Sport
Lindsey Vonns letzter Schritt ins Rampenlicht der USA
Erleichterung: Lindsey Vonn vergiesst im Interview mit SF Freudentränen.
Jubel: Vonn feiert ihren Sieg im Ziel. (Bild: Keystone)
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In Randsportarten, und Ski alpin gilt in den USA als eine wenig wahrgenommene Sparte, brauchen US-Sportler Erfolge an Olympischen Spielen, um wirklich auf sich aufmerksam zu machen. Genau dies blieb bisher den amerikanischen Frauen in der Abfahrt versagt. Den WM-Titel holten vor Lindsey Vonn auch Picabo Street (1996) und Hilary Lindh (1997), doch bei Olympia mussten sich beide mit je einer Silbermedaille begnügen. Lindsey Vonn aber holte nun Verpasstes nach, indem sie als erste Amerikanerin Downhill- Olympiasiegerin wurde.
«Es ist grossartig, jetzt habe ich das erreicht, was ich immer erreichen wollte», verkündete Lindsey Vonn freudestrahlend. Schon vor vier Jahren war Lindsey Vonn als Favoritin zu den Olympischen Spielen in Turin angereist. Damals aber tat sie im Training einen schweren Sturz. Mit dem Helikopter musste sie ins Spital gebracht werden. Bereits damals zeigte sie aber die ihr eigene Härte. Trotz schmerzhafter Prellungen trat sie in Super-G und Abfahrt an, immerhin resultierten die Ränge 8 und 7. Diesmal drohte sich die Sache zu wiederholen. Eine Woche vor Olympia-Beginn zog sie sich eine Schienbeinverletzung zu. Doch diese Blessur hinderte sie diesmal nicht am grossen Triumph, der ihr mit Sicherheit noch einiges eintragen wird. Bereits jetzt macht sie für Schönheitsprodukte Werbung, noch lukrativere Angebote werden warten.
Markenwechsel mit Folgen für Riesch
Wenn Lindsey Vonn im Gegensatz zum letzten Winter auch noch die Feierlichkeiten nach ihrem Sieg fehlerfrei meistert, könnte es tatächlich so weit kommen, wie es auf den Mützen ihrer Fans angedeutet wird: Vonn-couver steht dort geschrieben. Letztes Jahr in Val d'Isère verletzte sie sich an einer zersplitterten Champagner-Flasche, diesen Fehler begeht sie wohl kein zweites Mal.
Lindsey Vonn hat schon den ganzen Winter über den Abfahrtsrennsport der Frauen dominiert. Einzig im letzten Rennen vor Olympia hatte sie sich schlagen lassen müssen, von ihrer langjährigen deutschen Freundin Maria Riesch. Im Sommer war diese Freundschaft allerdings einer kleineren Belastungsprobe ausgesetzt. Lindsey Vonn wechselte zu Head, der Skimarke von Maria Riesch, nachdem ihr bisheriger Ausrüster Rossignol aus wirtschaftlichen Gründen die Fix-Gehälter seiner Athleten gekürzt hatte. Lindsey Vonn belastete das Budget bei Head aber so sehr, dass Maria Riesch für ihren Servicemann selber aufkommen musste.
«Ich danke allen, die mir geholfen haben, meinen Traum möglich zu machen», sagte Lindsey Vonn nach ihrem Sieg. Im Dank mit eingeschlossen war auch ihr Servicemann, der einst die Ski von Patrick Ortlieb, dem Olympiasieger von 1992, präparierte. Der Vorarlberger Heinz Hämmerle, ehedem auch für Bode Miller tätig, bringt die Männer-Modelle in Schuss, mit denen sich Lindsey Vonn auf die Frauen-Strecken traut und mit denen sie eine Klasse für sich darstellt. Nur einen erwähnte sie nie: ihren Vater, mit dem ihr Verhältnis total zerrüttet ist und mit dem sie jeglichen Kontakt abgebrochen hat. (baz.ch/Newsnet)
Erstellt: 18.02.2010, 01:51 Uhr
