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«Wir wollen einfachere Spiele als bisher»

Aktualisiert am 30.03.2011 3 Kommentare

Davos und St. Moritz wollen die Olympischen Winterspiele 2022 nach Graubünden holen und eine Alternative zum Gigantismus städtischer Austragungsorte sein.

Bald wieder im Einsatz? Das Olympia-Stadion von 1928 in St. Moritz könnte eine Renaissance erleben.

Bald wieder im Einsatz? Das Olympia-Stadion von 1928 in St. Moritz könnte eine Renaissance erleben.
Bild: Keystone

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«Wir wollen einfachere Spiele als bisher», sagte Tarcisius Caviezel, Bündner FDP-Nationalrat und Vorsitzender der Olympia-Arbeitsgruppe, heute vor den Medien in Chur. Die Arbeitsgruppe sei gegen Gigantismus. Mit wenigen Ausnahmen lägen die Wettkampfstätten in unmittelbarer Umgebung von Davos und St. Moritz.

Die Ferienorte und ihre Umgebung bieten laut Gaudenz Domenig, Kandidatur-Projektleiter und Verwaltungsrat des HC Davos, eine ausreichende Infrastruktur, um zeitgemässe Winterspiele durchführen zu können. Nur wenige Anlagen müssten eigens für die Spiele erstellt werden. Darunter wären olympische Dörfer an beiden Austragungsorten und ein temporäres Eisstadion in Davos.

Politiker und Touristiker stehen dahinter

Die Kosten der Spiele werden von den Promotoren auf eine 1 bis 1,5 Milliarden Franken geschätzt. Sie sollen aus Erträgen finanziert werden. Die Bündner rechnen mit Einnahmen aus Fernsehrechten, Sponsoring und Eintritten von 1,2 bis 1,5 Milliarden Franken.

Die Bündner Olympia-Träume werden von Politikern und Touristikern der beiden Ferienorte sowie von der Kantonsregierung unterstützt. Swiss Olympic will bis im November alle Bewerberdossiers sichten und entscheiden, ob die Schweiz kandidieren soll - und wenn ja, mit welcher Region.

Konkurrenten aus der Schweiz

Neben Graubünden hatten Genf, das Wallis, Bern und Luzern Interesse signalisiert. Die letzteren zwei haben inzwischen auf eine eigenständige Kandidatur verzichtet, sind aber bereit, einzelne Sportanlagen zur Verfügung zu stellen. Unklar ist, ob Genf und das Wallis eine Bewerbung bei Swiss Olympic einreichen. Die Eingabefrist läuft am Donnerstag ab.

Sollte Graubünden den Zuschlag von Swiss Olympic bekommen, werde bestimmt eine kantonale Volksabstimmung stattfinden, sagte der Bündner Regierungsrat Hansjörg Trachsel. Auch das Bundesparlament müsste seine Zustimmung geben, da der Bund einen Teil der Kandidaturkosten von 30 bis 40 Millionen Franken mittragen müsste und während der Spiele für die Sicherheit zuständig wäre.

Grosse Bedeutung hat die Vergabe der Winterspiele 2018 durch das Internationale Olympische Komitee im Juli. Sollte sich einer der europäischen Bewerber, München oder Annecy (Fr), gegen Pyeongchang (SKor) durchsetzen, hätte eine Schweizer Kandidatur 2022 nur wenig Chancen.

Zwei Mal in St. Moritz

Die Schweiz hat sich bisher zwei Mal erfolgreich um die Spiele beworben. Sie fanden 1928 und 1948 in St. Moritz statt. Seither sind zahlreiche Olympia-Träume geplatzt. Graubünden wollte zuletzt für die Winterspiele 2010 kandidieren. Das Sportparlament von Swiss Olympic gab aber der Kandidatur Bern-Montreux den Vorzug. Davor hatten sich Davos und St. Moritz für die Winterspiele 1988 interessiert. Sie wurden aber von den Bündner Stimmbürgern gestoppt. (si)

Erstellt: 30.03.2011, 12:15 Uhr

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3 Kommentare

Mauro Landolt

30.03.2011, 13:15 Uhr
Melden 3 Empfehlung

Olympia in Graubünden fände ich super! Ich unterstütze zwar die Idee, dass man vom Gigantismus wegkommen will, aber ich bezweifle, dass dies möglich ist. Wenn ich mir die Entwicklung von sportlichen Grossanlässen anschaue, dann sehe ich leider schwarz. Das IOC wird nicht auf das viele Geld verzichten. Vancouver war riesig und wer die Russen kennt weiss, dass die Russen immer einen drauf setzen! Antworten


Kasper Ketzer

30.03.2011, 12:28 Uhr
Melden

Hat's denn dort genügend Teiche, um die Schneekanonen während eines solchen Anlasses zu betreiben? Antworten



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