Sport

Maurer findet Österreicher peinlich

Aktualisiert am 19.02.2010

Der Sportminister äussert sich zum Nervenkrieg zwischen den Österreichern und Simon Ammann, und der Trinker aus dem Swiss House muss nach Hause.

Der Sportminister und die Sportlerin: Bundesrat Ueli Maurer und die Snowboardcrosserin Olivia Nobs.

Der Sportminister und die Sportlerin: Bundesrat Ueli Maurer und die Snowboardcrosserin Olivia Nobs.
Bild: Keystone

Bundesrat Ueli Maurer findet die Diskussionen um die angeblich irreguläre Bindung von Olympiasieger Simon Ammann nur peinlich. «Wenn man verliert, dann verliert man», sagte Maurer gegenüber der «Tagesschau». Verlierer suchten immer Gründe für ihr Scheitern. «Sieg und Niederlage gehören zum Sport. Ich hoffe, die Österreicher besinnen sich am Samstag wieder auf ein besseres Springen.»

Peinlich fand Swiss-Ski-Präsident Urs Lehmann den trinkenden Athleten, der er in einem Interview mit der «Berner Zeitung» an den Pranger stellte, ohne allerdings Namen zu nennen. Natürlich ist mittlerweile ausgekommen, um wen es sich dabei gehandelt hat. Der Glarner Abfahrer Patrick Küng, der an den Spielen nur im Training zum Einsatz gekommen war, hatte das doppelte Gold von Dario Cologna und Didier Défago nicht nur mit Mineralwasser gefeiert. Er muss nun nach Hause reisen, aber primär, weil er keine Einsätze mehr hat.

Im Skeleton erschienen in der Startliste des Männer-Rennens die Namen Michael Douglas und John Daly. Bei den beiden handelte es sich aber nicht um den bekannten Hollywood-Schauspieler und das Golf-Genie, sondern tatsächlich um zwei Eiskanal-Artisten. Der Kanadier Douglas (38) arbeitet als Röntgenassistent, der in seiner Freizeit Startnummern und Bierkrüge sammelt. Der Amerikaner Daly (24) ist ein ehemaliger BMX-Fahrer und Zehnkämpfer.

Bronzemedaillen-Gewinner bei Olympischen Spielen sind gemäss der amerikanischen Psychologin und Uni-Professorin Victoria Medvec meistens zufriedener als zweitplatzierte Athleten. Bronze-Gewinner denken häufiger, dass sie wenigstens eine Medaille gewonnen haben und das erzeugt Zufriedenheit. Athleten auf Platz 2 dagegen trauern oft vergebenen Chancen auf Gold nach und beeinträchtigen damit die eigene Freude.

Die drei Olympiasiege von Lindsey Vonn (Ski alpin), Shaun White (Halfpipe) und Shani Davis (Eisschnelllauf) waren in den USA ein Strassenfeger. 30,1 Millionen Zuschauer schalteten am Mittwoch Olympia ein und liefen damit dem sonstigen Quoten-Leader American Idol - in der Schweiz ist das Format als «Music Star» bekannt - deutlich den Rang ab. Nur 18,4 Millionen verfolgten die beliebte Casting-Show.

Der amerikanische Präsident Barack Obama befindet sich angesichts der Erfolge der amerikanischen Athleten in Vancouver im Olympia-Fieber. «Ich checke jede halbe Stunde meinen Blackberry, um nichts zu verpassen», gab Obama zu. Die USA führen den Medaillen-Spiegel nach sechs Wettkampf-Tagen (6 Gold/5 Silber/7 Bronze) vor Deutschland (4/4/3) an.

Bei den Eisschnelllauf-Wettbewerben in Richmond streikten bisher nicht nur die Eismaschinen, sondern auch die elektronischen Startpistolen. Beim Training am Donnerstag wollten die Organisatoren deshalb auf Nummer sicher gehen und testeten vor dem 1000-m-Rennen der Frauen die Startpistolen gründlich. Sehr zum Unmut der Athleten und Journalisten, die sich über eine Stunde lang einen nervtötenden Schuss nach dem anderen anhören mussten. (son/si)

Erstellt: 19.02.2010, 14:14 Uhr