Wahlen 2011

Die Schweiz wählt

Alles zu den National- und Ständeratswahlen vom 23. Oktober 2011

Von der Kita in den Wahlkampf

Von Jan Derrer, Anatol Heib. Aktualisiert am 28.09.2011 15 Kommentare

Sie liebt Jeremias Gotthelf und steht im Co-Präsidium der Einwanderungs-Initiative. Das Wahlmobil zu Besuch bei SVP-Politikerin Nadja Pieren.

Will mehr Freiheit und Sicherheit: Nationalratskandidatin Nadja Pieren. (Video: Jan Derrer)

Das Wahlmobil

Das Wahlmobil besucht Nationalratskandidaten zuhause. Bekannte, unbekannte, junge und alte. Sie haben genau 60 Sekunden Zeit, um sich oder ihre Politik anzupreisen.

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Das politische Profil von Nadja Pieren. (Bild: smartvote.ch)

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Burgdorf, 15'000 Einwohner. Hier ist Nadja Pieren aufgewachsen. Und von hier plant die Berner Grossrätin den Sprung in den Nationalrat. Sie wohnt in einem Neubau mit Holzfassade. «Burgdorf ist für mich perfekt – ich lebe in einem ländlichen Gebiet und doch habe ich alle Einkaufsmöglichkeiten einer Stadt», sagt Pieren.

Die Wahlmobil-Besucher betreten das modern mit Sofa und Sesseln eingerichtete Wohnzimmer, auf einem TV-Regal steht ein Flachbildfernseher. Von einem Plakat schaut einen mit grossen Augen eine Katze an. Zampino, so heisst der Vierbeiner, bedeutet Pieren viel, mit ihm posiert sie auf ihrer Website. An einer anderen Wand hängen zeitgenössische Swissair-Plakate. Eines zeigt ein Schweizer Motiv, ein anderes rückt Australiens Outback ins Zentrum. Und überall in der Wohnung entdecken wir Engelsfiguren – «mindestens eine in jedem Zimmer», sagt Pieren.

Wahlkampf-Flyer sorgen für Farbtupfer

Die Wohnung wirkt sehr aufgeräumt, es liegt keine Zeitung oder sonst ein Gegenstand herum. Einzig auf dem Esstisch entdeckt man Wahlkampf-Flyer der SVP, daneben liegen Unterschriftenbögen für die Initiative «Einwanderung stoppen». Pieren ist im Co-Präsidium aktiv. Politisch hält sie sich denn auch an die SVP-Linie: Pieren will eine konsequente Umsetzung der Ausschaffungsinitiative, fordert restriktive Strafen für Kriminelle, ist gegen einen EU-Beitritt und «die zunehmende Verstaatlichung der KMU und Familien».

In einer Ecke stehen zwei Glaskästen mit antiquarischen Büchern von Jeremias Gotthelf. Der Schriftsteller bedeutet der 31-jährigen SVP-Politikerin viel. Sie ist überzeugt, dass man auch heute noch von ihm lernen könne – zum Beispiel, dass das Volk an oberster Stelle stehe. «Gotthelf war gegen Regierungs- und Obrigkeitsgläubigkeit – und das ist auch heute ein zentrales Thema.» Die Bücher hat sie von ihrem Grossvater geerbt, der Gemeinderat für die SVP-Vorgängerin BGB (Bauern-, Gewerbe- und Bürgerpartei) war.

Eigene Kindertagesstätte gegründet

In einem Regal stehen zahlreiche Kinderbücher – Pieren ist gelernte Kleinkindererzieherin. Am Vormittag arbeitet sie in ihrer privaten Tagesstätte, die sie mit einer Kollegin gegründet hat. Die Betreuung der Kleinen beschäftigt sie auch politisch: «Ich bin für familienergänzende Kinderbetreuung, aber gegen die Verstaatlichung der Familien. Eltern sollen frei entscheiden, wer und wie viel ihre Kinder fremdbetreut werden.» Sie sei gegen Harmos gewesen, «weil die Kinder nicht immer früher den Eltern weggenommen werden sollen». Der Staat dürfe nicht jene bevorzugen, die ihre Kinder in eine Kita bringen, findet Pieren. «Alle Familien sollen eine steuerliche Entlastung erhalten.»

(baz.ch/Newsnet)

Erstellt: 28.09.2011, 09:56 Uhr

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15 Kommentare

Tobi Frohler

28.09.2011, 11:52 Uhr
Melden 94 Empfehlung

Die BGB heisst jetzt BDP nicht SVP. Sie haben die Werte ihres Grossvaters verraten, Frau Pieren.
Und genau "der Volkswillen sei ohne wenn und aber umzusetzen". Aber bei den Kampfflugzeugen zum Beispiel nicht, da fragt man das Volk nicht mal.
Eine Minute Redezeit und so viel Lug und Trug. Beeindruckend!
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Dave Zen

28.09.2011, 12:47 Uhr
Melden 83 Empfehlung

wer in die politik will sollte wenigstens ein bischen was von politik verstehen. die dame erfüllt nicht mal diese mindestbedingungen. und ihre verwirrung scheint bei der wahl von autoren weiter zu gehen. vielleicht sollte sie sich mal zurückziehen und überlegen, wo sie im leben eigentlich steht. hier zeigt sich eine frustrierte frau die den auf alles und andere auslässt. Antworten