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Das Horrorszenario am Lauberhorn

Von Sebastian Rieder, Wengen. Aktualisiert am 14.01.2016

Was passiert, wenn der Weltcup in Wengen wegen des schlechten Wetters abgesagt wird? Der Geschäftsführer gibt Auskunft.

1/4 Schaufeln bis der nächste Schnee kommt: Militär und Zivilschutz am Lauberhorn. Bild: Urs Jaudas

   

Markus Lehmann, Geschäftsführer des Lauberhornrennens

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Sie arbeiten seit Wochen fast Tag und Nacht, rund um die Uhr stehen die Helfer im Einsatz – alles für ein Ziel: drei perfekte Skirennen am Lauberhorn. Seit Dezember laufen die Vorbereitungen für den Weltcup in Wengen auf Hochtouren und doch lässt das wechselnde Wetter die Organisatoren bis zum Start der Kombination am Freitag im Ungewissen. «Eine Garantie, dass die Rennen durchgeführt werden, gibt es nie. Aber wir sind sehr zuversichtlich, dass es klappt», sagt Markus Lehmann.

Der 43-jährige Geschäftsführer des Lauberhornrennens hat seit dem Beginn seiner Tätigkeit als OK-Mitglied vor über zehn Jahren trotz aller Widrigkeiten noch nie einen Totalausfall erlebt. «Irgendwie bringen wir immer ein Rennen hin, aber wenn uns das Wetter tatsächlich einmal einen Strich durch die Rechnung machen würde, wären wir versichert», sagt Lehmann. Über die Höhe der Prämie schweigt Lehmann, «sie ist aber sehr teuer», versichert er und verweist auf die Leistung, die im Schadensfall zum Tragen kommt.

Sicherheit und Fairness geht vor

Im Gegensatz zu den Weltcuprennen in Adelboden erhalten die Zuschauer im Falle einer wetterbedingten Absage eines Rennens das Geld für die Tickets gemäss den allgemeinen Geschäftsbedingungen zurück. Für die Abfahrt am Samstag wären das rund 15'000 Eintrittskarten zu 65 Franken, dazu kommt der Ausfall von Sponsorengeldern und die Einnahmen durch das Catering – alles gedeckt durch die sogenannte All-Risk-Insurance. «Kommerziell gesehen, haben wir keinen Druck. Rein wirtschaftlich überleben wir, auch wenn alle Rennen ausfallen», sagt Lehmann.

Nicht gedeckt ist allerdings der emotionale Schaden. «Ein Wochenende ohne ein einziges Rennen würde uns natürlich sehr schmerzen. Wir stecken das ganz Jahr über so viel Herzblut rein, das würde dann nach all der harten Arbeit sehr wehtun», sagt Lehmann und hofft auf einen sportbegeisterten Petrus. Die eigentliche Macht über die Rennen hat allerdings der internationale Skiverband (FIS). Egal wie die Piste in Form ist, ob es schneit oder der Nebel die Sicht erschwert, am Ende entscheidet die Rennjury. «Immer zugunsten der Fahrer», sagt Lehmann, «die Sicherheit und Fairness stehen im Vordergrund.» (baz.ch/Newsnet)

Erstellt: 14.01.2016, 17:46 Uhr

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