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«Es musste einmal kommen»

Von Florian A. Lehmann. Aktualisiert am 16.02.2010

Didier Défago hat nach seinem Triumph in der Olympia-Abfahrt von Whistler erstaunlich gelassen reagiert: «Den Erfolg so richtig realisieren, werde ich erst in ein paar Tagen.»

1/18 Der verdiente Lohn
Didier Défago wurde als dritter Schweizer nach Bernhard Russi (1972) und Pirmin Zurbriggen (1988) Abfahrts-Olympiasieger.
Bild: Reuters

   

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Olympia-Abfahrt, Whistler

Männer, Schlussklassement:
1. Didier Défago (Sz) 1:54,31.
2. Aksel Lund Svindal (No) 0,07 zurück.
3. Bode Miller (USA) 0,09.
4. Mario Scheiber (Ö) 0,21. 5. Erik Guay (Ka) 0,33. 6. Didier Cuche (Sz) 0,36. 7. David Poisson (Fr) 0,51. 8. Marco Büchel (Lie) 0,53. 9. Klaus Kröll (Ö) 0,56. 10. Michael Walchhofer (Ö) 0,57. 11. Carlo Janka (Sz) 0,71. 12. Werner Heel (It) und Hans Olsson (Sd) 0,88. 14. Rok Perko (Sln) 0,95. 15. Peter Fill (It) 0,98.

16. Adrien Theaux (Fr) 1,09. 17. Manuel Osborne-Paradis (Ka) 1,13. 18. Ivica Kostelic (Kro) 1,18. 19. Christof Innerhofer (It) 1,27. 20. Steven Nyman (USA) 1,40. 21. Andrew Weibrecht (USA) 1,43. 22. Hans Grugger (Ö) 1,50. 23. Ambrosi Hoffmann (Sz) 1,73. 24. Stephan Keppler (De) 1,80. 25. Jan Hudec (Ka) 1,88. 26. Guillermo Fayed (Fr) 1,89. 27. Johan Clarey (Fr) 1,98. 28. Andrej Jerman (Sln) 2,04. 29. Patrik Järbyn (Sd) 2,27. 30. Ondrej Bank (Tsch) 2,35. - 64 Fahrer gestartet, 60 klassiert; ausgeschieden: u.a. Andrej Sporn (Sln), Robbie Dixon (Ka).

Technische Daten: Piste Dave Murray, 3105 m Länge, 853 m HD, 41 Tore, Kurssetzer Helmut Schmalzl (FIS/It).

Nicht der Didier aus dem Kanton Neuenburg, sondern der Didier aus dem Kanton Wallis hat die spannende Männer-Abfahrt in Whistler gewonnen. Letztlich war Défago nur um wenige Hundertstelsekunden schneller als Aksel Svindal (Nor, Silber) und Bode Miller (USA, Bronze), während Didier Cuche zugab, bei einer Stelle einen folgenschweren Fehler begangen zu haben. «Aber ich bekomme eine weitere Chance im Super-G», meinte der Neuenburger, der nach seinem sechsten Rang doch sehr enttäuscht war. Auch die beiden Bündner Carlo Janka (11.) und Ambrosi Hoffmann (21.) waren mit ihren Leistungen nicht zufrieden.

Défago feiert auf kanadischem Boden seinen bisher grössten Erfolg. Weder an Winterspielen noch Weltmeisterschaften konnte der Walliser bis heuer eine Medaille holen. Dass es ihm heute zur goldenen Auszeichnung gereicht hat, war für den Abfahrts-Champion doch eine Überraschung. «Dass es gleich Gold wird, daran hätte ich nicht gedacht.»

Ein simples, aber bewährtes Rezept

Doch er sagte auch: «Es musste einmal kommen, das mit der Medaille.» Denn der Walliser erinnerte daran, dass er im Januar 200 zuerst am Lauberhorn, dann in Kitzbühel gewonnen habe, an der WM in Val d'Isère allerdings leer ausgegangen sei. Sein Rezept lautete damals: «Weiter arbeiten, nach vorne schauen.»

Das einfache Rezept hat sich nun ausgezahlt. «Die Piste hat sich gegenüber dem Training verändert: Sie ist härter, unruhiger geworden. Das sind Bedingungen, die mir liegen. Ich bin am Morgen bei der Besichtigungen überzeugt gewesen, dass in diesem Rennen etwas drin liegt», meinte der Walliser. Das zeigt, dass er nicht als Überraschungssieger in die Geschichte eingehen wird. Défago konnte heute für einmal alles in den Wettkampf umsetzen.

Défago fuhr also ein perfektes Rennen, am Ende wurde seine Zeit von niemandem mehr unterboten. «Dieser Tag fängt ja gut an», bemerkte der erst dritte Abfahrts-Olympiasieger aus der Schweiz nach Pirmin Zurbriggen (1988 in Calgary) und Bernhard Russi (1972, Sapporo) schmunzelnd. Défago: «Es ist einer der schönsten Momente in meinem Leben. Aber ich werde erst in ein paar Tagen realisieren, was heute passiert ist.»

Der Support des Olympiasiegers

Am Samstag hatte das Schweizer Skiteam Simon Ammann auf dem Weg zum Olympiasieg unterstützt, nun folgte die Revanche. Mit aufgesetzter Sonnenbrille, seinem neuen Markenzeichen, jubelte Ammann unter den Zuschauern über die zweite Schweizer Goldmedaille. «Simi» macht nicht nur auf der Sprungschanze eine ausgezeichnete Figur, sondern überzeugte auch als Fan und Vorsänger auf der Tribüne.

(baz.ch/Newsnet)

Erstellt: 16.02.2010, 08:09 Uhr