Zwei Schweizer Podestplätze und drei schwere Stürze

Die Weltcup-Abfahrt der Männer in Kitzbühel entwickelt sich zu einem veritablen Sport-Drama. Für die Schweizer hat es ein Happyend.

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Während die zahlreichen Stürze für hitzige Dikussionen sorgte, gelang den Schweizer Abfahrern ein Befreiungsschlag: Beat Feuz wurde Zweiter, Carlo Janka Dritter. Nur der Südtiroler Peter Fill war noch schneller als die beiden Swiss-Ski-Athleten.

Feuz war 37 Hundertstel langsamer als Fill, Janka deren 65. Bessere Platzierungen in der Abfahrt hatte das Schweizer Top-Duo in Kitzbühel zuvor noch nie erreicht. Feuz war 2012 beim letzten Sieg von Didier Cuche Sechster geworden, zwei Jahre später erreichte Janka die gleiche Platzierung. Marc Gisin (1,06 zurück), der erst mit der Nummer 27 ins Rennen ging, schaffte mit dem 5. Platz gar sein bestes Weltcup-Ergebnis überhaupt.

Das von Cheftrainer Thomas Stauffer geführte Schweizer Männerteam war zuvor in diesem Winter in 20 Rennen ohne Top-3-Platzierung geblieben. So auch letzte Woche in Wengen, wo die Schweizer in der jüngeren Vergangenheit jeweils überzeugend aufgetreten waren. Nun platzte der Knoten völlig überraschend beim Klassiker in Kitzbühel.

Er habe nicht erwartet, dass er nach seiner Fahrt in Führung liegen würde. «Ich habe es einfach laufen lassen. Eine starke Leistung in Kitzbühel entschädigt für vieles», so der Emmentaler im TV-Interview. Feuz bestritt am Hahnenkamm erst seine zweite Abfahrt der Saison, nachdem er sich im Sommertraining in Chile einen Teilriss der Achillessehne zugezogen hatte. Beim Comeback in Wengen hatte er sich auf dem 11. Rang klassiert.

Das Rennen auf der Streif entwickelte sich zeitweise zu einem Ausscheidungsrennen. Nachdem schon Georg Streitberger nach dem Sprung an der Hausbergkante gestürzt war, schieden an der gleichen Stelle auch Hannes Reichelt und Aksel Lund Svindal aus. Sie waren vor Wochenfrist in Wengen noch überlegen Erster und Zweiter geworden.

Während die Österreicher Streitberger (wohl Kreuzbandriss) und Reichelt mit dem Helikopter geborgen und zu medizinischen Abklärungen ins Spital gebracht wurden, konnte der an der Nase blutende Norweger selber zu Tal fahren. Svindal, der erstmals wieder seit Januar 2013 in Wengen in einer Abfahrt ausschied, verpasste jedoch durch seinen Sturz ein weiteres Mal den Abfahrtssieg am Hahnenkamm, der ihm in seinem grossartigen Palmares noch fehlt.

Peter Schröcksnadel, der Präsident des österreichischen Skiverbands, hatte nach Svindals Sturz vom Renndirektor den Abbruch des Rennens gefordert. «Die Show ist die eine Sache, die Sicherheit der Athleten muss trotzdem das Wichtigste bleiben. Leider hat man entschieden, weiter zu fahren», so Schröcksnadel.

Am Sonntag steht zum Abschluss des Ski-Wochenendes in Kitzbühel noch der Slalom auf dem Programm (Start 1. Lauf um 10.30 Uhr). (sda)

(Erstellt: 23.01.2016, 14:49 Uhr)

Stichworte

Das Immobilien-Portal für Basel und die Region

Werbung

Blogs

Blog: Never Mind the Markets Zwei Notenbanker, zwei Doktrinen

Politblog Die wirkliche Pisa-Lektion

Die Welt in Bildern

Hart im Nehmen: Ein Schwimmer im chinesischen Shenyang nutzt eine aufgebrochene Stelle in einem zugefrorenen See, um ein paar Längen zu absolvieren. (9. Dezember 2016)
(Bild: Sheng Li) Mehr...