Sport

Weltklasse trotz vier Kreuzbandrissen

Von Alexander Kühn. Aktualisiert am 27.02.2012

Lindsey Vonn mag die beste Athletin im Skizirkus sein, die beeindruckendste aber ist die Liechtensteinerin Tina Weirather.

1/6 Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm: Tina mit ihrem Vater Harti Weirather und Mutter Hanni Wenzel nach dem dritten Rang in der Weltcup-Abfahrt von St. Moritz. (28. Januar 2012)
Bild: Reuters

   

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Während das einst so stolze Schweizer Speed-Team nach Verletzungen, enttäuschenden Resultaten und dem Rauswurf von Trainer Stefan Abplanalp in Trümmern liegt, wird die Liechtensteinerin Tina Weirather immer besser – obwohl sie in der gleichen Gruppe wie die Swiss-Ski-Athletinnen trainiert und sich der Unruhe auch nicht entziehen kann. Als Zweite des Super-G von Bansko stand die Tochter der früheren Weltklasse-Rennfahrer am Sonntag zum vierten Mal im neuen Jahr auf dem Podest.

Die Zahl Vier nimmt in Tina Weirathers Leben eine besondere Stellung ein. Nicht nur wegen der vier Podestplätze 2012: Die 22-Jährige hat sich in ihrer Karriere bereits vier Kreuzbandrisse zugezogen. Im März 2007 versagten auf der Lenzerheide beide Kreuzbänder ihren Dienst, ein Jahr später im Pitztal noch einmal das rechte und im Januar 2010 in Cortina d'Ampezzo das linke. Damals, mit 20 Jahren, schien ihre Karriere beendet, ehe sie richtig begonnen hatte.

Praktikum bei Versicherung

«Ich habe mich gefragt, warum ich mir das wirklich alles antue. Ich habe jedes Mal bei null anfangen müssen, und immer wieder war die ganze Arbeit von einer Sekunde auf die andere zerstört. Ich habe wirklich lange überlegt», sagte Weirather im Interview mit der österreichischen «Sportwoche» (Quelle online nicht verfügbar). In der Zeit ohne Skifahren absolvierte die zweifache Junioren-Weltmeisterin ein Praktikum bei einer Versicherung. Schon bald aber fehlte ihr der Sport dermassen, dass sie zusammen mit dem Konditionstrainer und Physiotherapeuten Martin Hämmerle die dritte grosse Rehabilitation begann.

Auf diese Saison hin kehrte Tina Weirather in den Weltcup zurück. Und das stärker denn je: Zwei zweite und drei dritte Ränge stehen auf dem Resultatblatt der grossen Kämpferin aus dem kleinen Fürstentum. Schon im ersten Rennen nach der eineinhalbjährigen Wettkampfpause, im Riesenslalom von Sölden am 22. Oktober 2011, fuhr sie auf Rang 12. Fünf Wochen später schaffte sie bei der Eröffnung der Abfahrtssaison in Lake Louise als Zweite gar erstmals den Sprung aufs Weltcup-Podest. Mit der hohen Startnummer 40, was dem Exploit zusätzliches Gewicht verleiht. «Es war nicht zu erwarten, dass die Saison so toll verläuft. Mir fehlt ja noch Rennpraxis», bemerkt die nur 1,62 Meter grosse Weirather.

Bewunderung von Maria Höfl-Riesch – ein Vorbild für Lara Gut

Wenn man auf die Liechtensteinerin zu sprechen kommt, schwärmen sogar die ganz Grossen. «Ein Wahnsinn, dass sie nach ihren vielen Verletzungen so schnell wieder den Anschluss gefunden hat. Da kann man nur den Hut ziehen», bemerkte etwa die Deutsche Maria Höfl-Riesch. Weirather sei in der Abfahrt die Frau der Zukunft, die Athletin mit dem grössten Potenzial, wenn sie selbst und Lindsey Vonn einmal ihre Karriere beendet haben, so Höfl-Riesch gegenüber der österreichischen Agentur APA.

Weirather selbst spricht in den höchsten Tönen von der Swiss-Ski-Equipe, ihrer sportlichen Gastfamilie im Weltcup: «Ich habe mit Pascal Hasler zwar meinen eigenen Trainer dabei, mit dem ich seit sieben Jahren arbeite, aber er funktioniert wie ein Schweizer Trainer. Es ist ganz wichtig für mich, dass die Harmonie stimmt. Ich bin der Typ, der sich im Team wohlfühlt und nicht alleine trainieren will.»

Damit unterscheidet sich Weirather deutlich von der knapp zwei Jahre jüngeren Lara Gut, die lieber ihren eigenen Weg geht und ein kostspieliges Privatteam unterhält. Gut, die im Dezember 2007 im Alter von 17 Jahren und acht Monaten ihr erstes Weltcup-Rennen gewann, dürfte trotz ihrer momentanen Formkrise jene Athletin sein, die neben Weirather in Zukunft den Skizirkus prägen wird. Ein Vorbild hat die Tessinerin ja, wenn es darum geht, Rückschläge wegzustecken. (baz.ch/Newsnet)

Erstellt: 27.02.2012, 11:05 Uhr

Programm & Resultate

Freundschaftsspiel
EndeSpanien - Serbien2:0
EndeSchweiz - Deutschland5:3
EndeNorwegen - England0:1
Playoff
EndeSion - Aarau3:0
Stand: 26.05.2012 20:56
Brussels Ladies Open
26.05EndeRadwanska - Halep7:5 6:0
Stand: 26.05.2012 17:02
GP Monaco 2012 - Qualifikation
1:14.3011 Michael Schumacher
1:14.3812 Mark Webber
1:14.4483 Nico Rosberg
Stand: 27.05.2012 13:32
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Roland Garros
27.05Live Cipolla - Wawrinka3:6 0:2
Stand: 27.05.2012 13:29
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Playoff
17:00Aarau - Sion
Stand: 25.05.2012 09:25
Roland Garros WTA
28.0511:00Radwanska - Jovanovski
Roland Garros
28.0511:00Federer - Kamke
28.0511:00Bolelli - Nadal
28.0511:00Djokovic - Starace
Stand: 25.05.2012 15:24
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