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Dem Arzt-Geheimnis von Armstrong auf der Spur

Von Sascha Rhyner. Aktualisiert am 16.09.2010 5 Kommentare

Ein Telefongespräch zwischen Greg LeMond und einer Sponsor-Vertreterin von Lance Armstrong belastet den siebenfachen Toursieger.

Offene Frage über die Diagnose: Was hat der Arzt 1996 alles zu Lance Armstrong gesagt.

Offene Frage über die Diagnose: Was hat der Arzt 1996 alles zu Lance Armstrong gesagt.
Bild: Reuters

Die Untersuchungsbehörden im Fall Lance Armstrong haben von Greg LeMond ein heimlich aufgezeichnetes Telefongespräch des dreifachen Toursiegers mit einer Frau erhalten. Diese soll 1996 im Raum gesessen haben, als der Arzt Armstrong nicht nur über dessen Hodenkrebs-Erkrankung informierte, sondern auch über die Einnahme von Doping. Das Telefon-Gespräch mit LeMond soll im Juli 2004 stattgefunden haben.

Seit den Beschuldigungen von Floyd Landis im vergangenen Mai hat die Lebens- und Arzneimittelbehörde unter der Führung von Jeff Novitzky Ermittlungen aufgenommen. Neben LeMond und Landis wurden weitere Radprofis vorgeladen, so auch die ehemaligen Teamkollegen George Hincapie und Tyler Hamilton. Und der als scharfer Ermittler bekannte Novitzky lässt keinen Stein und keinen Papierschnitzel unberührt, um zu Ergebnissen zu kommen.

«Ich war in diesem Raum. Ich hörte es.»

Dazu gehört das nun von LeMond präsentierte und transkribierte Telefongespräch. Laut der «Los Angeles Times» handelt es sich bei der Frau um Stephanie McIlvain, die für Armstrongs Sponsor Oakley arbeitet. Nach rund zehn Minuten des Gesprächs kam LeMond auf das Thema mit der Hodenkrebs-Diagnose. «Ich habe von jemandem ausserhalb der Gruppe gehört, was da im Spital passiert ist. Würdest du in einem Gerichtsverfahren aussagen?», soll LeMond gefragt haben.

Die Antwort ist vielsagend, auch wenn nicht explizit von einem Dopingvergehen die Rede ist. «Wenn ich vorgeladen würde, dann würde ich nicht lügen. Ich war in diesem Raum. Ich hörte es», so die Antwort von McIlvain. Sie fragte LeMond auch, ob er dieses Gespräch aufzeichne, was dieser aber verneinte. Ein Jahr später sagte sie in einem zivilen Verfahren in Texas unter Eid aus, seitens Armstrong nie etwas gehört zu haben, dass er Doping genommen habe.

Seit sechs Jahren nun läuft die Diskussion, was Armstrong an jenem Tag im Indiana Hospital gesagt hat und was nicht. Sein ehemaliger Teamkollege Frankie Andreu, der mit seiner Frau Betsy ebenfalls im Raum war, schrieb in einem Buch, dass er Armstrongs Geständnis gehört habe. Niemand sonst, der damals bei Armstrong war, wollte die Version von Andreu indes bestätigen.

Die Gerüchte reichen bis in die Schweiz

Überhaupt ist jene Story über die Eröffnung der Diagnose eine, die von Insidern im Radsport schon lange erzählt wird. Ein ehemaliger Schweizer Radprofi sagte schon vor Jahren, dass da noch einiges kommen werde. «Der Arzt hat ihm damals nicht nur die Diagnose Hodenkrebs gemacht, sondern eben auch noch mehr verraten», so der zweifache WM-Medaillengewinner. «Der Arzt fragte Armstrong, ob die anwesenden Leute bleiben dürfen, da er bei der Untersuchung noch anderes entdeckt habe.» Armstrong habe dem Arzt entgegnet, dass dies kein Problem sei, die Leute seien informiert.

Gut möglich, dass das von LeMond aufgezeichnete Telefongespräch den Druck auf Armstrong nun weiter erhöht und McIlvain erzählt, was sie in diesem Zimmer im Indiana Hospital gehört hat. Es kann aber auch sein, dass die Aufzeichnungen, wie von Armstrongs Entourage erhofft, nicht berücksichtigt werden, da es sich um illegale Aufzeichnungen handelt. Laut kalifornischem Recht müssen beide Parteien über die Aufnahme informiert sein. (baz.ch/Newsnet)

Erstellt: 16.09.2010, 14:24 Uhr

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5 Kommentare

Renzo Giambonini

16.09.2010, 14:49 Uhr
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Mir war schon immer klar, dass Rennfahrer, welche mit einer so grossen Überlegenheit Rennen um Rennen gewinnen, irgendwie "nachgeholfen" haben. Überführte Dopinsünder haben immer alle Arten von Ausreden - man muss ihnen immer Alles schwarz auf weiss belegen. Velorennen haben für mich keinen Reiz mehr, auch wenn ein Schweizer gewinnt. Selbst bei Cancellara habe ich da so meine Zweifel. Antworten


Stefan Hack

16.09.2010, 16:32 Uhr
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Ich denke Lance ist so sauber wie der Rest, von daher alles ok. Da wird jetzt jeder Krümmel dreimal rumgedreht und man fragt sich doch wirklich was das soll. Muss man wegen solch irrelavanter Dinge einen Ermittler mit seinem Team beschäftigen, auf Kosten der Staatskasse? Was soll das bringen? Würden andere Sportler ebenso aktiv ausspioniert werden, würde ein Haufen Müll ans Tageslicht kommen!!! Antworten



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