keinen gültigen Lauf vorzuweisen. Ob er auch den Einsatz im Vierer vom nächsten Wochenende abschreiben muss, in dem er als Anschieber bei Landsmann Ivo Rüegg antreten will, steht noch nicht fest.

«Ein Start in den Abschlusstrainings war total ausgeschlossen. Seine Werte lagen im negativen Sinn weit weit über dem zulässigen Grenzbereich», sagte Swiss-Olympic-Chefarzt Christian Schlegel über Beat Hefti. «In seiner Verfassung sollte man keinen Bob steuern. Es geht ja in dieser schwierigen Bahn auch um Probleme mit der Konzentrations- und Reaktionsfähigkeit. Es wäre fahrlässig gewesen, ihn starten zu lassen. Ein Blackout bei diesen Geschwindigkeiten wäre fatal. Schon die fitten Piloten stossen ja auf dieser Strecke bei der kleinsten Unsicherheit an ihre Grenzen. Womöglich hätte er am Schluss bleibende Schäden davongetragen.»

Schmid kam glimpflich davon, nicht aber sein Anschieber Jürg Egger, der eigentlich dem Team Hefti angehört. Egger musste in der Nähe der Ziellinie durch die Ambulanz versorgt werden. Er lag auf einer Bahre, zudem wurde ihm eine Atmungshilfe aufgesetzt. Gemäss dem Schweizer Olympia-Chefarzt Christian Schlegel erlitt er eine Verletzung an der Halswirbelsäule. Lähmungserscheinungen wurden keine festgestellt und eine grobe Kopfverletzung kann ausgeschlossen werden. Pilot Schmid hatte unmittelbar nach dem Schreckenserlebnis aufgewühlt gemeint: «Das ist ja Wahnsinn, dass mein Anschieber halbtot da unten liegt.» (fal/si)

Erstellt: 20.02.2010, 01:45 Uhr