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Das Adieu des populärsten Schweizers
Von Florian A. Lehmann. Aktualisiert am 19.01.2012 28 Kommentare
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Die Karriere von Didier Cuche
Personelles und Spezielles:
Geboren am 16. August 1974. - Aufgewachsen in Les Bugnenets NE, wohnhaft in Les Hauts-Geneveys. - Skiclub Chasseral Dombresson. - Erlernter Beruf: Metzger. - Hobbies: Musik, Kino, Golf, Motorrad. - Ski, Bindung und Schuhe: Head. - Sportler des Jahres 2009 und 2011. - Schweizer des Jahres 2012.
Olympische Winterspiele:
Silber Super-G in Nagano 1998
Weltmeisterschaften:
Gold Super-G, Val d'Isère 1999
Silber Abfahrt, Garmisch-Partenkirchen 2011
Silber Abfahrt, Val d'Isère 2009
Bronze Riesenslalom, Åre 2007
Weltcup:
18 Weltcupsiege (10 Abfahrt, 5 Super-G, 3 Riesenslalom)
Disziplinenwertungen:
4 x Gewinn Abfahrts-Weltcup (2007, 2008, 2010, 2011)
1 x Super-G-Weltcup (2010)
1 x Riesenslalom-Weltcup 2009
Gesamt-Weltcup:
1 x Zweiter (2011), 5 x Dritter (2002, 2007, 2008, 2009, 2010).
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Ausgerechnet in Kitzbühel, wo er auf der Streif viermal die beschwerliche Abfahrt und einmal den Super-G gewinnen konnte und auch in diesen Tagen im Training überzeugend fuhr, hat er sich zu diesem Traktandum konkret geäussert. Didier Cuche hat heute Nachmittag im Tiroler Ski-Mekka seinen Rückzug vom Spitzensport per Ende Saison bekannt gegeben. Zwar war schon länger darüber spekuliert worden, dass der Routinier am Ende dieses Winters die Skibretter in die Ecke stellen würde. Aber dass der 37-Jährige diesen Entschluss unmittelbar vor den Hahnenkamm-Rennen 2012 verkündet, hat selbst die engsten Vertrauten überrascht.
Mit Cuche verlieren nicht nur Swiss-Ski und der alpine Skizirkus eine markante Figur, sondern der gesamte Schweizer Sport. Wie populär der absolut mehrsprachige Star in der Heimat ist, zeigt die Tatsache, dass ihn das Volk am letzten Wochenende zum Schweizer des Jahres 2011 gekürt hat. Cuche hat eine Art, die bei Herr und Frau Schweizer gut ankommt – und zwar in allen Landesteilen. Der tugendhafte Sportler zeigt sich in der Öffentlichkeit mal gelassen, mal emotional, aber eigentlich immer ehrlich. Er kann charmant sein, aber auch mal stur und abweisend – nicht immer zur Freude der Journalisten. Er ist kein Intellektueller, aber doch ein intelligenter Typ. Seine Äusserungen sind alles andere denn banal, womit er sich von anderen Sportskanonen im Lande verbal erfreulich abhebt. Er ist eine Persönlichkeit, deren Stimme im alpinen Skizirkus Gewicht hat und die es nicht scheut, sich mit Verbänden und Funktionären anzulegen, wenn es sein muss. Freunde beschreiben Cuche als herzensguten Menschen, der trotz Rampenlicht und sportlichen Erfolgen nicht abhebt.
Und er fährt verdammt gut Ski und ist in seiner Karriere überaus erfolgreich gewesen. Das hilft zwar in der Beliebtheitsskala bei den Menschen zwischen St-Julien und Buchs enorm, ist aber nicht das einzige Kriterium, wie schon mehrere Volkswahlen dieser Art bewiesen haben.
Ehrgeizig, aber auch humorvoll
Wer Cuche würdigt, kommt an seinem Palmarès nicht vorbei (siehe Infobox). Eine solche Karriere muss man mit dem Attribut «grossartig» bezeichnen. Der Erfolg prägt einen Spitzensportler, das ist bei Cuche nicht anders. Wenn man als superber Speed-Fahrer aus der Schweiz das Lauberhornrennen in seiner Laufbahn nicht gewinnen kann, so ist das eine Enttäuschung. Für den fleissigen, selbstbewussten Athleten aus Neuenburg ist das nicht anders. Dass er nie als Erster das Abfahrtspodest in Wengen besteigen durfte, wurmt ihn, wohl noch für viele Jahre. Der enttäuschende 15. Rang am letzten Samstag wird wohl seinen Rücktrittsentschluss noch beschleunigt haben. «Egal, wie gut man auch drauf ist, man kann immer besser sein» lautet sein Credo. Gerade dieser Ehrgeiz, diese feurige Leidenschaft für seinen Beruf hat ihm Respekt aus der Branche eingebracht, bei Fahrern, Fans und Sponsoren. Er ist nicht zuletzt auch wegen seinem Willen und Einsatz ein Vorbild für alle jungen Fahrer.
Aber Cuche kann auch seinen herrlich trockenen Humor hervorholen, wenn ihm danach zumute ist. Im samstäglichen Fragebogen des «Tages-Anzeigers» antwortete der 174 cm grosse Skifahrer am 31. Dezember 2011 auf die Frage, mit wem er einen Tag tauschen würde: «Mit Marc Gisin. Dann würde ich die Welt mal von da oben sehen.» Dazu muss man wissen, dass Gisin 30 Zentimeter grösser ist als der Romand. Noch prägnanter war die Replik von Cuche auf die Frage, was er im Leben unbedingt noch erleben wolle: «Einmal in Kitzbühel zuschauen und nicht selbst fahren zu müssen.»
Der Dank an den Athleten
Nach diesem Wochenende wird dieser Wunsch auch befriedigt werden. Eines ist gewiss: Der Routinier wird es sich nicht nehmen lassen, sich am Hahnenkamm 2012 noch unsterblicher zu machen, als er ohnehin schon ist. Die Konkurrenz muss sich warm anziehen – egal, in welcher Laune sich Petrus präsentiert. Selbst beim einheimischen Publikum hat sich der ausländische Klasse-Abfahrer in all diesen Jahren einen Status und Respekt erkämpft, der unvergleichbar ist.
Und sollte der Neuenburger, zugleich auch Sportler des Jahres 2011, in Kitz für einmal nicht der schnellste Speed-Fahrer sein, muss der Schweizer Sportfan trotzdem anerkennend sagen: «Merci, Monsieur.» (baz.ch/Newsnet)
Erstellt: 19.01.2012, 14:17 Uhr
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28 Kommentare
DC wäre mit seiner Erfahrung, Grösse, Gradlinigkeit, Fairness, Ehrlichkeit der richtige Mann an der SSV Spi und könnte den Warmduscher Lehman ablösen. Schade Didier! Auch hier zeigts du Grösse und wartest auf den richtigen Tag. Ich glaube sogar daran, dass du mit 300 P aus Kitz abreist. Du wirst in 50 Jahren noch bei allen Skicracks im vollen Munde sein wie wenn du gar nie weg warst! Alles Gute! Antworten

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