Ein Golfnovize zeigt allen den Meister

Der 21-jährige Südkoreaner Kim Si Woo gewinnt überraschend das fünftgrösste Turnier der Saison.

Einen kühlen Kopf bewahrt: Nervös sei er nicht gewesen, sagt Kim.

Einen kühlen Kopf bewahrt: Nervös sei er nicht gewesen, sagt Kim. Bild: Keystone

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Mit ihm hatte keiner gerechnet. Der 21-jährige Südkoreaner Kim Si Woo gewann in der Nacht auf Montag die Players Championships in Ponte Vedra Beach im Nordosten Floridas. Er wurde zum jüngsten Sieger dieses Turniers, das als wichtigstes nach den vier Majors gilt, und bezwang die gesamte Weltklasse auf dem schwierigen Platz wie ein Routinier.

Südkoreaner scheinen ohnehin prädestiniert, im Golf erfolgreich zu sein – vielleicht, weil sie neben dem Ball in der Regel auch ihre Emotionen sehr gut beherrschen. Das 50-Millionen-Volk dominiert das Frauengolf weltweit klar und stellt acht Vertreterinnen der Top-15 der Weltrangliste. Bei den Männern tun sich die Asiaten zumindest bisher noch schwerer. Neben Kim, der von Rang 75 auf 28 vorstiess, stehen aber doch sechs weitere Südkoreaner in den Top 100.

Video – Si Woos Höhepunkte

Der Golfnovize spielte auf dem tückischen, von Sand und Wasser durchzogenen Stadium-Kurs im TPC Sawgrass derart solide, dass am späten Sonntag keine Spannung mehr aufkam. Dank brillantem Kurzspiel musste er sich als Einziger kein Bogey notieren lassen und gewann mit 278 (10 unter Par), drei Schläge vor Ian Poulter und Louis Oosthuizen. Andere taten sich schwerer: J. B. Holmes, nach drei Runden Co-Leader, benötigte am Sonntag 15 Schläge mehr und stürzte auf Rang 41 ab. Am 17. Loch, einem Par-3 mit Inselgrün, schlug Holmes zwei Bälle ins Wasser und brauchte acht Schläge.

Weniger gut als Kims Golf ist sein Englisch, obwohl er schon vor vier Jahren in die USA kam und seither Profi ist. Er benötigte einen Dolmetscher, um sein Siegerinterview zu geben. Er könne es nicht glauben, an diesem Turnier nun der jüngste Champion zu sein, sagte er. Von diesem Sieg habe er seit 2010 geträumt. Damals gewann mit K. J. Choi bereits einmal ein Südkoreaner. Nervös sei er nicht geworden, weil er schon letztes Jahr ein PGA-Turnier gewonnen habe (die Wyndham Championships).

Sein zweiter Titel bringt ihm 1,89 Millionen Dollar Preisgeld, eine fünfjährige Spielberechtigung auf der PGA-Tour sowie eine Einladung ans Masters in Augusta für die nächsten drei Jahre.

Für ein Highlight sorgte am Sonntag auch der Spanier Rafael Cabrera Bello, der als erster Spieler der Turniergeschichte die 16. Bahn, ein Par-5, mit zwei Schlägen bewältigte – ein «Albatros». Diese sind im Golf viel seltener und schwieriger als Holes-in-one.

Ponte Vedra Beach, Florida. Players Championship, US PGA Tour (10,5 Millionen Dollar/Par 72): 1. Kim Si-Woo (KOR) 278 (69/72/68/69). 2. Poulter (ENG) und Oosthuizen (RSA) je 281. 4. Cabrera Bello (ESP) und Stanley (USA) je 282. 6. u.a. Scott (AUS) 283. – Ferner: 10. Noren (SWE) 284. 12. D. Johnson (USA) 286. 16. Stenson (SWE) 287. 30. Garcia (ESP) 289. 35. McIlroy (NIR) 290. 41. Mickelson (USA) 291. 60. Day (AUS) 295. – Cut verpasst u.a.: Spieth (USA), Watson (USA). (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 15.05.2017, 20:50 Uhr

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