Sport

Gedopter Thomas Frei erklärt, wie er die Kontrolleure jeweils täuschte

Von Emil Bischofberger. Aktualisiert am 27.04.2010

An einer Pressekonferenz in Olten nahm BMC-Fahrer Thomas Frei zu der positiven Dopingprobe Stellung, wegen der er vom Team vergangenen Mittwoch aus der Trentino-Rundfahrt genommen worden war.

Geständig: Thomas Frei erklärte, wie er nach einer Epo-Spritze mit einem Liter Wasser die Spuren verwischen konnte.

Geständig: Thomas Frei erklärte, wie er nach einer Epo-Spritze mit einem Liter Wasser die Spuren verwischen konnte.
Bild: Keystone

Die Dopingbeichte

Was Thomas Frei noch über seinen Epo-Konsum verriet, lesen Sie morgen im «Tages-Anzeiger» und im «Bund».

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«Es ist richtig, ich habe Epo genommen. Deshalb macht das Öffnen der B-Probe auch keinen Sinn. Auf dieses Prozent Chance, dass diese negativ ausfällt, mag ich nicht hoffen», sagte der 25-jährige Solothurner. Zudem stellte er klar, dass er ohne das Wissen seines Teams BMC gedopt habe. Mit dem Verzicht auf das Öffnen der B-Probe wurde auch Freis Entlassung bei BMC vollzogen.

Allerdings stellte die positive Probe laut Frei einen Zufallstreffer für die Antidoping-Kämpfer dar. Der Athlet hatte an diesem 20. März, am Abend vor der positiven Probe, sich erstmals nach drei Monaten wieder eine Mikrodosis Epo gespritzt, welche bei genügend Flüssigkeitsaufnahme laut Frei am anderen Morgen keine auffälligen Urinwerte geliefert hätte. Nur vernachlässigte er eben den nötigen Liter Wasser. Und als der Dopingkontrolleur morgens um 6 Uhr an der Türe klingelte, war er zu wenig abgebrüht, um vor der Kontrolle den Urin mit zusätzlichem Wasser zu verdünnen. «Ansonsten würde ich mich jetzt auf den Giro d'Italia vorbereiten», so Frei lakonisch.

Zugleich sei er jedoch auch froh, durch die positive Probe endlich aus dem Teufelskreis ausgebrochen zu sein, in dem er sich seit rund einem Jahr befunden hatte. Seine engsten Angehörigen - nicht aber Mentor Bürgi - waren informiert gewesen, «ich bin kein Hardcorelügner, ich musste darüber reden.» Ob er seine Lieferanten offenlegen will, weiss Frei noch nicht. Er stehe in einem Zwiespalt. «Wenn ich etwas sage, bin ich der, den es am wenigsten am ‹Grind› trifft. Bei einem Arzt ist das etwas anderes, der kriegt ein lebenslanges Berufsverbot.» Er werde sich nun genau überlegen, was er in der Untersuchung von Antidoping Schweiz aussagen werde. (baz.ch/Newsnet)

Erstellt: 27.04.2010, 15:22 Uhr

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