Trickste Jamaika an den Spielen 2008?

Bei jamaikanischen Olympia-Athleten fanden Doping-Kontrolleure eine verbotene Substanz. Das IOK ging den Fällen aber nicht nach.

Als Jamaikas Sprinter noch lachten: Diesen Winter wurde ihnen das Olympia-Gold von 2008 in der 4x100-m-Staffel aberkannt.

Als Jamaikas Sprinter noch lachten: Diesen Winter wurde ihnen das Olympia-Gold von 2008 in der 4x100-m-Staffel aberkannt. Bild: Itsuo Inouye /Keystone

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Der bekannteste globale Doping-Enthüller legt neues, brisantes Material vor: ARD-Journalist Hajo Seppelt kann zeigen, dass das Internationale Olympische Komittee (IOK) und die Welt-Anti-­Dopingagentur (Wada) auffällige Nachkontrollen der Sommerspiele von 2008 nicht weiterverfolgten. Im letzten Sommer wurde das IOK darüber informiert, dass unter anderen bei jamaikanischen Olympia-Athleten die verbotene Substanz Clenbuterol entdeckt worden war – gemäss ARD-Recherchen auch bei einigen jamaikanischen Sprintern. Namen sind keine bekannt.

Nach Absprache mit der Wada verzichtete das IOK darauf, diesen Resul­taten nachzugehen (obschon dies die Hüter der Ringe gemäss Regeln hätten tun müssen): Weil die Mengen so gering gewesen seien, dass sie auch von verunreinigtem Fleisch hätten herrühren können. In einem allfälligen Rechtsstreit könne man den möglichen Betrug nicht beweisen, argumentierte die Wada. Jamaikas Sprinter um Usain Bolt dominierten vor neun Jahren viele Leichtathletik-Wettbewerbe. (cb)

Erstellt: 02.04.2017, 20:57 Uhr

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