Sport
Isinbajewa – abgestürzt und ausgebrannt
Von Sascha Rhyner. Aktualisiert am 19.03.2010
Ihre Rekorde stehen auf 5,00 m in der Halle und 5,06 m outdoor; schon 29 Mal hat sie die Bestmarken nunmehr verbessert. Sie ist also fraglos die beste Stabhochspringerin aller Zeiten. Und sie ist es eigentlich auch aktuell noch. Doch muss nach dem zweiten WM-Debakel der Konjunktiv bemüht werden. Sie, die einst sagte «Die anderen Mädchen werden erst Rivalinnen, wenn sie fünf Meter springen», scheiterte an der Hallen-WM in Doha dreimal an der Anfangshöhe von 4,75 m – wie schon im letzten Sommer in Berlin.
Nun stellte sich nach dem neuerlichen Scheitern den Medien. «Ich bin nicht einmal enttäuscht. Ich habe das Feuer verloren. Ich will nicht auch noch mein Gesicht verlieren», erklärte sie. Sie werde sich deshalb in nächster Zeit eine Auszeit nehmen. Wie lange diese dauert, weiss sie noch nicht. Sie wird es mit ihrem Trainer Witali Petrow besprechen. «Vielleicht bedeutet das, dass ich die ganze Sommersaison aussetze.»
«Es passieren merkwürdige Dinge»
Körperlich sei sie in Form gewesen, sagte Isinbajewa. «Aber ich spüre einen riesigen Druck, immer die Beste sein zu müssen, immer die Goldmedaillen holen zu müssen. Alle erwarten das von mir: die Russen, die Fans, ich selbst.» Schon in der Qualifikation hatte die 27-jährige Russin drei Versuche gebraucht, um 4,55 m zu überspringen. «Es sind merkwürdige Dinge, die mit mir passieren», meinte sie.
Zusätzlicher Druck dürfte Isinbajewa auch von Sponsoren verspüren. Mit dem chinesischen Ausrüster Li Ning unterzeichnete sie einen Kontrakt, der ihr im Jahr mindestens anderthalb Millionen Franken einbringt. Allerdings muss sie dafür bis mindestens 2013 und der WM in Moskau springen. Wohl aber wuchs in ihr in jüngster Zeit der Wunsch nach einer Familie und Kindern. Ihr Engagement für Waisenkinder in ihrer Heimatstadt Wolgograd «trägt Züge einer Ersatzhandlung», wie es die «Frankfurter Allgemeine Zeitung» formulierte. (baz.ch/Newsnet)
Erstellt: 19.03.2010, 06:21 Uhr








