Sport

Dreifacher Ärger mit der Eismaschine

Von Jonas Racine. Aktualisiert am 16.02.2010

Als im Richmond Oval in Vancouver gleich drei Eismaschinen ausfielen, entstand unter den Eisschnellläufern grosser Unmut. Die Panne wirft ein schlechtes Licht auf die Organisatoren.

1/8 Handarbeit ist gefragt
Da hilft auch emsige Handarbeit wenig. Die Oberfläche des Eises lässt einen Start über 500 m vorerst nicht zu.
Bild: Keystone

   

Noch ist es nicht lange her, da mussten die Eishockeyaner in der Drittelspause mit anpacken, um das Eis aufzubereiten. Was in den 70er-Jahren normal war, wäre heute undenkbar. Ohne den Zamboni, wie die Eisaufbereitungsmaschine nach dem Erfinder Frank J. Zamboni auch genannt wird, ist an einen reibungslosen Wettkampf auf Eis nicht zu denken. Allerdings kommen in Vancouver nicht eigentliche Zambonis, sondern Maschinen der Marke Olympia zum Einsatz.

Verständlich, dass das Entsetzen in der Nacht auf heute gross war, als eine Eismaschine nach dem anderen aufgrund elektronischer Probleme den Geist aufgab. Insgesamt dreimal wurde das defekte Gerät ersetzt, ohne zählbaren Erfolg. TV-Kameras zeigten, wie die Unterlage nach der Zamboni-Behandlung rau und von Wellen durchzogen war. Verspätungen waren das Resultat, mit dem die Athleten unterschiedlich umgingen. Einige zogen sich auf die Warm-up-Bahn zurück, andere, wie Kanadas Eislaufhoffnung Jeremy Wotherspoon, zerbrachen ob den veränderten Umständen.

Holländischer Ärger

Seine Nerven kapitulierten erneut vor dem olympischen Druck. Folge davon war, dass Wotherspoon in seiner Paradedisziplin über 500 m statt Gold nur den enttäuschenden neunten Platz holte. Konkurrenten wie der Amerikaner Nick Pearson, versuchten es mit Humor zu nehmen: «Drei Zambonis? Das muss ein Weltrekord sein.»

Nicht zum Scherzen aufgelegt war Arie Koops, der Direktor des holländisch Eislauf-Bundes. Er sprach von einer «Schande» und tadelte die Organisatoren, die «auf dieses Unglück offenbar nicht vorbereitet waren. Denn man muss davon ausgehen, dass eine Maschine kaputt gehen kann». Zudem sprach er den Athleten sein Bedauern aus, «die vier Jahre auf dieses Turnier hingearbeitet haben und nun unter solchen Umständen antreten müssen». (baz.ch/Newsnet)

Erstellt: 16.02.2010, 12:07 Uhr