Sport

20'000 Olympia-Tickets sind nicht mehr gültig

Von Sven Schoch (Si) , Cypress Mountain. Aktualisiert am 17.02.2010

Das miserable Wetter in Cypress Mountain hat für Tausende von Olympia-Fans unschöne Konsequenzen. Die Veranstalter der Freestyle-Wettbewerbe müssen die Stehplatzsektoren aus Sicherheitsgründen schliessen.

Enttäuschte Zuschauer: Wegen des schlechten Wetters wurden rund 20'000 Tickets ungültig.

Enttäuschte Zuschauer: Wegen des schlechten Wetters wurden rund 20'000 Tickets ungültig.
Bild: Reuters

Einzig im Stadion der Skiakrobaten sind vorerst keine Einschränkungen vorgesehen. Den Halfpipe-Final, eines der gross angekündigten Highlights der Winterspiele, werden nun noch knapp 4000 Fans live vor Ort verfolgen können. Das löste nicht nur im Schweizer Lager kritische Reaktionen aus.

1,72 Millonen Dollar Verlust

Von der Notmassnahme des veranstaltenden «VANOC» sind 20'000 Karteninhaber betroffen. Sie hätten fieberhaft nach anderen Lösungen gesucht, erklärte Caley Denton, einer der Ticketing- Verantwortlichen des OK. «Es war aber einfach nicht mehr möglich, die Sicherheit der Zuschauer zu gewährleisten.»

Wegen der heftigen Niederschläge am vergangenen Wochenende wurde der herbeigeschaffte Schnee teilweise weggeschwemmt. Neuschnee von anderen Gebieten kann nicht mehr eingeflogen werden. Das viel zu milde Wetter kommt die Organisatoren in Cypress teuer zu stehen: Die Rückvergütung für die verfallenen Tickets beläuft sich auf 1,72 Millionen Dollar.

Halfpipe-Coach Bruni: «Unwürdiger Rahmen»

Unter dem Entscheid, keine Stehplatzzuschauer zuzulassen, leidet die Atmosphäre bei den Wettbewerben im Boardercross, in der Halfpipe und beim Riesenslalom der Alpin-Boarder sowie im Skicross erheblich. «Es ist ein unwürdiger Rahmen», nannte Halfpipe-Coach Marco Bruni das Problem beim Namen.

«Wir meldeten schon vor einem Jahr nach der Hauptprobe unsere Bedenken an», erklärte Bruni. Die tiefe Lage - die Anlage in Cypress befindet sich knapp 1000 m über Meer und ist nur 30 km vom Pazifik entfernt - ist problematisch. «Die Trainingsbedingungen sind unbefriedigend», monierte er.

Es sei wohl so, dass am Ende wieder die Fahrer «die Kohlen aus dem Feuer holen müssen», sagte Bruni. Zumindest in klimatischer Hinsicht ist eine Stabilisierung der Lage in Sicht. Die Meteorologen rechnen in den nächsten Tagen mit schönem Wetter. Die Temperaturen werden die 5-Grad-Marke wohl nicht mehr übersteigen. (baz.ch/Newsnet)

Erstellt: 17.02.2010, 10:34 Uhr