Der Tischtennis-Künstler ohne Arme

Als Ibrahim Hamadtou zehn Jahre alt war, veränderte ein Zugunglück sein Leben. Wie gut er mit dem Schläger im Mund spielt, ist kaum zu fassen.

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Ibrahim Hamadtou ist ein Mann, den man nicht so schnell vergisst. Und vielleicht ist der 43-jährige Ägypter auch der eindrücklichste Tischtennisspieler des Planeten, hat er es doch geschafft, sich für die Paralympics zu qualifizieren, obwohl er weder Hände noch Arme besitzt. Hamadtou fixiert den mit Isolierband umwickelten Schlägergriff mit dem Mund, genauer gesagt mit einem künstlichen Gebiss. Seine eigenen Zähne sind ihm wegen seiner speziellen Technik nach und nach ausgefallen.

Überhaupt war es ein dornenreicher Prozess für Hamadtou, das Tischtennisspiel zu erlernen. Auch der Nacken bereitete ihm immer wieder Schmerzen, seit er als 13-Jähriger – drei Jahre nach dem Zugsunglück – seine Leidenschaft für diesen Sport entdeckte. Zunächst versuchte er, den Schläger unter den Achseln einzuklemmen, das funktionierte aber nicht richtig. Doch Hamadtou wollte unbedingt Tischtennis spielen und fand eine bessere Lösung. Den Ball wirft er vor dem Aufschlag mit dem Fuss in die Luft, alleine das ist schon ein Kunststück.

«Tischtennis ist für mich wie die Luft, die ich atme, und das Wasser, das ich trinke. Dieser Sport hat mein Leben bereichert und viele Leute haben sich durch meine Geschichte inspirieren lassen. Darüber freue ich mich und hoffe, dass ich auf der ganzen Welt noch mehr Leute inspirieren kann», sagt er heute. Sein Videoclip auf Youtube hat inzwischen schon über 2,5 Millionen Views.

Dass er an seinen ersten Paralympics in der Gruppenphase scheiterte, tat Hamadtous Freude über die Reise nach Rio keinen Abbruch. «Ich bin einfach froh, dass ich hierherkommen konnte», so der dreifache Familienvater, der von der schwedischen Marke Stiga ausgerüstet wird. Dass ihn viele auf seinem Weg belächelt hätten, habe ihn stets angetrieben, betont er. «Ich habe immer mehr trainiert, und mein Selbstvertrauen wurde immer grösser. Ich möchte allen zeigen, dass nichts unmöglich ist.»

(ak)

Erstellt: 11.09.2016, 11:32 Uhr

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