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«Da fühlt man sich wie der grösste Held»

Von Florian A. Lehmann. Aktualisiert am 13.02.2010

Olympiachampion Simon Ammann präsentierte sich nach seinem grossen Triumph in Whistler für einmal nicht so cool und wurde von den Emotionen getragen. Doch das nimmt ihm keiner übel.

1/19 Sonnenbrille nach langer nacht
Simon Ammann zeigt sich mit Sonnenbrille und seiner dritten Olympia-Goldmedaille.
Bild: Keystone

   

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Portrait Simon Ammann

Simon Ammann. - 25. Juni 1981. - Wohnort: Schindellegi SZ. - 172 cm/60 kg. - Beruf: Maturand. - Hobbys: Musik hören. - Sprachen: Deutsch, Englisch, Französisch. - Persönliche Webseite: www.simonammann.ch. - Wichtigste Erfolge: Dreifacher Olympiasieger (zweimal 2002, einmal 2010), Weltmeister Grossschanze 2007, WM- Zweiter 2007 Normalschanze, WM-Dritter 2009 Normalschanze, zwölf Weltcup-Siege, 35 weitere Weltcup-Podestplätze.

Zur Erinnerung: Die dritte Goldmedaille nach seinem Gold-Rush vor acht Jahren in Salt Lake City macht Ammann zum zweiterfolgreichsten Schweizer Wintersportler an den Olympischen Spielen. Er reiht sich hinter Vreni Schneider ein, die dreimal Gold und je eine silberne und bronzene Medaille gewann. Ammann flog an Bobfahrer Gustav Weder vorbei, der zweimal Gold und je Silber und Bronze nach Hause brachte. Der Harry Potter von Salt Lake City, damals noch ein Leichtgewicht, gewann nun als austrainierter Athlet die 299. Medaille für die Schweiz an Sommer- und Winterspielen. Es ist die 84. in goldener Farbe.

Im Interview mit SF-Reporter Sascha Ruefer hatte der routinierte Ahtlet doch Mühe, seine Gedanken zu ordnen – was auch verständlich ist. Er habe den Olympiasieg im Vorfeld schon im Kopf gehabt, «aber das zu realisieren, ist noch ein anderes Paar Schuhe.» Dass er mit dem Druck des Favoriten und des Führenden nach dem ersten Durchgang derart problemlos umgehen konnte, erklärte er mit seiner Erfahrung an Olympia in Salt Lake City. «Mit dieser Situation musste ich schon vor acht Jahren fertig werden. Das hat mir heute geholfen.»

Der perfekte Wettkampf

Seine Landungen seien im Training nicht immer perfekt gewesen. «Aber heute hatte ich die notwendige Energie, die es für einen guten Wettkampf einfach braucht. Doch es war nicht so einfach, diese zu sammeln.»

Ammann kämpfte mit den (Freuden-)Tränen. Der sonst so coole Bauernsohn wies wiederholt darauf hin, dass «ich das alles gar noch nicht richtig realisiert habe. Dass ich mich aber nochmals voll auf diesen Wettkampf fokussieren konnte, darauf bin ich stolz. Ich kann mit meinen Sprüngen zufrieden sein wie nie zuvor. Da fühlt man sich wie der grösste Held.»

Dann sagte er, fast erleichtert: «Zum Glück muss ich jetzt zur Dopingkontrolle. Ich brauche diesen Moment der Ruhe. Sonst gehen mir die Beine weg.»

Aber das dritte Olympia-Gold, das bleibt. Und zwar für immer. Das ist voll geil, Simon Ammann.

(baz.ch/Newsnet)

Erstellt: 13.02.2010, 23:04 Uhr