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«Selbst ich dachte nun, dass es reichen könnte»
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In der Abfahrt und im Super-G hatte die 25-jährige Schwyzerin zu den Favoritinnen gezählt, doch ausgerechnet im Riesenslalom war sie ihrer ersten Medaille so nah wie nie zuvor. Sie erlebte ein Auf und Ab, das brutal an die Nerven ging: «Vor dem heutigen zweiten Lauf rechnete ich mir aus, dass es ein gutes Resultat werden könnte. Ich hatte ja als Elfte nur 85 Hundertstel Rückstand, das ist nicht viel. Und ich wusste, dass auch der Norweger Kjetil Jansrud bei den Männern von Platz 11 aus noch zu einer Medaille gefahren ist. Das es allerdings in Sachen Podest noch so knapp werden würde, hätte ich nicht geglaubt.»
Fabienne Suter zeigte einen starken zweiten Lauf: «Einzig den Übergang in den Zielraum fuhr ich nicht optimal.» Sie setzte sich auf Platz 1 der Zwischenrangliste, ehe Viktoria Rebensburg und ihre Stöckli-Markenkollegin Tina Maze ihre Zeit unterboten. Ausstehend war nur noch Elisabeth Görgl, die aber bei der Zwischenzeit leicht zurücklag. «Tina sagte schon zu mir: Hey cool, wir holen beide eine Medaille. Und ich stand schon unter dem Bogen im Zielgelände, wo ich mich als allfällige Medaillengewinnerin bereit halten musste. Selbst ich dachte nun, dass es reichen könnte.»
4. im Riesenslalom, 5. in der Abfahrt, 6. in der Super-Kombination
Umso härter traf es sie dann, als sie von Elisabeth Görgl noch vom Podium gestossen wurde. «Das war ein ganz bitterer Moment.» Fabienne Suter hatte zwar ihr bisher bestes Weltcup-Ergebnis im Riesenslalom, den 5. Platz in Are vom vergangenen März, um einen Rang verbessert, «aber», so war ihr klar, «das zählt halt an Olympischen Spielen nichts.» Vierte im Riesenslalom, Fünfte in der Abfahrt, Sechste in der Super-Kombination - viel undankbarer hätte ihre Bilanz tatsächlich nicht ausfallen können.
Auch Cheftrainer Hugues Ansermoz hatte mit seiner Fabienne mitgelitten: «Görgl war nervös und den oberen Teil wirklich schlecht gefahren. Die anderen Trainer wollten mir schon gratulieren. Für Fabienne war dies besonders schade. Sie hat so viel Potenzial, und zwar in vier Disziplinen. Sie bräuchte nur einmal ein Podest an einem Grossanlass, das würde wohl viel auslösen.»
Schweizer Frauen gehen leer aus
Ansermoz' Frauen werden ohne Olympia-Medaille bleiben. Dass es nicht so einfach werden würde, war aber schon vor Vancouver klar. Zu viele seiner Athletinnen (Lara Gut, Fränzi Aufdenblatten, Martina Schild, Sandra Gini) sind verletzt ausgefallen. «Wenn alle verfügbar sind, können wie als Nation um Platz 1 kämpfen, aber mit einer halben Mannschaft wird es schwierig, das wussten wir», sagt der Romand.
Erstellt: 26.02.2010, 01:33 Uhr
