Sport
Traditions-Marathon greift zu ungewöhnlichen Mitteln
Von Sascha Rhyner. Aktualisiert am 21.04.2010
Der London-Marathon ist gleichsam ein Sightseeing. Das 42,195 km lange Rennen führt vom Greenwich Park vorbei an der Cutty Sark über die Tower Bridge, durch die Docklands, am Tower of London vorbei, entlang der Themse, vorbei am Parliament Square, dem Palace of Westminster und dem Buckingham Palace. Mehr als 30'000 Läufer nehmen die Strecke jeweils unter die Füsse.
Doch der Vulkan Eyjafjallajökull macht den Organisatoren einen Strich durch die Rechnung. Die Flughäfen von London sind zwar wieder geöffnet. Um die Stars aber rechtzeitig nach England zu bringen, charterten die Organisatoren Privatflugzeuge, die unter anderem den letztjährigen Sieger Sammy Wanjiru von Kenia nach Spanien brachten.
Umwege über Spanien und Frankreich
Tatsächlich wird der Weg zur Titelverteidigung für den 24-jährigen Kenianer bereits zum Marathon. «Ich fuhr mit dem Auto nach Nairobi, wo ich mit dem Flieger abgeholt wurde», erzählte der Olympiasieger. Die Reise führte aber nicht auf dem direkten Weg nach London. In der eritreischen Hauptstadt Asmara stieg Zersenay Tadese zum kenianischen Quartett. Von dort flog der Jet nach Barcelona, wo die afrikanischen Favoriten auf die Weiterreise nach London warten.
Auch Irina Mikitenko, die Siegerin der letzten beiden Jahre, musste ungewohnte Wege nehmen, um in London an den Start gehen zu können. Die Deutsche reiste mit der Bahn aus Hessen über Paris nach Calais. «Von dort aus werde ich von einem Privatjet abgeholt. Es ist wegen der Probleme mit der Vulkanasche alles etwas schwierig», erklärte die gebürtige Kasachin.
Mara Yamauchi, im Vorjahr hinter Mikitenko Zweite, hat eine noch beschwerlichere Anreise. Die Britin lebt in Tokio und fuhr mit einem Mietauto und im Zug von Madrid aus in zwei Tagen nach London. «Die Müdigkeit kann durchaus einen Einfluss auf unsere Leistung haben», befürchtet Wanjiru. Gar nicht am Start sein wird der letztjährige Sieger des Rollstuhlrennens, Kurt Fearnley. Die rechtzeitige Anreise aus Australien war für ihn unmöglich. (baz.ch/Newsnet)
Erstellt: 21.04.2010, 13:39 Uhr



Sportbilder















