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Im Walzerrausch EM-Silber erobert
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Der 24-jährige Walliser kletterte dank einer starken Vorstellung in der abschliessenden Kür mit 238,54 Punkten noch auf das Podest. Nach der Pflicht belegte er den für ihn enttäuschenden 5. Rang.
Gewonnen wurde die Konkurrenz vom russischen Olympiasieger Jewgeni Pluschenko (255,39 Punkte), der zum insgesamt sechsten Mal Europameister wurde. Mehr EM-Titel als der 27-jährige Russe haben einzig Ulrich Salchow (9) und Karl Schäfer (8) auf dem Konto. Der französische Vorjahressieger Brian Joubert sicherte sich Bronze; er schaffte bei seiner neunten EM-Teilnahme zum neunten Mal den Sprung aufs Podest.
Lambiel hatte sich nach dem verpatzten Kurzprogramm kämpferisch gegeben, doch mehr als die Bronzemedaille schien nicht möglich, zu gross waren die Rückstände auf Pluschenko und Joubert. Doch neben Michal Brezina (4.) und Yannick Ponsero (6.) fing der 24-jährige Walliser auch Letzteren noch ab. Der Rückstand auf Pluschenko war mit 16,85 Punkten aber immens. Mit diesem Resultat hat der neunfache Schweizer Meister nun auch sämtliche Selektionskriterien von Swiss Olympic für die Olympischen Spiele erfüllt; dafür waren 195 Punkte und eine Top-Ten-Klassierung gefordert - für ihn selbstverständlich eine reine Formsache.
Der Start war schlecht
Der Start in die Kür war alles andere als vielsprechend gewesen. Der Vierfach-Toeloop glückte ihm im sechsten Versuch in dieser Saison zum fünften Mal nicht wunschgemäss. Er versuchte ihn allerdings zum ersten Mal seit seinem Comeback ein zweites Mal. Und diesmal war er einwandfrei, sodass er ihn mit dem doppelten Toeloop kombinieren konnte. Zudem stand er die Kombination Dreifach-Flip/Dreifach-Toeloop. Am Schluss liess er mit der Konzentration etwas nach; so stürzte er bei der zweiten Schrittfrequenz und der Dreifach-Salchow war wackelig.
Lambiel zeigte erstmals die neue Kür «La Traviata»; bei der Olympia-Qualifikation in Oberstdorf und an den Schweizer Meisterschaften in Lugano war er noch sein Tango-Programm gelaufen. Künstlerisch gelang ihm mit der Verdi-Oper ein weiteres Meisterstück, mit dem er bereits in den Trainings Begeisterung hervorgerufen hatte. «La Traviata» war eine Augenweide, weshalb er in den Programmkomponenten, der früheren B-Note, völlig verdient die höchste Punktzahl bekam - 1,90 Punkte mehr als Pluschenko.
Pluschenko schüttelte alles aus dem Ärmel
Der arrogant wirkende Pluschenko schüttelte in seiner Tango-Kür die Sprünge erneut aus dem Ärmel, Nerven scheint dieser Mann nicht zu kennen. Einzig beim ersten Lutz, den er nach zwei Umdrehungen öffnete, machte er einen Fehler. Ansonsten offenbarte er keine Schwächen. Unter anderem imponierte er mit der Kombination Vierfach-Toeloop/Dreifach-Toeloop und zwei Dreifach-Axeln. (bru/si)
Erstellt: 22.01.2010, 10:14 Uhr


