Stecken habgierige Funktionäre und ein DDR-Dopingarzt dahinter?

Von Sascha Rhyner. Aktualisiert am 21.08.2009

Viel wurde in den letzten Tagen über die Männlichkeit resp. fehlende Weiblichkeit der 800-m-Weltmeisterin Caster Semenya debattiert. Doch hinter der 18-Jährigen steht auch ein berüchtigter DDR-Dopingarzt.

1/22 Caster Semenya darf nicht mehr starten, bis die Kontroverse um ihr Geschlecht geklärt ist.

   
Umstritten: Ekkart Arbeit.

Umstritten: Ekkart Arbeit. (Bild: Reuters)

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Der medizinische Ansatz

Dass sich bei Semenya eine XXY-Fehlverteilung im Erbgut eingestellt hat, ist aber unwahrscheinlich. Menschen, die das sogenannte Klinefelter-Syndrom haben, erscheinen äusserlich als Männer, sind aber klein gewachsen und unsportlich. Weitaus seltener dagegen ist eine andere Störung, die erst in der Pubertät auffällt. Die Betroffenen kommen als Mädchen zur Welt, bekommen aber keine Schamhaare und auch keine Menstruation.
Diese Mädchen sind genetisch männlich und tragen im Erbgut XY-Zellen. Das führt dazu, dass sich im Bauch oder an der Leiste Hoden finden, die das Männlichkeitshormon Testosteron in grossen Mengen herstellen. Weil die passenden Andockstellen im Körper fehlen, kann das Hormon aber nicht wirken: Die Betroffenen haben weibliche Geschlechtsmerkmale und führen meist ein normales Leben als Frauen. Sie können jedoch keine Kinder bekommen.

Die Auswertung des Geschlechtstests von Semenya dauert noch an; das Ergebnis dürfte jedoch das von vielen erwartete Resultat bringen. Ein Trainer, der lange Jahre in Südafrika gearbeitet hat, verriet dem «Blick»: «Südafrika hat sie (die Tests) bereits im März gemacht. Das Ergebnis ist klar. Semenya hätte bei den WM in Berlin nicht bei den Frauen starten dürfen. Doch ihre Funktionäre haben voll auf die Karte Risiko gesetzt.»

Dass Semenya nicht Täter(in), sondern eher Opfer eines Systems ist, dürfte kaum überraschen. Die südafrikanischen Funktionäre gingen offenbar bewusst ein Risiko ein, um dem Land oder zumindest dem Verband Ruhm und Ehre zu verschaffen. Selbst die Familie der Läuferin sei über die Ergebnisse der Tests nicht informiert worden.

Sicher keine Entlastung in der Kausa bringt der südafrikanische Headcoach der Delegation an der Leichtathletik-WM. Der Name Ekkart Arbeit läst die kritischen Betrachter der Szene nur den Kopf schütteln. Arbeit gilt als geistiger Mitverantwortlicher des DDR-Staatsdopings, und er arbeitete für die Staatssicherheit (Stasi). Sein offener Umgang mit Anabolika in der DDR wird von mehreren Seiten bestätigt.

840 Seiten dicke Stasi-Akte

Arbeit, der unter dem Decknamen Claus Tisch als Inoffizieller Mitarbeiter der Staatssicherheit fleissig tätig war, wurde 1997 vom australischen Verband im Hinblick auf die Olympischen Spiele 2000 in Sydney als Cheftrainer angestellt, nach Einsicht in seine 840 Seiten umfassende Stasi-Akte jedoch gleich wieder entlassen. Im Gegensatz zu vielen Kollegen machte Arbeit, der ehemalige Wurf- und Cheftrainer in der DDR, nach der Wende ausschliesslich im Ausland Karriere.

Erfolgreich arbeitet er vor allem in Griechenland. Dort machte er sich unter anderem als Trainer von Ekaterini Koffa, 1997 mit einer sensationell anmutenden Leistungssteigerung der Hallen-Weltmeisterin über 200 m, einen Namen. Später stand er im Zusammenhang mit den ebenfalls suspekten Leistungen von Konstadinos Kenteris und Ekaterini Thanou.

«Es ist, als ob Al Capone für die Beachtung des Rechts zuständig wäre»

Zurück zu den Wurzeln fand Arbeit danach an einem Seminar, das er mit der Elite der griechischen Trainergilde in Kienbaum, der ehemaligen Kaderschmiede der DDR, durchführte. Mit Denis Lewis, der englischen Siebenkampf-Olympiasiegerin von 2000, wurde die Zusammenarbeit ebenfalls rasch wieder beendet. Zwar reklamierte Arbeit für sich, seit der Wende ein offensiven Kampf gegen das Doping zu führen. Dies kommentierte Trainer und Schriftsteller Tom McNab mit den Worten: «Es ist, als ob Al Capone für die Beachtung des Rechts zuständig wäre.»

Mittlerweile ist Ekkart Arbeit 70 Jahre alt und scheinbar noch kein bisschen weise. Der Trainer, der noch immer intensive Kontakte nach Südafrika pflegt, meint: «Er hat genau gewusst, was zu tun war, dass Semenya bei ihren bisherigen Wettkämpfen stets durchgekommen ist.» Der Testosteronspiegel wird mit Medikamenten bewusst tief und somit unauffällig gehalten. (baz.ch/Newsnet)

Erstellt: 21.08.2009, 12:08 Uhr

Programm & Resultate

Freundschaftsspiel
EndeSpanien - Serbien2:0
EndeSchweiz - Deutschland5:3
EndeNorwegen - England0:1
Playoff
EndeSion - Aarau3:0
Stand: 26.05.2012 20:56
Brussels Ladies Open
26.05EndeRadwanska - Halep7:5 6:0
Stand: 26.05.2012 17:02
GP Monaco 2012 - Qualifikation
1:14.3011 Michael Schumacher
1:14.3812 Mark Webber
1:14.4483 Nico Rosberg
Stand: 27.05.2012 13:14
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Roland Garros
27.05Live Cipolla - Wawrinka2:4
Stand: 27.05.2012 13:11
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Stand: 25.05.2012 09:25
Roland Garros WTA
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Roland Garros
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Stand: 25.05.2012 15:24
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