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Training nach drei Stürzen abgebrochen - Kritik von Schmid
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Laut dem Schweizer Bob-Teamchef Markus Wasser erfolgte nach fünf Fahrten der Abbruch, weil gleich drei Schlitten Stürze zu verzeichnen hatten. Zu den Betroffenen gehörte auch der Lette Janis Minins, der Vierer-Europameister von 2008.
An einem Meeting der Team-Captains wurde entschieden, an der Bahn in Whistler weitere kleine Bearbeitungen vorzunehmen und die Testeinheit Stunden später nachzuholen. Ivo Rüegg, der einzige verbliebene Schweizer Steuermann für den Vierer, hatte seine Teilnahme an diesem zusätzlichen Training abgesagt.
«Das ist doch himmeltraurig»
Der Schweizer Bob-Steuermann Daniel Schmid hat nach den vielen Stürzen im Whistler Sliding Centre erneut Kritik geäussert. In verschiedenen Medien beschwerte er sich über den für ihn zuständigen Weltverband FIBT. Man werde als Athlet nach all den negativen Ereignissen gar nicht ernst genommen, meinte der Aargauer. Leider sei er der einzige, der den Mund aufmache. Von Seiten der FIBT sei ihm gesagt worden, die Bahn bei «Sotschi 2014» werde noch schlimmer. «Das ist doch himmeltraurig», kommentierte Schmid.
Nach zwei Stürzen im Zweier-Training hatte Schmid auf den Wettkampf verzichtet. Bei seinem zweiten Unfall musste sein Anschieber Jürg Egger mit einer Verletzung an der Halswirbelsäule in ein Spital eingeliefert werden. Unterdessen ist die Bahn etwas entschärft worden. Am meisten zu schaffen machen den Fahrerinnen und Fahrern die engen Kurven-Kombinationen im unteren Teil, welche bei hoher Geschwindigkeit zu meistern sind.
Liechtenstein gibt Forfait
Nach Daniel Schmid sagte auch der Liechtensteiner Steuermann Michael Klingler die Teilnahme am olympischen Vierer-Rennen ab. Der 27-Jährige aus Mauren hat sich vom Sturz im ersten Durchgang des Zweier-Wettkampfs noch nicht erholt. Sein Anschieber Thomas Dürr ist wohlauf.
Klingler leidet wie der ebenfalls gestürzte Beat Hefti, der im Vierer als Hintermann von Ivo Rüegg zum Einsatz kommt, unter den Folgen einer Gehirnerschütterung. Weitere Fahrten auf der schwierigen Bahn in Whistler sind aus medizinischer Sicht offenbar nicht vertretbar. Die Vierer-Anschieber Jürgen Berginz, Richard Wunder und Benedikt Lampert (Ersatz) gehen leer aus - ein Schicksal, das auch den Schweizer Kollegen Christian Aebli, Alex Baumann, Roman Handschin und Patrick Blöchliger (Ersatz) blüht.
Liechtenstein mit seinen 35'000 Einwohnern war an den Spielen von Vancouver erstmals wieder seit 1956 in einem olympischen Bobrennen vertreten. Damals in Cortina d'Ampezzo ging Moritz Heidegger für das Fürstentum als Steuermann an den Start. Nachdem dieser ein Jahr später im Eiskanal von St. Moritz tödlich verunglückt war, wurde der Bobsport in Liechtenstein für lange Zeit verboten. (si)
Erstellt: 23.02.2010, 09:43 Uhr
