Sport

Cuche äussert sich zu seiner Zukunft

Von Martin Born, Whistler. Aktualisiert am 25.02.2010

Die Olympischen Spiele in Vancouver waren für Didier Cuche ebenso eine Enttäuschung wie jene in Turin und Salt Lake City. Didier Cuche in Sotschi? «Nicht bei den Alpinen.»

Banger Blick in die Zukunft: Bis zur WM 2011 in Garmisch-Partenkirchen will Didier Cuche noch weiterfahren.

Banger Blick in die Zukunft: Bis zur WM 2011 in Garmisch-Partenkirchen will Didier Cuche noch weiterfahren.
Bild: Keystone

Vor drei Wochen drehte sich bei Didier Cuche alles um den «Daumen der Nation». Verhindert der gebrochene Finger den Olympiastart? Und wenn nicht: Wie sehr wird der Sieger von Kitzbühel durch diese Verletzung behindert sein?

Olympia für Cuche ist vorbei, und der Daumen wird im Pressegespräch im Schweizer Haus von Whistler nicht einmal mehr erwähnt. Obwohl Cuche damit sein Scheitern erklären könnte.

«Es ist schon andern Favoriten passiert, dass sie ohne Medaille heimreisten», sagt Cuche, wobei ihm das Wort Favorit irgendwie auf dem Magen liegt. Er sei in der Abfahrt nicht der einzige Favorit gewesen - doch dazu habe man ihn gemacht, als man von zwei Trainingsbestzeiten geschrieben habe, obwohl er in der zweiten Fahrt ein Tor ausgelassen habe.

Was macht Cuche in Sotschi?

Natürlich sei die Enttäuschung nach der Abfahrt riesig gewesen, doch er habe gewusst, weshalb er keine Medaille geholt habe: «Diese eine Kurve, bei der ich zu fest zumachte und mein Tempo getötet habe.» Im Super-G habe vieles nicht zusammengepasst, und den Riesenslalom habe er schon vor dem Start verloren. Der Sturz beim Einfahren habe zu einer Blockade im Nacken geführt, und die Zeit, sich richtig aufs Rennen einzustellen, sei zu knapp gewesen. «Ich war nicht bereit, um mehr zu riskieren, meine Olympiade war nach dem ersten Lauf vorbei», sagt er.

Die Silbermedaille, die er vor zwölf Jahren in Nagano gewann, wird die einzige olympische seiner Karriere bleiben. «In Sotschi sieht man mich sicher nicht mehr am Start», sagt er, «wenigstens bei den Alpinen.» Ein Nachsatz, der Fragen offenlässt. Im Bob? «Da habe ich schon mit einigen Fahrern gesprochen, aber nur im Scherz.» Im Curling? «Ich wäre ein guter Wischer...» Oder im Skicross? «Das gleicht der Abfahrt, und man geht auch grosse Risiken ein», sagt er, «und das Beispiel von Daron Rahlves hat gezeigt, dass es auch ein grosser Abfahrer nicht leicht hat, sich durchzusetzen. Gut, er war bis kurz vor den Spielen noch verletzt, aber trotzdem.»

Für Cuche ist nur die nächste Zukunft klar. «Ich möchte den Abfahrts-Weltcup gewinnen», sagt er. Und danach: «Bis zur WM in Garmisch fahre ich weiter, dann wird man sehen.» (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 25.02.2010, 08:06 Uhr