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«Ich war wie in einem Gefängnis»
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WM-Forfait
Stéphane Lambiel wird nicht an der WM in Turin (23. bis 28. März) teilnehmen.
Lambiel verzichtet auf die WM Dieser Entscheid hat allerdings nichts mit der Enttäuschung nach der knapp verpassten Olympia-Medaille zu, sondern stand für ihn schon vor Vancouver fest. «Mein Ziel waren die Olympischen Spiele, dafür habe ich gearbeitet», sagte der Weltmeister von 2005 und 2006.
Ob er seine Karriere fortsetzen wird, liess der 24-jährige Unterwalliser offen. «Das weiss ich noch nicht». Er habe nun Zeit, um sich Gedanken darüber zu machen. Von was ist es abhängig? «Ob ich neue Ziele finde. Wenn ich kein Ziel mehr habe, dann macht es keinen Sinn weiterzulaufen.»
Stéphane Lambiel, würden Sie nach dem 4. Platz im Nachhinein etwas anders machen?
Ich hätte den Spirit geändert. Ich bin mit dem Gedanken aufs Eis gegangen, dass ich keinen Fehler machen darf. Stattdessen hätte ich aufs Eis gehen sollen und zu mir sagen: ‹Ich habe nichts zu verlieren›. Ich war wie in einem Gefängnis.
Was ist für Sie enttäuschender, dass sie Bronze knapp verpasst haben oder dass Sie nicht die gewollte Leistung zeigen konnten?
Dass ich die Leistung nicht bringen konnte.
Sind es für Sie die Olympischen Spiele der Extreme? Einerseits waren Sie bei der Eröffnungsfeier Fahnenträger, andererseits ist es Ihnen im Wettkampf alles anderer als wunschgemäss gelaufen.
Olympische Spiele sind immer extrem. Sie sind immer mit Emotionen und Stress verbunden. Es ist nicht einfach. Es war eine sehr schöne und spannende Geschichte, leider ohne Happy End. Ich habe für eine Goldmedaille gekämpft, leider ohne Erfolg. Ich kann es nicht mehr ändern.
Im Vorfeld hatten Sie von den Unterschieden zwischen den Olympischen Spielen 2006 und 2010 erzählt. Wie war es nun auf dem Eis?
Dieser Wettkampf war komisch. Das Niveau war hoch, aber gleichzeitig herrschte eine komische Atmosphäre. Die einen sagten, man müsse einen Vierfach-Sprung stehen. Andere sagten, nein, man müsse sich mehr auf das Artistische konzentrieren. Man muss einfach denken, dass der Beste gewinnt. Punkt. Schluss. Man muss das akzeptieren.
Jewgeni Pluschenko hat Olympiasieger Evan Lysacek kritisiert, weil er keinen Vierfachen springt. Was sagen Sie dazu?
Für ihn ist es schwierig, die Niederlage zu akzeptieren. Für mich auch. Er braucht nun Zeit. Aber er bleibt ein grosser Champion. Er hat gut gekämpft.
Was machen Sie nun noch in Vancouver?
Ich muss die Gala vorbereiten. Am Samstag gehe ich Skispringen schauen. Hoffentlich holen wir eine Medaille. Das wäre schön. Vielleicht gehe ich noch einen Tag Ski fahren.
(baz.ch/Newsnet)
Erstellt: 20.02.2010, 00:31 Uhr
