Der Dominator vollendet sein Meisterwerk

Martin Johnsrud Sundby gewinnt als erster Langläufer zum dritten Mal in Folge die Tour de Ski. Für Dario Cologna gibt es trotz Abbruch gute Nachrichten.

Eine Klasse für sich: Deutlicher als der Norweger hat noch nie jemand das prestigeträchtige Mehretappenrennen gewonnen.

Eine Klasse für sich: Deutlicher als der Norweger hat noch nie jemand das prestigeträchtige Mehretappenrennen gewonnen.

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Zum seinem dritten Tour-de-Ski-Sieg hätte sich Martin Johnsrud Sundby bereits am Samstag nach seinem Triumph im Massenstartrennen über 15 km klassisch gratulieren lassen dürfen. Glückwünsche nahm er zu jenem Zeitpunkt selbstredend noch keine an, obschon er wusste, dass ihn am Sonntag beim berüchtigten Aufstieg zur Alpe Cermis nur noch eine Verletzung oder ein Skibruch würde daran hindern können, bezüglich Tour-Siege mit Dario Cologna (2009, 2011, 2012) gleichzuziehen.

Als sämtliche Konkurrenten noch damit beschäftigt waren, sich mit den letzten Kraftreserven den bis zu 28 Prozent steilen Schlussaufstieg hinaufzuquälen, lag Sundby bereits in den Armen seiner Ehefrau, die zur Überraschung des derzeit mit Abstand besten Langläufers im Ziel auf ihn wartete. Weil er nicht nur die Gesamtwertung der zehnten Tour de Ski für sich entscheiden konnte, sondern die Bergverfolgung über 9 km Skating mit der besten Laufzeit absolvierte, durfte sich Sundby über zwei Weltcupsiege auf einmal freuen.

Glückloser Northug

Während der Schlussetappe hinauf zur Alpe Cermis baute der 31-Jährige aus Oslo, der im April zum zweiten Mal Vater wird, seinen ohnehin bereits grossen Vorsprung noch einmal um 24 Sekunden aus und wies am Ende eine Marge von 3:15,7 Minuten auf den zweitplatzierten Landsmann Finn Haagen Krogh auf.

Dritter wurde der vom Zürcher Oberländer Reto Burgermeister betreute Russe Sergej Ustjugow. Der als Zweiter fast zeitgleich mit Krogh und Ustjugow gestartete Petter Northug bekundete im Tour-Finale derweil ein weiteres Mal mehr Mühe als andere Top-Langläufer. Er verpasste bei seiner zehnten Tour-Teilnahme als Vierter zum vierten Mal das Podest.

Abgeschlagene Schweizer

Deutlicher als Sundby bei der diesjährigen zehnten Auflage hat noch nie ein Langläufer die Tour de Ski gewonnen. Der vorherige Rekordvorsprung geht auf das Jahr 2008 zurück, als der Tscheche Lukas Bauer 2:47,3 Minuten vor dem Deutschen René Sommerfeldt das Ziel der letzten Etappe erreichte.

Jonas Baumann, der nach dem verletzungsbedingten Ausstieg Colognas beste Schweizer, erreichte mit Platz 20 in der Gesamtwertung sein Tour-Ziel. Der im klassischen Stil stärkere Bündner büsste am Schlusstag lediglich eine Position ein. Mit der zehntbesten Laufzeit verbesserte sich Toni Livers derweil vom 27. Zwischen- in den 23. Schlussrang; Curdin Perl verteidigte den 30. Platz.

Cologna nur leicht verletzt

Dario Cologna ist weniger schwer verletzt als zunächst befürchtet. Der 29-jährige Münstertaler erlitt keinen Muskelfaserriss, sondern lediglich eine Muskelzerrung. Dies ergab gemäss dem Medienverantwortlichen von Swiss-Ski eine MRI-Untersuchung am Sonntagnachmittag in Davos.

Cologna muss nun eine dreiwöchige Trainingspause einlegen respektive ein Rehabilitationstraining absolvieren. Wie die weitere Wettkampfplanung des Münstertalers aussieht, wird in den nächsten Tagen entschieden.

Der ursprüngliche Kalender des 21-fachen Weltcupsiegers sieht vor, am 31. Januar im Val di Fiemme die Marcialonga zu bestreiten. Der Volkslauf über 70 km in klassischer Technik soll als Vorbereitung für den Fünfziger von Oslo (6. Februar) dienen. Ein Sieg am Holmenkollen fehlt dem Schweizer noch im Palmarès.

Bis fünf Kilometer vor Schluss hatte Cologna bei der vorletzten Etappe der Tour de Ski zusammen mit dem Norweger Martin Johnsrud Sundby das Läuferfeld angeführt. Doch anstatt einen Angriff Richtung Podest der Tour de Ski lancieren zu können, wurde der zu diesem Zeitpunkt in der Gesamtwertung auf Platz 7 klassierte Bündner jäh gestoppt und innert weniger Minuten in den 40. Rang des Tagesklassements durchgereicht. (si)

(Erstellt: 10.01.2016, 16:58 Uhr)

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