Sport

Die adlige Gratulation für Dario Cologna

Aktualisiert am 16.02.2010

Geschlagene Norweger gratulieren dem überlegenen Schweizer und Didier Défago und Marco Büchel klopfen Sprüche.

Foppende Olympiasieger: Abfahrtssieger Didier Défago (rechts) zündete gegen Langlaufsieger Dario Cologna.

Foppende Olympiasieger: Abfahrtssieger Didier Défago (rechts) zündete gegen Langlaufsieger Dario Cologna.
Bild: Keystone

Die Norweger hatten im 15-km-Langlauf der Männer nichts zu lachen, ihr Bester klassierte sich im 28. Rang. Kronprinz Haakon fand im Whistler Olympic Park dennoch einen, dem er gratulieren konnte: Fredrik Aukland, der norwegische Trainer von Dario Cologna. «Dass mir einmal der Kronprinz zum Olympiasieg eines Schweizer Langläufers gratulieren würde, hätte ich mir nie erträumt», sagte der erst 31-jährige Aukland.

Marco Büchel freute sich mit Didier Défago über dessen Olympiasieg und war wie immer für einen flotten Spruch gut: «Nach seinen Siegen im letzten Winter in Wengen und Kitzbühel und dem Olympiagold fehlt ihm jetzt nur noch ein WM-Titel! Dann hat er die grössten Abfahrten gewonnen. Dazu hat er noch Zeit, er ist ja schliesslich erst 32 und sechs Jahre jünger als ich.»

Didier Défago sieht bei Dario Cologna noch Steigerungspotenzial. «Konditionell musst du noch etwas zulegen. Ich war nach meiner Fahrt im Ziel noch auf den Beinen, du nicht», meinte er im House of Switzerland in Whistler zu seinem Gold-Kollegen im Rahmen der Medaillenfeier.

Und nach dem Besuch der Abfahrer an der Schanze bei Simon Ammanns Goldsprüngen vom Samstag erwies der nunmehr dreifache Olympiasieger den Skifahrer am Montag die Reverenz. Die gegenseitigen Besuchen dürfen ruhig weitergehen.

Der Russe Albert Demtschenko war ins Schlittel-Rennen der Männer als Mitfavorit gestartet, am Ende verpasste er eine Medaille um lediglich drei Hundertstelsekunden. Der aktuelle Europameister und Olympia-Zweite von Turin ist bereits 38 Jahre alt, vom Rücktritt will er aber noch nichts wissen. Ihn locken die 2014 stattfindenden Heim-Winterspiele in Sotschi. Nach seinem 4. Rang in Whistler sagte er: «Hoffentlich werde ich in Sotschi mit meiner Tochter Viktoria an den Start gehen können.» Für «Oldie» Demtschenko wäre es die siebte Teilnahme an Olympischen Winterspielen - eine Marke, die bislang noch niemand erreicht hat.

Die kanadischen Eishockeyspieler kommen im olympischen Dorf kaum zur Ruhe. Ständig werden Sidney Crosby und Co. von anderen Athleten um Autogramme und Fotos gebeten. «Ich bin ein bisschen besorgt, dass meine Teamkollegen zu Stalkern werden», sagte die kanadische Curlerin Cheryl Bernard. Schlittler Jeff Christie malte sich das Aufeinandertreffen mit Crosby schon bildhaft aus: «Ich werde zu ihm hingehen und sagen: ‹Hey Mann, Du bist unglaublich.› Und er wird antworten: ‹Und wer bist Du?›»

Anschauungsunterricht der besonderen Art erhielt das US-Curling-Team. Die gesamte Mannschaft versammelte sich vor dem Fernseher, um zu erleben, wie Homer und Marge Simpson sich in einer Folge der beliebten Comic-Serie für die Olympischen Spiele qualifizieren. Bei einem Date platzt die gelbe Familie in eine Eishalle und gewinnt die US-Trials. In Vancouver holen Homer und Marge selbstverständlich Gold. «Es war grossartig», sagte Nationaltrainer Phill Drobnick: «Aber Homer muss noch etwas an seinem Gefühl für die Steine arbeiten.»

Für Jeremy Barrett und Amanda Evora war der Valentinstag alles andere als romantisch. Das US-Liebespaar trat im Eiskunstlauf im Paar-Wettbewerb an - jedoch gegeneinander. «Am Valentinstag gegen die Freundin antreten: Ich bin sicher, dass sie jetzt eine Einladung zum Abendessen erwartet», sagte Barrett. (si)

Erstellt: 16.02.2010, 13:48 Uhr