Schwerer sexueller Missbrauch an amerikanischen Turnerinnen

Nach dem englischen Fussball wird auch der US-Sport erschüttert. Es sollen über 350 Kinder und vor allem Mädchen missbraucht worden sein.

Alle 20 Tage eine Anschuldigung gegen Trainer oder Betreuer gabs im US-Kunstturnen in den vergangenen zwei Dekaden.

Alle 20 Tage eine Anschuldigung gegen Trainer oder Betreuer gabs im US-Kunstturnen in den vergangenen zwei Dekaden. Bild: Keystone

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115 Trainer und andere Betreuer hätten in den USA während der vergangenen 20 Jahre mindestens 368 minderjährige Turnerinnen und Turner sexuell missbraucht, vor allem Mädchen seien betroffen gewesen. Das schreiben der «Indianapolis Star» sowie «USA Today» nach neunmonatiger gemeinsamer Recherche.

Die beiden Zeitungen berichten, dass es alle 20 Tage eine Anschuldigung gegeben habe, trotzdem sei der US-amerikanische Turnverband in den meisten Fällen passiv geblieben. Verdächtige Trainer und Betreuer konnten scheinbar meist problemlos einen Verein in Stille verlassen, um bei einem anderen neu zu beginnen. Involvierte und Informierte hätten gegen aussen meist geschwiegen.

«Es ist zu einfach für Trainer, immer und immer wieder eine Anstellung zu finden. Sexueller Missbrauch gedeiht auf dem Fakt, dass die Menschen sich schämen, über das Thema zu reden, und still bleiben.» So wird Nancy Hogshead-Makar zitiert, früher Olympiaschwimmerin und mit grossem Engagement im Frauensport, später Rechtsprofessorin, Autorin und Richterin.

Von Kameras in der Umkleide bis zur Vergewaltigung

Der «Indianapolis Star» und «USA Today» führen mehrere Beispiele von Trainern auf, die von ihrem Verein wegen Anschuldigungen entlassen wurden, danach aber weiterhin unter dem offiziellen Label des nationalen Verbandes USA Gymnastics Turngruppen führten.

Ein Fallbeispiel, das exemplarisch zu sein scheint: Ein früherer Coach wurde zwar zu 25 Jahren Haft verurteilt, weil er mit versteckten Kameras in Kalifornien und Oregon 469 Videoaufnahmen 8- bis 16-jähriger Mädchen in Umkleidekabinen gemacht hatte. Schon vorher aber war er in zwei Clubs entlassen worden wegen «schauerlichen Verhaltens» und Anschuldigungen, mehrere Mädchen sexuell missbraucht zu haben. Festgehalten ist auch ein Fall eines früheren Teamarztes von USA Gymnastics. Ihm wird vorgeworfen, zwei Turnerinnen vergewaltigt zu haben. Nach der Anklage drangen weitere Vorwürfe von 16 Turnerinnen gegen ihn an die Öffentlichkeit.

Seit mehreren Wochen wird auch der englische Fussball von Berichten über sexuelle Übergriffe erschüttert. Mittlerweile haben sich in Grossbritannien Hunderte Personen gemeldet, die als Junioren missbraucht worden sein sollen. Die Fälle gehen teilweise zurück bis in die 70er-Jahre und betreffen auch Proficlubs wie Manchester City, Newcastle, Stoke oder Leeds. Chelsea soll früheren Opfern gar Schweigegelder bezahlt haben. (baz.ch/Newsnet)

Erstellt: 16.12.2016, 14:59 Uhr

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