Sport
Wenn der Traum früh platzt
Olympische Winterspiele Vancouver 2010
- Olympia kostete 600 Millionen
- So kämpft sich der gestürzte Bobfahrer ins Leben zurück
- Entschädigung für Angehörige von Kumaritaschwili
Stichworte
Nach Monaten der Konstanz im Weltcup träumte die einzige Schweizer Vertreterin nicht ohne Grund vom grossen Coup. Aber noch ehe das Rennen im «Schlechtwetter-Resort» Cypress richtig begonnen hatte, verflüchtigten sich ihre Gold-Ambitionen im strömenden Regen.
Auf halber Strecke im ersten Zeitlauf unterlief Mägert-Kohli ohne jegliche Not ein gravierender Fahrfehler, der einer Fahrerin ihres Kalibers üblicherweise nicht passiert. In der Folge kollidierte sie mit der Torflagge und musste die Passage wiederholen, um einer Disqualifikation zu entgehen.
«Es ist kaum zu fassen»
Das so eingehandelte Handicap belief sich auf über 28 Sekunden - der Schaden war irreparabel, der Frust über das eigene Versagen grenzenlos: «Ich kann es mir nicht erklären. So etwas ist mir seit bald fünf Jahren nicht mehr passiert. Es ist kaum zu fassen.»
Ausflüchte suchte die Slalom-Weltmeisterin keine. Das spricht für sie, ist aber selbstredend nur ein schwacher Trost. Weder die ellenlange Vorbereitung - die Alpinen stehen am Ende des Programms in Cypress - noch die katastrophalen Bedingungen führte Mägert-Kohli zur Begründung ins Feld. «Man braucht nirgendwo sonst Fehler zu suchen. Es ist ist hier und heute passiert», mochte die niedergeschlagene Bernerin in ihrer schonungslosen Analyse gar nicht erst ins Reich der Beschönigungen abdriften. Sie allein sei für das Ergebnis verantwortlich. «Niemand sonst!»
Der Grat ist im Schneesport oftmals schmal. Vor etwas mehr als einem Monat carvte sie in Telluride souverän an die Spitze der FIS-Rangliste. Nun stürzte sie als 28. der Qualifikation komplett ab. Ob sie ihre Laufbahn im Sommer verlängern wird, liess die 27-Jährige offen. (fal/si)
Erstellt: 26.02.2010, 21:20 Uhr
